In der Gemeinde Hürtgenwald wütet ein Waldbrand. Polizei und Feuerwehr aus Köln sind am Großeinsatz beteiligt. Alle Informationen im Liveblog.
Großer Waldbrand in NRWFeuer nur noch 200 Meter von Ortsteil entfernt
Großalarm in Nordrhein-Westfalen: Wegen eines Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald (Kreis Düren) musste ein Ortsteil evakuiert werden. Der Ortsteil Gey, in dem gut 1800 Menschen leben, müsse „sofort evakuiert“ werden, teilte die Gemeinde in der Eifel am frühen Freitagmorgen mit. Gegen 8 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Alle wichtigen Informationen zur Lage in Hürtgenwald finden Sie in unserem Liveblog.
Anwohner hilft mit Traktor: „Irgendwie die Heimat retten“
10.57 Uhr: Bei der Bekämpfung des Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald helfen auch Anwohner. „Das war Wahnsinn“, sagt der 31-jährige Patrick Koch, der für ein Tiefbauunternehmen arbeitet. „Noch nie erlebt so was. Und auch nie damit gerechnet, dass das hier direkt bei uns vor der Tür ist.“ Koch half in der Nacht, indem er mit seinem Traktor Wasser anlieferte.
Er habe überall Glutnester gesehen und „sehr viele Flammen“, berichtet Koch der Deutschen Presse-Agentur. Durch den Rauch gab es nur eingeschränkte Sicht. Alles, was man gesehen habe, seien die Rauschwaden und die lodernden Flammen gewesen. „Und dazwischen die Lichter der Traktoren und Feuerwehrautos.“
Seine Freundin habe zu Hause aus dem Fenster beobachten können, wie sich der Brand ausgebreitet habe. „Die hat sich natürlich Sorgen gemacht.“ Und er, wie hat er sich gefühlt? Er zuckt mit den Schultern. „Man macht einfach seine Arbeit und versucht zu helfen. Man will ja auch seine Heimat irgendwie retten.“
Betreuungsstellen für Anwohner verlegt
10.43 Uhr: Zwei Betreuungsstellen für Betroffene des Waldbrandes in Hürtgenwald werden verlegt. Es gebe eine starke Rauchentwicklung und Ascheaustrag, sagte Feuerwehrsprecher Peter Berndgen. Die bisherigen Anlaufstellen in einer Grundschule im Ortsteil Straß sowie einem nahen Sport- und Schützenheim im selben Ortsteil müssten deshalb geräumt werden, teilte der Kreis mit. Neue Anlaufstelle sei eine Förderschule in Düren. Betroffene würden dorthin gebracht.
Bundeswehr setzt Löschhubschrauber ein
10.33 Uhr: Die Bundeswehr setzt nun Löschhubschrauber gegen den Waldbrand in der Nordeifel ein. Dazu seien vormittags zunächst zwei Maschinen vom Typ NH-90 von Faßberg in Niedersachsen gestartet, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Berlin.
Die Transporthubschrauber sind mit einem sogenannten Bambi Bucket bestückt, einem faltbaren Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber. Mit jedem einzelnen Flug können damit 2000 Liter Löschwasser abgelassen werden.

Ein Helikopter der Bundespolizei landet im Bereitstellungsraum für den Waldbrand im Hürtgenwald. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.
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NRW-Landesregierung: Wälder nicht betreten
10.31 Uhr: Angesichts des großen Waldbrandes in Hürtgenwald und weiterer Brände in Nordrhein-Westfalen ruft die Landesregierung die Menschen dazu auf, Wälder nicht zu betreten.„Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden. Zudem sind die meisten Waldbrände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen“, erklärten die Minister für Inneres, Herbert Reul, und Landwirtschaft, Silke Gorißen (CDU), gemeinsam in Düsseldorf.
Die Landesregierung appelliert außerdem an die Bevölkerung, sich von den Bränden fernzuhalten, um die Löscharbeiten nicht zu behindern. Wer Rauch oder Feuer sieht, sollte sofort den Notruf 112 wählen.
Waldbrand nur noch 200 Meter von Gey entfernt
10.24 Uhr: Laut Angaben des WDR und der „Aachener Zeitung“ ist das Feuer nur noch 200 Meter von Gey entfernt. Das habe die Feuerwehr vor Ort bestätigt. Noch in der Nacht waren die Flammen 500 Meter von dem Dorf entfernt. Der gesamte Ort ist inzwischen evakuiert worden. Mittlerweile brennen rund 300 Hektar Wald – das entspricht in etwa 420 Fußballfeldern.

