Beim 11. Deutschen Kinder-Theater-Fest in Köln zeigen machen Kinder Theater für Kinder in sechs Inszenierungen.
Kinder-Theaterfest LatibulIn diesem Rathaus gestalten Kinder die Welt

Unter dem Motto „Auf nach Utopia!“ kommen Kinder-Theatergruppen aus ganz Deutschland nach Köln.
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In einem Stück springen Kinder in einem Einkaufszentrum über Schatten und kämpfen gegen ein Monster. In einem anderen wirft die Entdeckung einer toten Fliege Fragen rund um das Ende des Lebens auf. Und in einem dritten stürzen Amphibien in einen dunklen Schacht und machen einander mit Erinnerungen an ihr früheres Leben in Freiheit Mut. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt in den sechs Produktionen, die zum 11. Deutschen Kinder-Theater-Fest eingeladen worden sind. Am Donnerstag ist es in Riehl auf dem Areal von Latibul eröffnet worden, dem Theater- und Zirkuspädagogischen Zentrum Köln, das zusammen mit dem Bundesverband Theaterpädagogik als Veranstalter auftritt. „Auf nach Utopia!“ lautet das Motto.
Als einziges bundesweites Treffen zeigt das Festival, das seit 2004 alle zwei Jahre an einem anderen Ort stattfindet, Inszenierungen mit Kindern für Kinder. Es will sowohl den künstlerischen Wert von Kindertheater sichtbar machen als auch die Vielfalt von Themen, methodischen Ansätzen und Spielformen. Eine zwölfköpfige, zu gleichen Teilen mit Kindern und Erwachsenen besetzte Jury hat aus über 40 Bewerbungen die Inszenierungen ausgewählt, die bis zum Sonntag zu sehen sind. Zwei davon sind in den Stadttheatern von Düsseldorf und Oldenburg entstanden. Hinzu kommen ein Schultheaterstück von gehörlosen Kindern aus Erfurt, eine musikalische Interpretation des Wohnraummangels aus Berlin, eine humorvolle Bearbeitung der Themen Tod und Trauer aus Nürnberg sowie eine Theaterzirkusproduktion aus Herzogenrath.
Rotkäppchen in Gebärdensprache
Das Begleitprogramm besteht aus Workshops, Mitmachaktionen und Befragungen. Zentrum der Festivals ist ein utopisches Rathaus, in dem die Jungen und Mädchen von Tag zu Tag ihr Zusammenleben aushandeln können. Zu den weiteren Einrichtungen zählen eine Boutique, in der man sich mit Kostümen und Accessoires in eine andere Person verwandeln kann, ein Marktplatz, eine Werkstatt und ein Spa. Ergänzt wird das Festival durch einen Fachaustausch.

Gesang, Akrobatik-Nummern des Kölner Jugendzirkus Wibbelstetz und ein Auftritt der Trommlergruppe Maracatu Colônia lockerten das Eröffnungsprogramm auf.
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Gesang, Akrobatik-Nummern des Kölner Jugendzirkus Wibbelstetz und ein Auftritt der Trommlergruppe Maracatu Colônia lockerten das Eröffnungsprogramm auf. „Ihr habt die Kraft zu erleben, dass die Welt um euch herum nicht einfach so passiert, sondern dass ihr sie mitbestimmen und gestalten könnt“, sagte Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend. Kindertheater gehöre genauso zu einer „solidarischen Kulturstadt“ wie die „großen Häuser“, das heißt die städtischen Bühnen, die am selben Tag wiedereröffnet wurden.
Etwas näher ging sie auf den Beitrag der Theater-AG der Schule am Südpark in Erfurt ein. Dessen Besonderheit ist, dass das Märchen vom Rotkäppchen vorwiegend in deutscher Gebärdensprache erzählt wird. „Gemeinsames Theaterspielen heißt nicht nur, künstlerisch-kreativ tätig zu ein, sondern es weckt Neugierde, hilft, Hemmungen zu überwinden, und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“, sagte Lorenz Bahr, Staatssekretär der NRW-Landesregierung. Von Thomas Bosch, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das das Festival unterstützt, war zu hören: „Wer sich eine andere Welt ausdenken kann, der traut sich später auch, die Welt wirklich zu verändern“.
