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Anstehende SanierungAnwohnergarten neben Y‑Häusern in Bickendorf soll GAG-Bauarbeiten weichen

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Hakan Memis, Mustafa Caglar, Neffe Eyup und Oktay Caglar (v.l.) stehen unter einem der Aprikosenbäume. Im Hintergrund ist eines der Y-Häuser zu sehen.

Hakan Memis, Mustafa Caglar, Neffe Eyup und Oktay Caglar (v.l.) unter einem der Aprikosenbäume.

Trotz sozialer Funktion plant die GAG, den Garten an der Mathias-Brüggen-Straße für Bauarbeiten zu schließen, was auf Kritik der Anwohner stößt.

Ganz hinten haben es sich einige Frauen im Schatten der Bäume gemütlich gemacht und plaudern angeregt, vorn zeigt Oktay Caglar vor, was in dem kleinen Garten gleich neben dem Y-Haus an der Mathias-Brüggen-Straße alles gewachsen ist: Zwiebeln, Minze, Rosmarin, Kartoffeln, Haselnuss, Apfel, Kirsche – unter anderem. Und natürlich die zwei Aprikosenbäume, sein ganzer Stolz. „Was hier wächst, nutzen die Bewohner zum Kochen“, erzählt er.

Doch der kleine Garten ist in Gefahr. Kürzlich hatten Unbekannte einige Beete verwüstet, und man munkelt, es könnten Mitarbeiter der GAG Immobilien AG gewesen sein. Denn die GAG macht als Eigentümer der Gebäude und des Geländes kein Hehl daraus, dass sie den Garten vor der anstehenden Sanierung der Y-Häuser ab Ende des Jahres am liebsten platt machen würde. Um das Grundstück für die Logistik der Baufirmen zu nutzen, also als Materiallager oder als Zufahrtsweg.

Gartenclub in Bickendorf umstritten

Denn der eingezäunte Garten gehört zwar zum GAG-Projekt „Gartenclub“, bei dem Mitglieder des Vereins Querwaldein vor allem Kinder und Jugendliche ins Gärtnern einführen. Doch in Bickendorf „läuft das nicht wirklich gut“, erklärt GAG-Sprecher Jörg Fleischer. In der Regel seien maximal zwei bis drei Kids vor Ort, an anderen GAG-Standorten seien es deutlich mehr: „In Bickendorf ist das im Auslaufen befindlich.“

Allerdings habe die GAG beobachtet, dass eine Familie den Garten „sehr intensiv“ nutzte, sie habe sich „ein exklusives Gebrauchsrecht erkämpft“, so Fleischer, und das sei so „nicht vorgesehen“. Dieser Darstellung einer „exklusiven“ Nutzung allerdings widerspricht Oktay Caglar und erzählt, er wisse von „drei bis vier Familien“, die als Paten je einen Schlüssel für den Garten haben: „Das ist ein sozialer Treffpunkt, hier kommen Menschen mit türkischen Wurzeln, Syrer und Ukrainer zusammen. Man kann doch nicht wiederholt Integration fordern und dann solche Orte zerstören.“

Erst vor einem Jahr sei der Spielplatz für Kleinkinder gegenüber, zwischen zwei Y-Häusern am Ossendorfer Weg, abgeräumt worden, „weil die GAG nach 50 Jahren gemerkt hat, dass sie dort eine Feuerwehrzufahrt braucht“, sagt Mustafa Caglar. Auf dem Spielplatz hätten auch Bänke gestanden – ein weiterer Treffpunkt für die Bewohner der Häuser, der nun verschwunden sei. Ansonsten gebe es nur noch einen Bolzplatz und eine Kletteranlage, die aber für größere Kinder und Jugendliche gedacht sei. „Die Mütter setzen sich mit ihren Kindern jetzt vor die Eingänge der Häuser, da ist alles aus Stein und Beton“, klagt Mustafa Caglar. „Die lassen uns fallen.“

Auch bei der Aktion Nachbarschaft, für die die insgesamt vier Y-Häuser, die 2003 durch ein reißerisches WDR-Feature als „Gang-Land“ in Verruf geraten waren, einen Schwerpunkt der Arbeit darstellen, stößt die geplante Zerstörung des Gartens auf Unverständnis: „Das passt doch überhaupt nicht: Urban Gardening, Entsiegelung von Flächen – genau das brauchen wir in Zeiten des Klimanotstands doch, ebenso wie Integration“, meint Hakan Memis, SPD-Politiker und frisch gewählter Vorsitzender des Vereins. Im Übrigen gebe es doch Alternativen für die Baufirmen: Neben dem Garten befinde sich ein Parkplatz, der kaum genutzt werde und dessen Oberfläche schon Wellen schlage.

Ein neuer Kleinkindspielplatz ist aber geplant, teilte Jörg Fleischer mit. Nach der Sanierung im Herbst 2030 soll er fertig sein. Als Fläche komme das jetzige Garten-Grundstück in Frage.