Popstar Sasha hätte nicht mit einer so großen Resonanz auf seine Kunstfigur Dick Brave gerechnet. Jetzt startet er mit ihr ins Weihnachtsgeschäft.
Sashas Rockabilly-FigurDick Brave verwandelt deutsches Kult-Weihnachtslied

Dick Brave versetzt sein Publikum bei den Konzerten in die 50er Jahre (Archivbild).
Copyright: Martina Goyert
Zwölf Jahre war er abgetaucht. Als kanadische Rockabilly-Kunstfigur Dick Brave hat Sasha (54) in diesem Jahr ein fulminantes Comeback gefeiert. 60 Shows, nahezu alle ausverkauft, liegen hinter dem Sänger.
Die Fans feiern es, wenn bekannte Songs plötzlich so klingen, als wenn man sie 1958 aufgenommen hätte. Der Rockabilly-Wahnsinn geht jetzt in die nächste Runde. Mit „Comin’ Home For Christmas“ veröffentlicht der Rock’n’Roll-Entertainer erstmals ein komplettes Weihnachtsalbum.
Dick Brave: Album „Comin’ Home For Christmas“ und zwei Shows
Das Jahr beendet Dick Brave zudem mit zwei exklusiven Weihnachts-Shows am 4. und 5. November 2026 im Capitol in Düsseldorf. Diese werden für das TV aufgezeichnet. Die Ausstrahlung ist am 11. Dezember auf SAT1.
2027 geht es dann wieder auf die Open-Air-Bühnen des Landes. Unter anderem steht am 26. August ein Konzert auf dem KunstRasen in Bonn an. Über das Erfolgsgeheimnis seines Rockabilly-Sounds und weitere Pläne sprach der Sänger mit dieser Redaktion.
Hatten Sie mit dieser Resonanz gerechnet?
Dick Brave: Wir blicken auf alles voller Demut. Es ist nicht selbstverständlich in dieser Zeit. Deshalb bin ich mit so viel Eifer bei der Sache. Ich habe mit vielem gerechnet und hatte Hoffnungen. Dass das aber so abgeht, das habe ich nicht erwartet. Bei den Konzerten ging es so krass zur Sache, es war der Wahnsinn.
Was ist das Geheimnis dieser Rock-’n‘-Roll-Erfolgsgeschichte?
Dick Brave: In diesen Zeiten, in denen wir gerade festsitzen, wo von allen Seiten die Sorgen auf einen einprasseln, löst die Musik ein Gefühl an Zeiten aus, in denen man sich wohlgefühlt hat. Ich möchte nicht die Leier von der guten alten Zeit anstimmen. Aber bei uns können die Leute einfach mal loslassen und Spaß haben. Es ist die Aufgabe von Entertainern, den Menschen Unterhaltung zu bieten, die nachher noch etwas anhält. Der Rhythmus dieser Musik aus den 50ern macht einfach Spaß, es ist wie ein Urknall.
Die Fans kommen auch gerne in Petticoats und mit Pomade im Haar zu den Konzerten.
Dick Brave: Uns spielt es sehr in die Karten, dass die Mode aus dieser Zeit wieder angesagt ist. Die Hemden oder die weiten Hosen sind durch die Retrowelle wieder verfügbar. Dadurch entsteht ein besonderes Gefühl und viele leben diese Phase noch einmal.

Zwei Stunden volle Leidenschaft und Spielfreude zeichnen die Konzerte von Dick Brave aus.
Copyright: Martina Goyert
Wie ist die Idee entstanden, ein komplettes Weihnachtsalbum aufzunehmen?
Dick Brave: Wir haben das im Sommer bei 40 Grad produziert, das war so schräg, aber es hat sich gelohnt. Ich wollte eine Mischung aus Eigenkompositionen, Songs aus den 50er-Jahren, aktuelleren Sachen wie „Snowman“ von Sia und natürlich absoluten Klassikern wie „White Christmas“, „Last Christmas“, „Driving Home For Christmas“, „Winter Wonderland“ oder „Jingle Bells“. Bei solchen Titeln achten alle natürlich ganz besonders darauf, wie sie gelingen.
Wie kam es zu „Christmas Bakery“, der englischen Version von „In der Weihnachtsbäckerei“?
Dick Brave: Rolf Zuckowski hat uns da wirklich den roten Teppich ausgerollt. Es gab schon viele Versuche von anderen Autoren, eine englische Version des Songs zu machen. Es ist nun mal seit 40 Jahren der erfolgreichste Weihnachtssong in Deutschland. Da fühle ich mich sehr geehrt, dass er uns als Ersten die Freigabe erteilt hat, das machen zu dürfen. Mit seinem Sohn Ali arbeite ich schon seit 2003 zusammen. So lange kenne ich auch schon Rolf. 2017 haben wir auch mal zusammen die Vogelhochzeit neu aufgenommen.
Warum gibt es nur zwei Live-Shows mit dem Weihnachtsprogramm?
Dick Brave: Das werden zwei besondere Abende, mit Streichern, Backgroundsängerinnen und stimmungsvollem Bühnenbild. Wir planen 2027 dann eine größere Tour damit. Vorher stehen dann aber erst wieder die Sommer-Open-Airs an. Es geht munter weiter.
Und Sasha hat erst mal Sendepause?
Dick Brave: Der macht andere Sachen, TV zum Beispiel. Früher war es so, dass Dick Brave und Sasha nicht nebeneinander existieren konnten. Jetzt verstehen sich beide besser und die Fans können sich auf beide freuen.
