Die Hitze am Donnerstag und Freitag macht Unterricht in vielen Kölner Schulgebäuden schwierig: Das bedeutet an den meisten Schulen Kurzunterricht.
Über 36 Grad im KlassenzimmerHitzefrei an Kölner Schulen – was das genau bedeutet

In Köln entscheidet die Schulleitung über Hitzefrei (Symbolbild).
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Viele Kölner Schülerinnen und Schüler haben am heutigen Donnerstag, 18. Juni, und am morgigen Freitag hitzefrei. Der Wetterbericht sagt für Köln mehr als 30 Grad an beiden Tagen voraus. Hitzefrei an Kölner Schulen bedeutet meist allerdings nicht, dass gar kein Unterricht stattfindet, sondern, dass durch Kurzstunden früher frei ist.
In NRW entscheiden die einzelnen Schulen selbst, ob sie hitzefrei geben, es gibt keine stadtweite Ansage. Ab einer Raumtemperatur von 27 Grad darf die Schulleitung sich dafür entscheiden.
Die Leitung der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Chorweiler gab zum Beispiel schon am Dienstag bekannt, dass sowohl am Donnerstag als auch am Freitag nur zwischen 8 Uhr und bis spätestens 13.30 Uhr in Kurzstunden unterrichtet wird. Das bedeutet jeweils circa eine halbe Stunde pro Fach und je nach Stufe nur vier bis sechs Fächer oder Kurse am Tag.
Kinder bis zur sechsten Klasse dürfen nur nach Absprache mit Eltern früher heim
Auch das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Nippes wechselt an beiden Tagen in sein Kurzstundenraster. Wer darauf gesetzt hat, für anstehende Klassenarbeiten noch unverhofft ein paar Tage mehr lernen zu können, wird aber enttäuscht sein: Die Schule weist in einem Schreiben an die Eltern ausdrücklich darauf hin, dass angesetzte Prüfungen wie geplant stattfinden.
Die Kaiserin-Theophanu-Schule in Kalk verändert nur für Freitag ihren Unterrichtsplan, rechnet dann aber mit Temperaturen von über 36 Grad in den Klassenräumen und gibt deshalb den Klassen fünf bis zehn nach der fünften Stunde frei. Die Oberstufe wird ab der sechsten Stunde in Kurzstunden unterrichtet.
Auch zum Beispiel die beiden Grundschulen in der Garthestraße in Riehl, die Ottfried-Preußler-Schule und die Gemeinschaftsgrundschule, lassen den Unterricht Donnerstag wie Freitag bereits vor der Mittagshitze enden, schon um 11.45 Uhr. In den unteren Klassen, bis einschließlich zur sechsten, dürfen die Kinder aber nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss nach Hause geschickt werden und müssen sonst vor Ort bis Schulschluss in einer Notbetreuung beaufsichtigt werden. Dafür müssen Eltern die Kinder in der Regel vorher anmelden.
Zunehmend Tage, an denen es für Unterricht zu heiß ist
Können Eltern etwa wegen ihres Jobs ihre Kinder also nicht früher abholen, müssen sie trotzdem in den überhitzten Schulgebäuden warten. Es wird angesichts des Klimawandels zunehmend zu einem Problem, dass Schulgebäude auch in Köln oftmals schlecht gedämmt und nicht auf starke Hitze vorbereitet sind. Gerade nach den Sommerferien nimmt die Hitzeperiode bei uns zu, das ist ein Grund, wieso immer mehr Schulen statt komplett hitzefrei zu geben, an den heißen Tagen auf einen Kurzstundenplan umsteigen. Sonst würde zunehmend Unterricht ausfallen.
In den vergangenen Jahren hatten gerade nach frühem Sommerferienbeginn noch im Juni zum Schuljahresstart längere Hitzewellen mit tagelangem Hitzefrei für Unmut bei vielen Eltern wegen des Unterrichtsausfalls gesorgt. Gerade an den Grundschulen saßen dann die Kinder berufstätiger Eltern mehrere Tage in der Notbetreuung. Daher steht neben der besseren Ausstattung der Schulgebäude zunehmend politisch die Frage im Raum, ob angesichts des Klimawandels perspektivisch die Sommerferien verlegt werden sollten.
