Das Smörrebröd schließt schon seit drei Jahren eine gastronomische Lücke an der Subbelrather Straße. Im nächsten Jahr sollen Gäste auch draußen sitzen.
Dänischer GastgeberIm Smörrebröd in Köln-Ehrenfeld gibt es echte Hausmannskost

Die Tische und Stühle stehen schon bereit: Johnny Frederiksen hofft, dass er im Frühjahr am neuen Smörrebröd-Standort eine Außengastronomie eröffnen kann.
Copyright: Hans-Willi Hermans
„Einen Nachschlag noch?“, fragt Johnny Frederiksen seinen Gast und der nimmt gern an. „Wir haben heute Morgen echt hart gearbeitet“, sagt der junge Mann, während Frederiksen eine zusätzliche Portion von „Omas Hackfleischbraten mit Kartoffelpüree“ aus der Küche holt. Nachschlag, wo gibt’s sowas noch - ohne nervöse Blicke und größeres Bohei? Antwort: Im kultigen Restaurant Smörrebröd, das der Däne Frederiksen vor dreieinhalb Jahren an der Alpener Straße 34 eröffnet hat in den Räumen der ehemaligen Metzgerei Piekarek.
Mittlerweile nimmt das Smörrebröd sogar zwei Straßenecken in Beschlag. Denn vor einiger Zeit hat Frederiksen auch das Lokal auf der gegenüberliegenden Seite der Alpener Straße angemietet. Es ist mit 33 Quadratmetern sogar größer als das Original mit seinen lediglich 20 Quadratmetern. Die Türen zu den neuen Smörrebröd-Räumen allerdings öffnen sich einstweilen erst um 17 Uhr, während in den alten alles beim Alten bleibt: Von 11 bis 14 Uhr werden die Gäste im Smörrebröd I mit deutscher Hausmannskost versorgt.
Jeden ersten Freitag im Monat gibt es Rievkooche
„Ich hatte von Anfang an vor, auch das zweite Lokal anzumieten“, verrät Frederiksen. „Da gibt es eine Toilette, deshalb darf ich Alkohol ausschenken.“ Bis 22 Uhr können die Gäste im Smörrebröd II nun ebenfalls Gerichte wie „Schweinefilet im Blätterteig mit Champignonrahmsoße und Kroketten“, „Grünkohl mit Kasseler oder Mettwurst und Salzkartoffeln“, „Selbstpaniertes Seelachsfilet mit Kartoffelsalat und Remoulade“ oder – am ersten Freitag im Monat – Rievkooche bestellen. Und dazu ein Kölsch, einen Wein oder einen Longdrink genießen.
Für Johnny Frederiksen allerdings bedeutet das zunächst einmal Stress. Denn der Chef kocht nicht nur selbst, er bedient auch noch und pflegt dabei einen betont entspannten, verbindlichen Umgang mit seinen Gästen. Unterstützt wird der 57-Jährige lediglich von zwei Küchenhilfen. „Deshalb stehe ich immer schon morgens um 5 Uhr auf, um alles vorzubereiten. Jetzt kommen noch die Öffnungszeiten am Abend hinzu, manchmal bin ich erst um 24 Uhr zuhause.“

Pause nach dem Mittags-Stress: Johnny Frederiksen gönnt sich eine Tasse Kaffee im Smörrebröd.
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Mittags würde Frederiksen gern beide Lokale öffnen, doch Personal ist derzeit auch in der Gastronomie knapp: „Mir fehlen einfach die Leute dafür.“ Er hofft, dass er bis zum kommenden Frühjahr eine Lösung findet, denn er hat die Konzession für den Betrieb einer Außengastronomie am neuen Ladenlokal, die Tische und Stühle stehen schon bereit.
Außer-Haus-Verkauf des Smörrebröd liegt bei 90 Prozent
Vielen Anwohnern würde das sicher gefallen, meint Johnny Frederiksen, denn dieser nördliche Teil Ehrenfelds nahe Neuehrenfeld und Bickendorf, ist mit Cafés und Restaurants eher unterversorgt. An Kundschaft mangele es jedenfalls nicht, wegen des beschränkten Platzangebots allerdings liege der Anteil des Außer-Haus-Verkaufs an seinem Umsatz bei rund 90 Prozent schätzt Frederiksen. „Mittags bilden sich ab halb Zwölf häufig Schlangen, wenn Kunden hier ihre Bestellungen abholen möchten.“ Für Lieferungen, nach Bickendorf etwa, hat er eine eigene Kraft eingestellt. „Das Angebot nutzen ältere Menschen gern, die kriegen diese Gerichte anderswo kaum noch.“
Dass seine Geschäftsidee mit der Hausmannskost aber auch bei jüngeren Leuten so ein Renner wurde, überrascht Frederiksen selbst ein bisschen: „Aber ich glaube, sie sind es leid, immer nur Pizza oder Döner zu essen.“ Hinzu kommen die zivilen Preise, für die Mahlzeiten im Smörrebröd zahlt man zwischen 8 und 13 Euro.
Beim Angebot wird sich in nächster Zeit nicht viel ändern, nur über ein regelmäßiges veganes Angebot auf der Speisekarte denkt auch Johnny Frederiksen nach: „Das liegt einfach im Trend.“ Dänische Spezialitäten aber wird man auch in Zukunft vergeblich suchen: „Die sind den deutschen einfach zu ähnlich.“