Bei Hürtgenwald (Kreis Düren) brennt der Wald.
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Hendrik Wüst dankt Einsatzkräften
10.17 Uhr: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den Einsatzkräften beim Waldbrand im Kreis Düren seinen Dank ausgesprochen. „Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen sind seit gestern Nachmittag im Hürtgenwald im Einsatz, viele von ihnen ohne Pause. Betroffen sind rund 1.800 Menschen im Ortsteil Gey. Den Einsatzkräften aus ganz NRW gilt mein großer Dank. Unser Land hält zusammen!“, schrieb Wüst auf der Plattform X.
„Dynamische“ Lage im Kreis Düren – Landwirte helfen
10.18 Uhr: „Die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren“, erklärte der Landkreis in Düren. Die Situation sei „dynamisch und abhängig von der Richtung des Windes“. Für die Betroffenen wurden Anlaufstellen in einer Grundschule und einem Sportheim eingerichtet. Evakuierte sollten nur das Nötigste mitnehmen. Der Kreis richtete einen Krisenstab ein.
Löschhubschrauber holten den Behörden zufolge Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. „Landwirte helfen und besorgen Wasser“, hieß es vom Kreis. Auch Forstarbeiter seien im Brandeinsatz.
A4: Sperrung der Ausfahrten Düren und Langerwehe
10.04 Uhr: Die Ausfahrten von der A4 in den Anschlussstellen Düren und Langerwehe sind ab sofort gesperrt, das teilt die Autobahn GmbH mit. Aufgrund des Waldbrandes in der Gemeinde Hürtgenwald werden die Ausfahrten als Rettungszufahrten für die Einsatzkräfte benötigt. Sowohl die A4 zwischen Düren und Langerwehe als auch die Auffahrten auf die A4 in den Anschlussstellen Düren und Langerwehe sind weiterhin geöffnet.

Flammen lodern bei einem Waldbrand im Hürtgenwald unweit des Ortsteils Gey. Mehrere Hundert Hektar Waldfläche stehen in Flammen.
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Kölner Polizei unterstützt bei Waldbrand im Kreis Düren
10 Uhr: Um die Feuerwehr bei den Löscharbeiten im Kreis Düren sowie der erforderlichen Evakuierung von Ortschaften zu unterstützen, koordiniert ein Einsatzstab der Polizei Köln seit den frühen Morgenstunden (14. August) die polizeilichen Maßnahmen.
Vier NRW-Wasserwerfer mit je zehntausend Litern Fassungsvermögen seien auf dem Weg zum Einsatzort, teilte die Kölner Polizei mit. Zudem sind zwei NRW-Polizeihubschrauber mit Löschwasser-Außenlastbehältern, sogenannten Bambi Buckets, im Einsatz.
Zwei weitere Hubschrauber, einer davon von der Bundespolizei, sind demnach dem polizeilichen Einsatzleiter Michael Esser unterstellt. Für Verkehrs- und Absperrmaßnahmen stehen den Angaben zufolge zudem zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei unter Leitung der Abteilungsführung der Polizei Köln zur Verfügung.

Rauch eines Waldbrandes steigt über dem Hürtgenwald auf.
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Feuerwehr setzt auf größere Hubschrauber
9.29 Uhr: Bei der Bekämpfung des Waldbrandes um Hürtgenwald setzt die Feuerwehr auf Hilfe aus der Luft. „Wir holen jetzt größere Hubschrauberkategorien“, sagte Peter Berndgen, Sprecher der Feuerwehr im Kreis Düren. Das seien Hubschrauber der Bundespolizei mit mehr Traglast. „Je mehr Wasser wir jetzt da reinbekommen, umso besser.“
Gleichzeitig erfolge die sogenannte mechanische Brandbekämpfung. „Wir fällen Bäume, wir bearbeiten den Boden, wir wässern den Boden. Das ist immer der klassische Ansatz dazu, Schneisen zu schlagen.“ In Hürtgenwald werde diese Arbeit allerdings dadurch erschwert, dass der Boden stark von Weltkriegsmunition belastet sei. In der Nacht war auf der Fläche bereits Munition hochgegangen, Explosionen waren zu hören, wie Berndgen weiter schilderte.

Ein Löschhubschrauber ist bei einem Waldbrand im Hürtgenwald im Einsatz.
Copyright: Jan Ohmen/dpa
Kölner Feuerwehr unterstützt bei Löscharbeiten
9.01 Uhr: Zur Bekämpfung des Waldbrandes in Hürtgenwald sind auch Kölner Feuerwehrleute im Einsatz. „Über die Bezirksregierung wurde die Feuerwehr Köln um Unterstützung bei den Löscharbeiten in Hürtgenwald gebeten“, teilte die Kölner Feuerwehr am späten Donnerstagabend bei Instagram mit. „Wir haben vor wenigen Minuten eine sogenannte Bereitschaft 3 mit 35 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen zur Einsatzstelle entsandt.“
Auch Einsatzkräfte aus Bergheim, Leverkusen und Bonn sind zur Unterstützung im Einsatz.
Munitionsbelastung erschwert Löscheinsatz
9.29 Uhr: Die Löscharbeiten des großen Waldbrandes in Hürtgenwald werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. „Das Gelände ist doch sehr schwierig und durch die hohe Munitionsbelastung können wir auch keine einzelnen Feuerwehrleute mit Löschrucksäcken reinschicken“, sagte Ralf Nolten (CDU), Landrat des Kreises Düren.

