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Spielzeuge und Sammlerstücke

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Rund 400 bis 500 Sammler kamen in die Stadthalle, um nach Spielzeug zu gucken.

Rund 400 bis 500 Sammler kamen in die Stadthalle, um nach Spielzeug zu gucken.

  • Modellspielzeugmarkt in Mülheim begeistert Raritäten-Jäger, Bastler und Familien

Mülheim – . Die Teststrecke mit den sieben Gleisen in den Spurweiten Z bis 0 ist gut befahren in der Stadthalle. Bei der Lok, die ein Besucher des Modellspielzeugmarktes ausprobieren möchte, fehlen die Haftreifen, kleine Ringe aus Gummi. Aber sie funktioniert. "Die Lok sitzt nur zu tief auf dem Gleis", stellt Veranstalter und Testgleisanlagenleiter Jürgen Hörner sofort fest. Die etwa zehn Zentimeter lange Lok ruckelt eher statt zu gleiten. Die Reifen könne man selbst gut aufziehen, meint der potenzielle Käufer und packt das Schienenfahrzeug vorsichtig zurück in den Karton. Bei der nächsten Lok wird ein Mangel an Öl diagnostiziert, aber auch sie fährt tadellos.

Schnäppchen und Raritäten

"Es ist die Mechanik, die begeistert", weiß Hörner, der selbst mit der Modellbahn aufgewachsen ist. Seine silberne Krawattennadel in Lokomotivform glänzt wie neu. Viermal im Jahr ist er mit dem "Adler-Spielzeugmarkt" in Mülheim, immer auch am Neujahrstag. 400 bis 500 Sammler und Jäger von Modellbahnen und -autos, Blechspielzeug, Puppen und Plüschtieren sind in Köln im Durchschnitt mit dabei. Bei rund 60 Ausstellern stöbern sie nach Schnäppchen und Raritäten. Feilschen, Tauschen und Handeln ist erlaubt. Am Ostermontag dominiert das Angebot an Modellbahnen. "Eine große Anzahl kauft nur für die Vitrine. Klassische »Stehrümchen«", weiß Hörner. Nicht so bei Familie Wilke. Bei Vater Stefan Wilkes Hobby basteln auch seine Frau und die kleinen Töchter mit. "Mein Vater hat mich an die Eisenbahn herangeführt und so mache ich es bei meinen Töchtern. Sie lernen spielerisch etwas über die Bewegung und die Technik, die mich auch selbst begeistert", sagt Wilke. Auf dem Markt hat er eine "Köf" erstanden. "Die Rangierlok habe ich gestern noch am Umschlagbahnhof Köln Eifeltor gesehen", sagt Wilke. Nicht nur zu Hause auf dem Dachboden ist er Lokführer, sondern auch im echten Leben Triebfahrzeugführer. Kinder sind auf dem Markt willkommen, aber junge Leute sind eher die Ausnahme. "Ich bin mal gespannt, ob der neue Jim-Knopf-Film die Modellbahn bei Kindern wieder beliebter macht", sagt Hörner. Dabei könnten die neuen Digitalbahnen mit Dampf und Geräuschen schon ziemlich viel. Allerdings bauten diejenigen, die analoge Anlagen hätten, diese selten auf digital um, weiß Hörner. "Die eingefleischten Analogfahrer setzen sich damit nicht auseinander", sagt er. Das älteste Modell auf dem Markt hat ein belgischer Verkäufer mitgebracht. Die gut erhaltene HR 700 von Märklin, Spurweite H0, ist von 1937. Für 1600 Euro bietet er sie zum Verkauf. "Man muss bedenken, dass die Lok tatsächlich ein Spielzeug war. Dafür ist sie in einem sehr guten Zustand", sagt der Verkäufer. Heute ist sie ein Sammlerstück.

Der nächste Spielzeugmarkt in der Stadthalle findet am 17. Juni statt. Eintritt: sechs Euro. Kinder bis 14 Jahren können kostenlos mit.

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