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Neue AdresseDie Feuerwache Rodenkirchen weiht ihr Gebäude an der Sürther Straße ein

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Drei Feuerwehrfahrzeuge stehen nebeneinander in dem neuen Gebäude der Feuerwache Rodenkirchen.

Drei Fahrzeuge sind bei der Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr einsatzbereit.

Die neue Feuerwache in Rodenkirchen wird am Samstag, 5. September, eingeweiht. Besucher können Gebäude und Fahrzeuge besichtigen.

Für die Freiwillige Feuerwehr in Rodenkirchen beginnt ein neues Kapitel: Die im Jahr 1880 gegründete Löschgruppe hat ihren bisherigen Standort an der Schillingsrotter Straße 36 verlassen und ihr neues Gerätehaus, an der Sürther Straße 197 bezogen. In den vergangenen zwei Jahren ist dort ein moderner Feuerwehrstandort entstanden, der eine Rettungswache der Berufsfeuerwehr, sowie das neue Gerätehaus der Löschgruppe Rodenkirchen vereint. 

Der Betrieb läuft schon seit dem 17. August. Im Gegensatz zur  Berufsfeuerwehr, die 24 Stunden vor Ort ist, sind die Freiwilligen der Löschgruppe nur bei den Einsätzen dabei. Ob Feuerwehr oder Berufsfeuerwehr. Beide verstehen sich als Einheit. „In Köln gilt das System: schneller, verstärkend oder spezieller“, sagt Yannik Breuer von Baczko, 2. stellvertretender Löschgruppenführer. Neben dem neuen Standort bleiben der Rettungsdienst und die Berufsfeuerwehr in Marienburg erhalten. Schneller in den Vororten im Süden sein zu können, war eine Entscheidung für den Standort.

Ein junger Mann mit Brille und kurzen Haaren steht vor dem Feuerwehrgebäude.

Yannik Breuer von Baczko, der zweite stellvertretende Löschgruppenführer, führt durch das neue Gebäude.

Für den Laien sei es allerdings nicht erkennbar, ob die Berufsfeuerwehr oder die Freiwillige Feuerwehr ausrücke. Deshalb steht die Qualität der Ausbildung auch an erster Stelle, die mit Fortbildungen ausgebaut und mit externen Dozenten attraktiv gestaltet wird, um auf den Einsatzdienst gut vorbereitet zu sein. „Topfit, das ist unser Anspruch, und dass man sich auf das Team verlassen kann, dem einen Ziel verschrieben: gute Unterstützung als Teil der Feuerwehr Köln.“ Jeder bringt eine unterschiedliche Expertise aus seinem Erfahrungsschatz mit, doch tagtäglich sind es mehrere Stunden Ehrenamtsarbeit, gerade jetzt, wo das neue Gebäude noch eingeräumt wird.

Getrennte Umkleiden für Männer und Frauen in der neuen Feuerwache

Am alten Standort wurde sich noch hinter den Fahrzeugen umgezogen. Jetzt gibt es sogenannte Weißbereiche, Umkleidekabinen, erstmalig getrennt für die weiblichen und männlichen Einsatzkräfte. Derzeit sind vier von 54 freiwilligen Helfern Frauen. Der neue Fuhrpark folgt dem neuesten technischen Standard, verfügt über eine ordentliche Absauganlage und bietet viel mehr Platz. 

Auf einer Terrasse steht ein Tisch mit Stühlen und Sonnenschirmen.

Es gibt auch eine Terrasse.

Drei Großfahrzeuge werden jeweils mit 1000 Litern Wasser für den Anfang mitgeführt. Die Fahrzeuge sind geländegängig und verfügen über viel Schlauchmaterial, das schnell abgeladen werden kann – die Wasserversorgung über lange Strecken gehört zu den Spezialaufgaben. Zukünftig soll der Fuhrpark um ein Hilfleistungslöschfahrzeug (mit hydraulischem Rettungsgerät) als kölnweitem Standard ergänzt werden.

Viele Chemiefirmen in Köln bilden ein permanentes Gefahrenpotenzial

Zu 107 Einsätzen ist die Freiwillige Feuerwehr bisher in diesem Jahr ausgerückt. Der größte Außeneinsatz war die Unterstützung der Kollegen im Hürtgenwald, der erst vor zwei Wochen gelöscht wurde. Auf Stadtgebiet lautet die Vorgabe: acht Minuten bis zum Einsatz. Die Rodenkirchener Truppe ist meist schneller. Köln hat auf dem Stadtgebiet ein großes Gefahrenpotenzial, auch durch die ansässige Petrochemie, Ineos, an der Neusser Landstraße, die Shell Energy und die LyondellBasell in Godorf.

Über der Einsatzhalle ist auf der ersten Etage die Verwaltung der Rettungswache untergebracht, im zweiten Stock findet das Verwaltungsleben der Freiwilligen Feuerwehr statt. Ein Büro für die Einsatznachbereitung, eine jetzt schon gern angenommene Terrasse für Besprechungen und gesellige Zusammenkünfte, ein großer Vortragsraum, Küche, sanitäre Anlagen und je ein Raum für die Kinderfeuerwehr und die Jugend.

Die Kinderfeuerwehr, mit Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, ist eine von insgesamt dreien im Stadtgebiet. Mit zehn Jahren können Interessierte in die Jugendfeuerwehr wechseln, die 1991 gegründet wurde. Neben Feuerwehrtechnik, Sport und Events, stehen Teamwork und Action, aber auch gemeinsame Zeltlager auf dem Programm. Jeden Mittwoch, von 17.30 bis 19.30 Uhr, ist Treff.

Für Erwachsene, die mitmachen wollen, ist eine gute körperliche und geistige Fitness Voraussetzung. Eine Grundausbildung an der Feuerwehrschule der Stadt ist nebenberuflich in zwei Jahren möglich. Breuer von Baczko ist promovierter Jurist an der Universität zu Köln. „Das Schöne ist, dass hier alle alles können und alles machen.“ 

Baubeginn war im Juli 2024. Die Stadt als Bauherrin konnte ihr veranschlagtes Budget von 16 Millionen Euro sicher einhalten. Nach Aussage einer städtischen Sprecherin wird voraussichtlich 500.000 Euro unter Budget abgeschlossen. Die Schlussrechnungen stehen noch aus. 


Am Samstag, 5. September, lädt der Förderverein Freiwillige Feuerwehr Köln-Rodenkirchen ein. Nach der feierlichen Einweihung um 12 Uhr öffnet die Feuerwehr ihr neues Gebäude zum Tag der offenen Tür, bis 16 Uhr, mit Führungen und Möglichkeiten, mit der Mannschaft ins Gespräch zu kommen. Der Tag markiert zugleich einen personellen Wechsel: Nach 18 Jahren an der Spitze der Löschgruppe übergibt Brandoberinspektorin Katja Radnai die Leitung an ihren bisherigen ersten Stellvertreter und Brandoberinspektor, Tobias Schmickler.