Die Kölner Tänzerin und Choreografin Ilona Pászthy bringt am Freitag und Samstag, 16. und 17. Oktober, um 20 Uhr ihr Stück „lautLOS 1.6.“ in den Bunker k101 nach Ehrenfeld. Zwei getanzte Monologe fragen nach Erinnerung, Herkunft und dem Schweigen über die NS-Zeit sowie nach Mitläufertum und Täterschaft.
Im Zentrum steht Pászthy selbst, die seit 2000 die Kompanie „IPtanz“ künstlerisch leitet. In ihrem autobiografisch inspirierten Solo sucht sie nach den unsichtbaren Spuren der Vergangenheit: Kindheitsbilder treffen auf Bruchstücke über ihre Vorfahren im Nationalsozialismus. „Bilder meiner Kindheit standen Fragmenten von Informationen gegenüber. In dem Solo nähere ich mich metaphorisch den weißen Flecken meiner Erinnerung“, sagt Pászthy.
Ergänzt wird der Abend durch einen Monolog der Tanzkünstlerin Silvia Ehnis Pérez Duarte. Sie zeichnet die Geschichte ihrer Familie nach, die vor dem Ersten Weltkrieg nach Mexiko auswanderte. Welche Spuren bleiben, wenn ein Leben auf einem anderen Kontinent weitergeht?
Multimediale, begehbare Tanzinstallation im Bunker k101 in Ehrenfeld
Die multimediale, begehbare Tanzinstallation verbindet dokumentarisches Material, persönliche Erinnerungen und ein Bühnenobjekt des Künstlers „miegL“. Vor der Vorstellung gibt es um 19.15 Uhr eine physisch-somatische Einführung. Dabei werden die Zuschauer durch einfache Körperübungen und angeleitetes Bewegen für den eigenen Körper sowie für die Bewegung der Performer auf der Bühne sensibilisiert. Dies dient der Einstimmung auf das folgende Programm.
Nach der Aufführung besteht die Möglichkeit zum Publikumsgespräch. Am Samstag, 17. Oktober, gibt es zusätzlich eine Tast-Tour und eine geschlossene Audiodeskription. Für blinde und sehbehinderte Menschen bieten die Künstler von der Bahnstation Liebigstraße einen Abholservice an.
Im November ist Pászthy erneut zu sehen: Am 28. November zeigt sie um 20 Uhr im Barnes Crossing, Kunstzentrum Wachsfabrik in Rodenkirchen, ihre begehbare Tanz-Installation „Love Eat (never) Sleep – absence#6“. Pászthy studierte Malerei und Illustration sowie klassischen Tanz in Hannover und zeitgenössischen Tanz an der Dansacademie Rotterdam (NL). Ihre Tanzproduktionen touren national und international. 2021 realisierte sie eine Kooperation mit der Oper Köln. Daneben ist sie auch Honorarprofessorin an der Alanus Hochschule in Alfter am Fachgebiet Schauspiel.
Freitag und Samstag, 16. und 17. Oktober um 20 Uhr, Einführung um 19.15 Uhr, Körnerstraße 101. Tickets kosten 18 Euro, ermäßigt 11 Euro, 6 Euro für Tanzcard-Inhaber, Alanus-Studierende und Kinder unter 12 Jahren. Abendkasse ab 19 Uhr, Anmeldung zur Audiodeskription oder für den Abholservice unter +49 157 57930117 oder ip-tanz@ip-tanz.com.

