Wer nach Köln kommt, zieht am häufigsten in die Innenstadt, ist oft jung und hat häufig keinen deutschen Pass. Wer dann innerhalb der Stadt umzieht, sucht sich eher eine Wohnung in Richtung Stadtrand. Das zeigt eine Auswertung der Stadt zu Daten aus ihrem Melderegister. Sie präsentiert Ergebnisse, wer im Vorjahr wohin gezogen ist und wo in Köln die größte Bewegung herrschte.
Insgesamt kamen 2025 3041 Menschen mehr über die Stadtgrenze als fortzogen. Wie schon in den drei Jahren zuvor war das der einzige Grund für das Wachstum – und nicht etwa eine höhere Geburtenrate (siehe Info-Artikel am Ende).
Zunächst in die Innenstadt
Am beliebsten neue Kölner ist die Innenstadt. Dort wurden 2025 9.713 Zuzüge von außerhalb der Stadt gezählt, die meisten unter den neun Bezirken. Im selben Zeitraum zogen 8.224 Menschen aus dem Bezirk fort. Unter dem Strich bleibt ein Plus von 1.489. Damit liegt die Innenstadt knapp vor Ehrenfeld mit 1.243.
Der Stadtteil (86 in den neun Bezirken) mit dem größten Zuwachs ist Neuehrenfeld mit 750 Personen. Die Stadt erklärt sich die Zunahme mit dem Start einer größeren Flüchtlingsunterkunft in dem Stadtteil. Flüchtlinge werden in die Statistik eingerechnet. Auf Platz zwei folgt die Altstadt-Süd mit 433 Zuzügen.
Am Stadtrand sieht es anders aus. In Junkersdorf verließen 164 Menschen mehr die Stadt als zuzogen. In Dünnwald und Sürth waren es jeweils 135.
Wer nach Köln kommt
Von den Zugezogenen hatten 2025 insgesamt 44,2 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. In den drei rechtsrheinischen Bezirken Porz (51,4 Prozent), Mülheim (50,6 Prozent) und Kalk (50,2 Prozent) sowie in Chorweiler im linksrheinischen Norden (56,1 Prozent) kamen mehr Zugezogene ohne deutschen Pass an als mit deutschem.
In der Innenstadt (31,7 Prozent der Zugezogenen ohne deutschen Pass) und in Lindenthal (30,2 Prozent) überwogen dagegen die deutschen Zugezogenen. Rodenkirchen bildet mit 56,3 Prozent eine Ausnahme im Linksrheinischen. Dort befindet sich die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen für Geflüchtete.
Zugleich sind die Zuzüge von Menschen ohne deutschen Pass in den vergangenen zwei bis drei Jahren zurückgegangen, besonders in Rodenkirchen. Dort stiegen sie zu Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 stark an und sanken 2024 und 2025 wieder.
Junge Erwachsene prägen den Zuzug
Die größte Gruppe unter den Zugezogenen sind die 18- bis unter 30-Jährigen. Sie stellten 2025 über die Hälfte aller Zuziehenden (50,6 Prozent). In der Gesamtbevölkerung der Stadt liegt ihr Anteil bei nur 16,1 Prozent.
Besonders hoch ist der Anteil junger Erwachsener unter den Zugezogenen im Umkreis der Universität und der technischen Hochschule. Unter den Zugezogenen im Bezirk Innenstadt waren 62,6 Prozent zwischen 18 und 30, im Bezirk Lindenthal mit der Uni 59,7 Prozent. Auf Stadtteilebene liegen Deutz mit 72,7 Prozent und Sülz mit 68,4 Prozent vorn. Auffällig ist auch Humboldt/Gremberg in Kalk mit 58,7 Prozent, wo es viele Studierendenwohnungen gibt. Der Stadtteil liegt direkt neben der TH. Zum Stadtrand hin waren die Anteile der jungen Erwachsenen unter den Zugezogenen deutlich niedriger.
Familien ziehen nach Chorweiler
Ein anderes Bild zeigt Chorweiler. Dorthin zogen nur 3,1 Prozent der jungen Erwachsenen, die nach Köln gekommen sind, aber rund 11 Prozent aller Zugezogenen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter den Zugezogenen liegt dafür dort am höchsten unter den Bezirken, bei 18 Prozent. Hier kamen also eher Familien an. Gesamtstädtisch sind 9,4 Prozent der Zugezogenen Kinder.
Eine Erklärung ist laut Stadt die Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Fühlingen – von den Kindern, die 2025 nach Chorweiler zogen, hatten 62,5 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit.
Insgesamt wenige Umzüge
Mehr Menschen ziehen innerhalb Kölns um, als zu- oder abwandern. 2025 gab es 62.487 Umzüge innerhalb der Stadt. Das sind rund 5,7 je 100 Einwohner, also etwa jeder Achtzehnte. Die Zahl ist in den vergangenen vier Jahren stabil geblieben, liegt aber deutlich unter den Werten der 2000er- und 2010er-Jahre. Damit entspricht Köln dem Trend: In 13 der 15 größten deutschen Städte gehen die Umzüge seit 2002 zurück, zeigte eine Datenanalyse der „Zeit“. Als Grund gelten steigende Mieten, die Umzüge bremsen. Damit gilt die Zahl der Umzüge auch als Indikator für einen angespannten Wohnungsmarkt.
In Köln ziehen eher junge Menschen um als ältere, sie sind im Schnitt 32,8 Jahre alt. Die Gesamtbevölkerung ist hingegen 42,7 Jahre alt.
Den stärksten Verlust bei Umzügen innerhalb der Stadt verzeichnete die Neustadt-Süd mit minus 687. Der Bezirk Innenstadt verlor insgesamt 1.329 Menschen.

Am westlichen Rand von Porz-Elsdorf ist ein großes neues Wohngebiet entstanden: Deshalb sind 2025 besonders viele Kölner in dieses Veedel gezogen.
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Fortgezogen sind sie besonders aus den Innenstadt-Vierteln (den stärksten Verlust meldete die Neustadt-Süd mit minus 687) und aus angrenzenden Stadtteilen wie Lindenthal, Ehrenfeld und Zollstock. Sie zogen vielfach in die Stadtteile weiter außen. Den größten Umzugsgewinn innerhalb der Stadt verzeichnete der Stadtteil Elsdorf mit 313, was an einem größeren Neubaugebiet dort liegt – die „Fünf Höfe“ in der Fuchskaule wurden im Vorjahr nach und nach fertig. Auch nach Zündorf, Dünnwald und Vogelsang zogen besonders viele Kölner um. Die meisten Umzüge innerhalb der Stadt verlaufen zwischen benachbarten Stadtteilen.
1.100.076 Einwohner meldete Köln zum 31. Dezember 2025. Die Zahl der Geburten sank auf 9.059, womit die Geburtenrate ihren niedrigsten Wert seit einem Vierteljahrhundert in Köln erreichte. Gestorben sind 10.123 Menschen, damit ist Köln ausschließlich durch Zuwanderung gewachsen.

