Gewagter HumorKölner Schauspielerin Maike Jüttendonk für Fernsehpreis nominiert

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Maike Jüttendonk in ihrer Rolle in dem ZDF-Film „Ein Sommer in Südtirol“

Maike Jüttendonk in ihrer Rolle in dem ZDF-Film „Ein Sommer in Südtirol“

Köln – „Seit zwei, drei Jahren darf ich vermehrt wunderbare Rollen spielen und in tollen Produktionen mitwirken. So kann es gerne weitergehen“, sagt Schauspielerin Maike Jüttendonk (34).

Die gebürtige Kölnerin, die seit dreieinhalb Jahren in Berlin am Prenzlauer Berg lebt, spielt die Hauptrolle in dem ZDF-Fernsehfilm „Ein Sommer in Südtirol“, der am 19. September (Sonntag, 20.15 Uhr) ausgestrahlt wird. Zudem zählt sie zum Ensemble der Krimi-Comedy-Serie „Keine besonderen Vorkommnisse“, die gerade in der Kategorie Comedy für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde. Zu Recht? „Ich finde schon. Alleine wegen der tollen Kollegen, die richtig lustig sind. Da erlauben wir uns einen sehr gewagten Humor, aber das ist gerade der Reiz der Serie, dass wir Grenzen ausloten.“

Mit Annette Frier Verbrecher jagen

In den Dialogen geht es manchmal recht schlüpfrig, manchmal auch leicht peinlich zu. Jürgen Vogel und Serkan Kaya spielen zwei Kommissare die im Hamburger Hafen in einem Dienstwagen sitzen und zwei Kriminelle in einer Lagerhalle observieren, die von Denis Moschitto und Rocko Schamoni dargestellt werden, während Jüttendonk an der Seite von Annette Frier als Polizistinnen in Uniform in der Leitstelle sitzen. „Die Zusammenarbeit mit Annette Frier war einfach großartig. Sie ist unfassbar witzig und eine tolle Kollegin.“ In Episodenrollen machten in der ersten Staffel, die ab Februar bei TV-Now gesendet wurde, auch Andrea Sawatzki und Christina Große, Daniel Zillmann und Carl Josef Statnik mit.

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Jüttendonk als Polizistin mit Annette Frier (r.) in „Keine besonderen Vorkommnisse“

Jüttendonk als Polizistin mit Annette Frier (r.) in „Keine besonderen Vorkommnisse“

Eine zweite Staffel ist bereits abgedreht, ein Sendetermin im Herbst noch offen. In Hamburg, wo die Serie offiziell angesiedelt ist, wurden nur einige Außenaufnahmen produziert. Die Studio-Drehs mit dem ebenfalls aus Köln stammenden Regisseur Lutz Heineking (Jüttendonk: „Mit ihm hatte ich unter anderem auch schon für die von ihm entwickelte Serie »Andere Eltern« zusammenarbeiten dürfen“) fanden im Kölner Süden statt. So war die Schauspielerin mal wieder in ihrem Geburtsort.

Immer wieder gerne in Köln

Aufgewachsen ist sie in Widdersdorf. „Bevor dort so viel gebaut wurde. Als es noch ein richtiges Dörfchen war.“ Dort hatte sie die Grundschule besucht, dann die Realschule in Vogelsang. Abitur machte sie am Abtei-Gymnasium in Brauweiler, ehe es im Jahr 2008 zum Schauspielstudium nach Hannover ging. „Das war auch die Gelegenheit, mal aus Köln, wo ich ja schon Vieles kannte, rauszukommen.“

Nach Engagements an Theatern in Münster und Bonn wohnte sie – bevor es in die Bundeshauptstadt ging – noch mal ein knappes Jahr in Nippes und Ehrenfeld. Könnte man dort nicht auch leben? „Da bin ich immer wieder gerne. Vielleicht gewinnt Köln ja am Ende, denn gegen die Stadt sprich eigentlich nichts. Das ist mein Zuhause, meine Heimat. In Köln und dem Umland wohnt meine Familie. In Berlin lebt aber der Großteil meiner Freunde.“

Dreharbeiten wie Urlaub

Zum Arbeiten ist sie mittlerweile doch häufiger mal hier. So für Hörspiel-Produktionen beim WDR oder auch fürs verschiedene Film-Dreharbeiten. „Bis Ende Mai haben wir sechs Folgen für die Thriller-Serie »Gefährliche Nähe« gedreht, die demnächst bei TV-Now gezeigt werden soll. Da haben die Kollegen und ich im Belgischen Viertel gewohnt und uns sehr wohl gefühlt.“

Für den ZDF-Film „Ein Sommer in Südtirol“ reiste sie jedoch an die Original-Schauplätze. „Gedreht haben wir in Bozen, Kaltern, Meran und der Umgebung. Das war wie Urlaub“, erzählt sie. „Ich kannte die Region ja aus früheren Familienurlauben. Da bin ich als Kind mit meinen Eltern und Geschwistern viel gewandert. Es ist schon etwas Besonderes, dass man da arbeiten darf.“

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Jüttendonk spielt die studierte Kellermeisterin Franziska, die nach langer Zeit auf das elterliche Weingut zurückkehrt, in das sie eigentlich nie wieder einen Fuß setzen wollte, und feststellt, dass es immer noch die alten Fronten zwischen Italienern und Deutsch-Tirolern gibt. Da ihr erzkonservativer Vater Josef (gespielt von Harald Krassnitzer) jedoch durch einen Autounfall außer Gefecht gesetzt ist, eilt sie ihrer Mutter Theresa (Julia Stemberger) zur Hilfe – immerhin steht die Weinlese kurz bevor und jede Hand wird gebraucht.

Für reichlich Verwicklungen sorgt ihre aufkeimende Liebe zu Marco Antonelli (Sami Loris) , dem italienischen Arzt ihres Vaters sowie die Versuche, das Weingut zu verpachten. Als Interessenten steigen ausgerechnet die Antonellis ein, die von Franzis Eltern rigoros abgelehnt werden. Ein normaler Umgang zwischen den beiden Familien scheint nicht möglich. Oder doch?

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