Ein starkes Signal für mehr Optimismus und Vertrauen in unsere Pänz – so könnte man das Motto des 35. Weltkindertages am Sonntag in Köln deuten: „Starke Kinder, starke Zukunft“ – gerade in unruhigen Zeiten steht die jüngste Generation für Hoffnung in der Gesellschaft.
Die Bedeutung des Tages unterstrich unter anderem Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) in einem Statement: „Mit dem Fest zum Weltkindertag machen wir in Köln in diesem Jahr bereits zum 35. Mal auf die Rechte und Belange von Kindern und Jugendlichen aufmerksam“, sagte er. „Das Weltkindertagsfest soll allen großen und kleinen Gästen Freude bereiten und gleichzeitig daran erinnern, wie wichtig die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Kinderrechte sind. Wir Erwachsenen müssen Kinder ernst nehmen, sie beteiligen und ihre Entwicklung bestmöglich unterstützen.“
Cat Ballou als Botschafter
Schon mittags gab es eine gute Stimmung auf der „Kinder stark machen“-Bühne des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, mit Kindertanzgruppen sowie Artisten und Artistinnen des Kölner Spielecircus. Ein paar Meter weiter sorgten Cat Ballou als Botschafter des Weltkindertags am Mittag für ein fröhliches Konzert, bevor am frühen Abend Planschemalöör für einen ebenso ausgelassenen Abschluss des Weltkindertags sorgten.
Zwischendrin bewegten sich tausende Pänz mit ihren Eltern und Freunden an mehr als 100 bunten Ständen, übten sich im Dosenwerfen, wurden geschminkt oder bissen in einen Berg Zuckerwatte. Die Freiwillige Feuerwehr Köln stellte einen ihrer Löschwagen zur Erkundung zur Verfügung, und die Worringer Feuerwehr überließ den Kindern für einen Tag ihre Wasserschläuche.
Freifahrt im Nahverkehr
Mit den zahlreichen Aktionen und Spielen sollte vor allem den Kindern und ihren Rechten Beachtung geschenkt werden – allzu oft spielen sie in der Gesellschaft nur eine Nebenrolle, und müssen sich hinter den Erwachsenen hintenanstellen. Diesmal war es anders: Am Wochenende gab es freie Fahrt für die Pänz, Kinder bis einschließlich 14 Jahre konnten im VRS-Netz alle Nahverkehrsmittel gratis nutzen, am Sonntag sogar in ganz NRW gratis mit dem ÖPNV fahren.
Viel wichtiger jedoch erschien am Weltkindertag, dass den Wünschen und Sorgen der jungen Menschen Gehör geschenkt wurde: In einer „Demokratiekuppel“ auf dem Harry-Blum-Platz diskutierten ab Mittag jugendpolitische Vertreter aus Köln, anschließend fand ein offener Austausch zum Thema „Mentale Gesundheit bei Schülerinnen und Schülern“ statt. Die in diesem Monat veröffentlichte Pisa-Studie zeigt einen starken Zusammenhang zwischen Schülerleistungen und einer zunehmenden Belastung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Die Beschäftigung mit der Thematik finden auch Schülerinnen wichtig: Luna (15) und Clarie (16) betonten am Sonntag im Rheinauhafen: „Wir wünschen uns, dass an Schulen noch mehr über mentale Gesundheit gesprochen wird. Gerade die psychischen Probleme der Kinder sowie Mobbing- und Gewalt wirken sich auf das Sozialleben und die Noten aus.“

Der Lucky-Kids-Chor singt beim Weltkindertag.
Copyright: Uwe Weiser
Auch NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) nahm sich am Sonntag Zeit, um mit Jugendlichen und Pänz vom Kinderrat Lino-Club zu sprechen. Der Kölner Jugendring war mit Spiel, Infos und Beratung ebenso vertreten wie ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste sowie der Verein Domspitzen, der sich seit über 25 Jahren für die Verbesserung der Lebensqualität von benachteiligten Kindern einsetzt. Insgesamt waren mehr als 70 Vereine, Institutionen und Organisationen aus der Region vertreten.
Veranstalter waren Stadt, das Deutsche Komitee für Unicef, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, der Kölner Kinderschutzbund, der Kölner Jugendring, das Soziale Zentrum Lino-Club, die DEVK und Zwo zwo eins Konzept. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von „wie helfen“, der Aktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“ für Kinder und Jugendliche in Not.
Am Ende stand der Spaß der Kinder im Vordergrund: Unter anderem kam ein überdimensionales Hänneschen vom gleichnamigen Theater vorbei: „Ist der riesig!“, staunte Lea (9) über die kölsche Theaterlegende, während sie mit Mama Vanessa Heintz das Jonglieren übte. Beide wollen im nächsten Jahr wiederkommen: „Hier sind wir endlich mal genauso wichtig wie die Erwachsenen“, sagte die Grundschülerin. „Und ich wünsche mir, dass das länger so bleibt.“