Flammen sind am Rand eines Waldwegs im Hürtgenwald zu sehen.
Copyright: Jan Ohmen/dpa
Bürgermeister: Hoffentlich keine weitere Evakuierung
9.05 Uhr: Vor dem Hintergrund der Evakuierung des Gemeindeteils Gey hofft Hürtgenwalds Bürgermeister Stephan Cranen, dass die Menschen aus dem benachbarten Ortsteil Großhau nicht auch in Sicherheit gebracht werden müssen. „Hoffen wir mal nicht“, sagte Cranen (parteilos) dazu am Morgen. Die Gemeinde Hürtgenwald sei von viel Wald umgeben. „Ich hatte schon immer Angst bei diesen Temperaturen, dass was passiert“, sagte Cranen weiter.
Die Menschen seien alle sehr verständig gewesen und der Aufforderung der Polizei gefolgt, ihre Häuser zu verlassen. Wer nicht gehen konnte, sei mit einem Rettungswagen abgeholt worden.
Alle Bewohner von Hürtgenwald-Gey in Sicherheit
8.37 Uhr: Die Evakuierung des Ortsteils Gey der Gemeinde Hürtgenwald ist abgeschlossen. Alle Bewohner hätten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren mit. In Gey leben rund 1.800 Menschen.
Die Warn-App Nina zeigt die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Nach Angaben der Gemeinde breite sich das Feuer weiter aus. Die Flammen seien nur noch weniger als 300 Meter von dem Ortsteil entfernt, sagte Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos).

Räumungspanzer der Bundeswehr stehen im Bereitstellungsraum zum Waldbrand im Hürtgenwald.
Copyright: Thomas Banneyer/dpa
Inzwischen stünden rund 300 Hektar Waldfläche in Flammen, teilte der Kreis weiter mit. Seit Ausbruch des Feuers seien rund 300 Kräfte im Einsatz. Die Bundeswehr sei mit zwei Panzern vor Ort, drei Löschhubschrauber sollen den Einsatz aus der Luft unterstützen.
Hubschrauber hilft bei Waldbrand nahe Hürtgenwald
7.20 Uhr: Mindestens ein Hubschrauber soll die Feuerwehr beim Löschen des Waldbrandes nahe Hürtgenwald unterstützen. Die Hilfe sei angefordert, sagte die Sprecherin des Kreises Düren. Feuerwehrleute versuchen zu verhindern, dass die Flammen den Ort erreichen.
Bereits am Donnerstag hatte ein Hubschrauber über dem Wald Löschwasser abgeworfen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mit Einbruch der Dunkelheit konnte der Pilot aber nicht mehr fliegen.
Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen Waldbränden und dem Klimawandel?
Waldbrand bei Hürtgenwald – Krisenstab einberufen
6.25 Uhr: Weil sich ein Waldbrand immer weiter auf die Gemeinde Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen zubewegt, ist der Krisenstab des Kreises Düren einberufen worden. Das sagte eine Sprecherin des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Der Krisenstab werde nun die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen besprechen. Am frühen Morgen hat die Evakuierung des Ortsteils Gey begonnen, in dem gut 1.800 Menschen leben.
Großer Waldbrand in NRW ausgebrochen
5.57 Uhr: Nur wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt wütet bei Hürtgenwald (Kreis Düren) ein Waldbrand. Insgesamt stehen laut der Gemeinde rund 25 Hektar in Flammen. Das entspricht einer Fläche von etwa 35 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“.
Wegen des Brandes warnt die Gemeinde die Bevölkerung: Menschen sollen die Bereiche Kleinhau, Gey und die L25 meiden. Die B399, die entlang des betroffenen Waldstücks verläuft, ist zudem für den Verkehr gesperrt.
Der Waldbrand breitet sich aus, bewegt sich auf den kleinen Ortsteil zu. Die Gemeinde appellierte: „Nehmen Sie nur die nötigsten persönlichen Gegenstände mit!“ Eine Anlaufstelle für die Betroffenen wurde in einer Grundschule eingerichtet. (iri/mbr/das/dpa/afp)

