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Brandschutz bremst NeubauHeinrich-Mann-Gymnasium – warum der Erweiterungsbau sich verzögert

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Der Baubeginn für den Erweiterungsbau für den naturwissenschaftlichen Fachbereich verschiebt sich deutlich.

Der Baubeginn für den Erweiterungsbau für den naturwissenschaftlichen Fachbereich verschiebt sich deutlich.

Ein neuer Trakt fürs Heinrich-Mann-Gymnasium soll den naturwissenschaftlichen Unterricht modernisieren, doch der Bau verzögert sich deutlich.

Noch vor einem Jahr war am Heinrich-Mann-Gymnasium (HMG) eine gewisse Zuversicht zu spüren, denn in den Sanierungsstau der Schule schien Bewegung zu kommen: Die Dachsanierung wurde in Angriff genommen, zusätzlich waren auch eine Fenster- und Fassadensanierung sowie eine Sanierung der Toiletten angekündigt worden. Vor allem aber kamen die Vorbereitungen für den Bau des lange geforderten Erweiterungsgebäudes für den naturwissenschaftlichen Unterricht in Gang, das mit moderner technischer Ausstattung wieder Unterricht auf Höhe der Zeit ermöglichen soll. Da der Bau in Modulbauweise mit vorgefertigten Bauteilen erstellt wird, sollte er mit Beginn des kommenden Schuljahrs 2026/27 bereits in Betrieb gehen können, erinnert sich Melanie von Vegesack, Vorsitzende der Schulpflegschaft.

Nun neigt sich das laufende Schuljahr dem Ende zu, und die noch unbebaute Lücke neben der Sporthalle, auf der der Bau entstehen soll, liegt noch genauso brach wie vor einem Jahr – denn noch immer fehlt die Baugenehmigung. „Vor gut zwei Monaten hat man der Schulleitung gegenüber noch versichert, dass der Prozess läuft und alles passen wird“, sagt von Vegesack, „aber wir warten inzwischen seit 15 Monaten auf diese Baugenehmigung.“ Inzwischen wurde die Ankündigung eines betriebsbereiten naturwissenschaftlichen Traktes im kommenden Schuljahr denn auch kassiert – nun soll der Bau im Dezember 2027 beendet sein.

Brandschutz bremst Neubau

Das Fehlen der Baugenehmigung liege daran, dass „der Brandschutz noch nicht abschließend geklärt sei“, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit – auch die Stadtentwässerungsbetriebe (Steb) hätten Bedenken, die noch nicht ausgeräumt werden konnten. Sobald die beauftragte Prüfingenieurin die Bescheinigung des Brandschutzes erstellt habe und eine positive Stellungnahme der Steb vorliege, könne die Baugenehmigung erteilt werden.

Der erbarmungswürdige Zustand der bestehenden naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume, hat derweil konkrete Auswirkungen auf den Unterrichtsbetrieb und die Kursauswahl in der Oberstufe: „Mein Jahrgang ist schon der zweite, in dem kein Chemie-Leistungskurs gebildet werden kann, weil die für den Unterricht nötigen Voraussetzungen einfach nicht gegeben sind“, sagt die Schülervertreterin Lena Klütsch, zurzeit in der Jahrgangsstufe 11. Auch die Ausbildung von Referendaren für den Chemieunterricht ist unter den gegebenen Umständen nicht möglich, hatte die Fachschaft der Schule unlängst beschlossen.

MINT-Profil unter Druck

Eigentlich hat das HMG einen Schwerpunkt auf dem sogenannten MINT-Bereich und bietet Leistungskurse in allen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern an. „Dass man am HMG einen Chemie-LK belegen kann, ist ein Alleinstellungsmerkmal, darum haben wir unseren Sohn damals an der Schule angemeldet“, sagt von Vegesack. Von ihren Mitschülern weiß Lena, dass diese Option bei vielen tatsächlich beliebt wäre. „Ich kenne einige, die gerne den Chemie-LK gemacht hätten und jetzt überlegen, die Schule zu wechseln“, sagt sie. Doch eine Schule mit ähnlichem Profil gibt es im näheren Umkreis schlicht nicht.

Von Vegesack und Meise suchen daher die Unterstützung der Politik, etwa von Thomas Welter aus der CDU-Fraktion des Stadtrats und von der Landtagsabgeordneten Lena Teschlade (SPD). Teschlade will sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Termin Ende 2027 „nun wirklich eingehalten wird“ – Inan Gökpinar, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler, regt derweil die Bildung eines Runden Tischs zu dem Thema an.

Zumindest die Dachsanierung ist tatsächlich bereits begonnen, eine der Dachflächen wurde inzwischen auch fertiggestellt. Für die Fenster- und Fassadensanierung ist zwar die Planung bereits abgeschlossen, einen Baubeschluss gibt es jedoch noch nicht. Die ist ohnehin nur möglich, wenn der Unterricht verlagert werden kann, sagt die Verwaltung – dafür könnten die durch den Modulbau frei werdenden Räume genutzt werden. Somit werden Fenster und Fassaden wohl frühestens 2028 angegangen.