Kommentar zum Kölner Gasbehälter-StreitEine kreative Kugel-Lösung, bitte

Ist das ein Denkmal oder kann das weg? Der Gaskugelbehälter am Maarweg.
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Ehrenfeld – Es ist ein bisschen wie beim Keller-Ausräumen. Plötzlich hält man einen alten, längst vergessenen Leuchtglobus in Händen und schon sind die Gewissensbisse da. Viel zu schade und eigentlich war er doch der Hingucker im Kinderzimmer, so sagt die eine innere Stimme, während die andere raunt: Brauchen wir nicht, fort damit. Ähnliches, nur ein paar Nummern größer spielt sich gerade im Kölner Westen ab. Hier steht das Ausräumen des früheren Gaswerk-Areals bevor.

So sollen die Gebäude auf dem Areal an der Zugtrasse einmal aussehen.
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Es nennt sich Zielbildprozess. Unübersehbar, wie ein über 40 Meter hoher Kugelgasbehälter nun einmal ist, stellt sich die Frage: Behalten oder nicht? In Eil und in Höhenberg verschwanden solche Kugeln aus dem Ortsbild ohne, dass darum viel Aufhebens gemacht wurde.
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Nicht so in Ehrenfeld: Vielleicht liegt es am rasanten Wandel des Stadtteils, dem schon vieles Vertraute zum Opfer gefallen ist, dass gerade hier plötzlich eine graue Stahlkugel als identitätsstiftendes Wahrzeichen gilt. Wie auch immer eine neue Nutzung aussähe. Sie wäre teuer und der Aufwand gemessen an dem, zu was die Kugel überhaupt noch taugt, nicht zu rechtfertigen.Man könnte allerdings prüfen, ob sich nicht nach der Demontage das Grundgerüst oder Reste der runden Stahlform für eine kunstvolle Erinnerung an die Industriegeschichte nutzen ließen. Kaum denkbar, dass es dafür im Kreativ-Viertel Ehrenfeld keine Ideen geben sollte.



