Die Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln sorgt nach einer Sanierung für Ärger bei Mietern wegen Mängeln und Missverständnissen. Faustgroße Löcher im Wandputz und anderes verärgern Bewohner.
Ärger nach SanierungNachbarn sind wütend auf Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke

Bei Vincenza Vella Terrazzino liegen die Nerven blank.
Copyright: Stefan Rahmann
Vincenza Vella Terrazzino ist wütend und verzweifelt. Und sie ist nicht allein. Birgit Lemaire und vielen weiteren Mietern der Wohnanlage an der Camberger Straße geht es genauso. Grund für die schlechte Stimmung ist eine Sanierung, nach der die Mieter ihre Wohnungen in „unzumutbaren“ Zuständen vorgefunden haben, so Terrazzino. Während der Sanierung ihrer Wohnungen haben die Mieter in leerstehenden Ersatzwohnungen in der Wohnanlage gelebt.
Eigentümerin der Siedlung ist die Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln mbH (WSK). Die hatte viel versprochen: „So entsteht an der Camberger Straße eine Sanierung, die nicht nur technisch überzeugt, sondern das gesamte Ensemble sichtbar aufwertet. Energieeffizienz, Materialqualität und architektonische Haltung verbinden sich zu einem Projekt, das die Gebäude nachhaltig stärkt – und den Menschen ein Zuhause bietet, das hell, modern und wertig wirkt.“
Faustgroße Löcher im Wandputz
Diese Ankündigung sorgt bei den Mietern mittlerweile für Hohn und verbittertes Gelächter. „Wir haben am 1. August den Schlüssel bekommen und sollten einziehen. Wir hatten faustgroße Löcher im Wandputz, die mit den Arbeiten nichts zu tun hatten“, sagt Terrazzino. „Wir haben neue Heizungsrohre bekommen. Die mussten durch Wände in Nachbarräume gelegt werden. Die Löcher rund um die Rohre hat man offen gelassen“, ergänzt Lemaire. Auf die Ummantelung der Rohre wartet sie bis heute. „Wie soll das gehen? Vor den Rohren stehen doch nach unserem Einzug die Schränke.“ Über den neuen Heizkörpern haben die Handwerker Maße auf die Tapete geschrieben. Die stehen da immer noch.

Ein faustgroßes Loch in einer verputzten Wand.
Copyright: Vincenza Vella Terrazzino
Doris Lindemann vom Stab Unternehmenskommunikation der Stadtwerke erklärt auf Anfrage, zur Versachlichung der Debatte beitragen zu wollen. „Die Modernisierungsarbeiten umfassen die technische Innenmodernisierung und Modernisierungsmaßnahmen im Außenbereich, unter anderem folgende Arbeiten: Sockelsanierung im Außenbereich, Erneuerung der Heizzentralen, energetische Modernisierung der Fassade.“ Eine „Abnahme“ der Arbeiten habe es nicht gegeben. Wohl habe man aber die beauftragten Fachfirmen „beprobt“. Die Arbeiten hätten sich auf den Abstellraum, das WC und das Bad beschränkt. In den anderen Räumen habe man die Heizkörper und deren Leitungen modernisiert. „Wenn es Mängel oder Restarbeiten gibt, die im Zuge der Modernisierungsarbeiten entstanden oder noch offengeblieben sind, werden diese selbstverständlich behoben.“ Birgit Lemaire ist sauer: „Das hätte doch passieren müssen, bevor wir mit unseren Möbeln kommen.“
Dazu Doris Lindemann: „Schäden am Hausrat oder der Wohnung der Mieter, die im Zuge des Umzuges entstehen, sind versichert und werden behoben. Gleiches gilt für eventuelle Folgen der Modernisierungsarbeiten. Dabei ist die Behebung von Mängeln und Abarbeitung von Restarbeiten erst nach Wiedereinzug sinnvoll, da auch während der Umzugsarbeiten Beschädigungen oder Verluste auftreten können.“ Die WSK-Sprecherin räumt Versäumnisse ein. Man habe in einigen Bereichen nachgesteuert. „So werden die modernisierten Wohnungen anstatt besenrein künftig nass gereinigt übergeben.“

Die Baustelle an der Camberger Straße
Copyright: Stefan Rahmann
Darüber hinaus werde man den Mietern kostenlose Waschmaschinenanschlüsse in den Küchen anbieten. Auch damit sind die Bewohner nicht glücklich: „Wir haben maßgefertigte Einbauküchen. Da passt eine Waschmaschine nicht rein“, erklärt Birgit Lemaire. Doris Lindemann bedauert die Beschwerden, die oft aus Missverständnissen entstünden, und kündigt an, dass die WSK den Austausch mit ihren Mietern intensivieren werden. Vincenza Vella Terrazzino traut der Sache nicht. „Wenn man bei denen mal jemanden ans Telefon bekommt, wird man abgefertigt.“ Eines ist Birgit Lemaire noch wichtig: „Hier wohnen fast ausschließlich Mitarbeiter der Stadtverwaltung und städtischer Gesellschaften. Wie die Leute von der WSK mit ihren Kollegen umgehen, das macht schon traurig.“
