Köln – Nach Spargelstechern, Paketsortierern und Erziehern sollen Polizisten und Feuerwehrleute den Corona-Impfstoff bekommen, wenn es nach der Ständigen Impfkommission (StIko) geht. Auch die Stadt Köln will sich größtenteils daran halten (hier lesen Sie mehr). Das aber wäre ein Fehler.
Dass Höchstrisikopatienten zuerst geimpft werden, ist nachvollziehbar und richtig. Dass die Stadt deren Pflegerinnen und Ärzte auf die gleiche Prioritätsstufe stellt und damit in diesem Punkt vom Rat der Wissenschaftler abweicht, ist ebenso überzeugend. Schließlich sind sie dem größten Risiko ausgesetzt und mit einer großen Verantwortung belastet.
Körperliche Kontakte gehören zum Polizistenalltag
Beides aber trifft auch auf Einsatzkräfte zu. In einer Millionenmetropole gehören körperliche Kontakte etwa an den Kriminalitätshotspots in der Innenstadt zum Polizistenalltag. Ähnlich ist das bei Demonstrationen, auf denen mitunter Tausende Menschen auf engem Raum beieinanderstehen – in dieser Zeit besonders häufig auch solche, die Existenz oder Gefahr des Virus grundsätzlich leugnen und sich in ihrem Leben mutmaßlich entsprechend verhalten. Auch zu solchen Menschen können Polizisten oft keinen Abstand halten.
Das könnte Sie auch interessieren:
Auch wenn Feuerwehrleute Menschen aus brennenden Häusern oder dem Rhein retten, ist Eigenschutz vor Infektionen zweitrangig und teilweise unmöglich. Damit unterscheidet sich die Lage in einer Großstadt grundlegend von der auf dem Land, wo die häufigsten Einsätze für Polizei und Feuerwehr Wildunfälle sind.
Der Krisenstab sollte daher dem pauschalen, deutschlandweiten Rat in diesen Punkten nicht folgen. Eine Stadt ohne berufsfähige Lehrer und Busfahrer wäre eine Zumutung. Eine Stadt ohne Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz wäre ein Sicherheitsrisiko für alle.



