Köln – Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die im Verdacht stehen, Säureanschläge im Großbordell Pascha in der Hornstraße verübt und den Geschäftsführer des Etablissements bedroht zu haben. „Der Vorwurf lautet auf versuchte räuberische Erpressung“, bestätigte Marcus Strunk, Sprecher des Amtsgerichts, auf Anfrage.
Der 33 Jahre alte Norbert K. und der 39 Jahre alte Christian W. sollen im Rahmen eines Abendessens in einem Steakhaus in der City 100.000 Euro von Pascha-Boss Hermann Müller gefordert und ihm mit dem Tod gedroht haben, sollte er nicht zahlen. Zudem hätten sie Anschläge mit Buttersäure eingeräumt und weitere taten angekündigt.
Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Es sei bei dem Gespräch vielmehr um eine im Raum stehende Abfindungszahlung für Norbert K. gegangen. K. war als Security-Mitarbeiter in dem Bordell tätig und war gefeuert worden. Vor dem Arbeitsgericht streitet er sich derzeit mit seinem ehemaligen Arbeitgeber um 100.000 Euro. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.
Drohungen nach Plakataktion
Für Aufsehen hatten vor einigen Wochen private Fahndungsplakate gesorgt, die der Pascha-Geschäftsführer in Köln und im Umland anbringen ließ. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet hatte, wurden darauf 30.000 Euro Belohnung für die Ergreifung der beiden „Erpresser“ ausgelobt, die mit ihrem vollen Namen und Fotos abgebildet waren. Das Landgericht hatte die Plakate Anfang Juli durch eine einstweilige Anordnung untersagt, das Pascha gegen diese Entscheidung allerdings Widerspruch eingelegt.
Christian W. hatte darüber geklagt, dass er nach der Plakataktion vor seinem Haus von Fremden bedroht worden sei. Vor gut zwei Wochen ging das Auto des 39-jährigen Bornheimers in Flammen auf. Die Kripo Bonn ermittelt, ob es einen Zusammenhang mit dem Pascha-Zoff gibt. Eine heiße Spur auf die Brandstifter gibt es derzeit nicht.

