Die KG Schüsse Tring feierte am Brunnen, der an ihre Namensgeberin erinnert, gleich mehrere Anlässe, die mit Kölns magischer Zahl elf zu tun haben, aber auch ihr 125-Jähriges.
KG Schnüsse TringOssendorfer Karnevalisten feiern Jubiläum mit Fackelzug

Großer Zapfenstreich: Am Schnüsse-Tring-Brunnen wurde Achim Kaschny mit Musik verabschiedet und zum Ehrenpräsidenten ernannt.
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Die Anwohner und Passanten wunderten sich nicht schlecht: Etwa 200 Karnevalisten, viele in grün-gelber Montur, hatten sich am frühen Dienstagabend auf dem Joseph-Roesberg-Platz versammelt. Anlässlich ihres runden Jubiläums feierte die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“ mit Fackeln, bester Laune und gleich zwei Musikzügen den Auftakt der Session an ihrem Ursprungsort: Gegenüber, im Restaurant Vogel „Ossendorfer Hof“, hatten einige Ossendorfer Honoratioren die Karnevalsgesellschaft am 13. Januar 1901 gegründet, nach einem Kartenspiel.

Der langjährige Präsident der Traditionsgesellschaft Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“, Ahcim Kaschny wurde mit einem Karnevalistischen Zapfenstreich geehrt.
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Durchaus modern und divers gestimmt benannten die Herren ihre neue Gesellschaft nach einer selbstbewussten Ossendorfer Magd. Denn jene Katharina war, wie Markus Richert, Pressesprecher der KG, amüsiert bemerkte, um 1850 herum wie eine frühe Gewerkschafterin aufgetreten und hatte Arbeitnehmerrechte eingefordert - einen freien halben Sonntag etwa, oder die Erlaubnis zu Männerbesuch in ihren Räumen. Schon 1859 widmete der Texter und Komponist Joseph Roesberg dem Dienstmädchen, das kein Blatt vor den Mund nahm, das karnevalistische „Schnüsse-Tring-Lied“. Anfang des 20. Jahrhunderts war es noch sehr populär, 1982 bekam die Magd sogar einen eigenen Brunnen auf dem Roesberg-Platz.
Schnüsse Tring ist die elftälteste Karnevalsgesellschaft Kölns
Die Karnevalsgesellschaft, die ihren Namen trägt, ist auch einer kölschen Zahl verpflichtet: Sie gilt als elftälteste KG der Stadt, hat die elftmeisten Mitglieder – rund 400 an der Zahl – und konnte am Schnüsse-Tring-Brunnen mit Dirk Königs ihren neuen, insgesamt elften Präsidenten vorstellen. Königs, Bauer des Kölner Dreigestirns von 2013, hat kürzlich das Amt von Achim Kaschny übernommen, den er mit einer kleinen Zeremonie am Ort der Gründung zum Ehrenpräsidenten von „Schnüsse Tring“ ernannte. Kaschny hatte 17 Jahre lang die Geschicke der Gesellschaft erfolgreich geleitet und nahm seine Ehrenpräsidentenmütze sichtlich bewegt entgegen. Zu seinen Ehren intonierten die Musikfreunde Rot-Gold Köln und das Tambour-Korps Rot-Weiß Kleineichen am Brunnen gemeinsam den „Karnevalistischen Großen Zapfenstreich“.
Als seine dringendste Aufgabe sieht Dirk Königs nun die Suche nach einem neuen Domizil für „Schnüsse Tring“ an, einen Ort, an dem auch Platz für das Archiv der KG ist, und wo die Jugendtanzgruppe und die Große Tanzgruppe der „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ Platz zum Trainieren haben. Aber nun steht erst einmal die Session an, und weil es den „Ossendorfer Hof“ nicht mehr gibt, traten die Jecken mit musikalischer Begleitung den Fackelzug nach Bickendorf an, zum Brauhaus Zimmermanns. Dort wurde der 125. Geburtstag bis in den späten Abend ausgiebig gefeiert. Einige der Beteiligten munkelten schon von einer „Neuen Tradition“.

