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Hoher Krankenstand1500 Mitarbeiter fehlen in der Kölner Stadtverwaltung – jeden Tag

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Stadthaus Deutz

Köln – Durchschnittlich rund 1500 Mitarbeiter der Stadtverwaltung fehlen jeden Tag im Dienst. Die Zahl beschreibt nicht den aktuellen Notstand, der sich aus den Folgen der derzeitigen Grippe- und Erkältungswellen ergibt. Es ist der Durchschnittswert, der sich nach den Krankmeldungen des vergangenen Jahres errechnet. Die Krankenquote in der Kölner Stadtverwaltung hat nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeiger ein neues Rekordhoch erreicht: Sie stieg auf 8,51 Prozent.

Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt weist für alle Unternehmen in Deutschland im Jahr 2016 eine durchschnittliche Krankenquote von 4,3 Prozent aus. Für 2017 liegen noch keine Zahlen vor. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung nennt für das dritte Quartal 2017 eine Quote von 3,83 Prozent. Wie auch immer die Zahl für 2017 exakt ausfallen wird: Die Quote in der Kölner Verwaltung ist ungefähr doppelt so hoch.

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Etwas weniger dramatisch erscheint die Kölner Zahl, wenn man sie mit denen anderer öffentlicher Verwaltungen vergleicht: In Düsseldorf geht man davon aus, dass die Krankenquote 2017 knapp über 8 Prozent liegen wird. In München nähert man sich der neun Prozent-Marke. Die hat man in Hamburg bereits 2016 erreicht.

Mangelhafte Mitarbeiterführung

Wie auch immer man vergleicht, die Kölner Zahl ist „nicht befriedigend“, wie es Stadtdirektor Stephan Keller (CDU) sagt. Seit 2007 würde die Zahl der Krankmeldungen kontinuierlich ansteigen. „Das sollte man nicht einfach so hinnehmen. Wir wollen etwas dagegen tun.“ Ähnlich hatte sich sein Vorgänger Guido Kahlen (SPD) geäußert, nachdem zuletzt 2012 aufgrund von politischem Druck Maßnahmen ergriffen wurden.

Die Stadtspitze führte unter anderem eine Umfrage unter ihren Beschäftigten durch, es wurden Ärzte eingestellt, Aktionen zur Prävention initiiert. „Man wollte etwas verändern, aber das meiste verlief im Sande“, resümiert ein Arbeitnehmervertreter der Stadt. „Manches verschwand in den Schubladen.“ Er glaubt, dass der hohe Krankenstand auch etwas mit mangelhafter Mitarbeiterführung und schwachen Führungskräften zu tun hat. Dies führe wiederum zu Unzufriedenheit und Überlastung.

„Bei der Führungskultur gibt es Luft nach oben“, formuliert der Chef des Gesamtpersonalrats Jörg Dicken vorsichtig. Für ihn ist vor allem die Unterbesetzung vieler Dienststellen die Ursache für die Überlastung von Mitarbeitern. Überall würden Fachkräfte fehlen. „Die Krankenquote wäre wohl noch höher, wenn die Stadt nicht so ein vorbildliches betriebliches Gesundheitsmanagement hätte“, lobt er.

Alles andere als vorbildlich sei dagegen, wie wenig sie sich in den vergangenen Jahren um die Personalgewinnung gekümmert habe. Es sei zu wenig ausgebildet und eingestellt worden, so Dicken. Das räche sich heute in einer Zeit, wo es immer schwieriger werde, auf dem Arbeitsmarkt gute Fachkräfte zu finden.

Arbeitsverdichtung hat zugenommen

Dass die Arbeitsverdichtung bei vielen Mitarbeitern zugenommen hat, bestreitet Stadtdirektor Keller nicht. „Es gibt aber nicht nur eine Erklärung für die hohe Krankenquote.“ Die Ursachen seien vielschichtig. Die Belegschaft der Stadt werde älter, der Altersdurchschnitt liegt bei 45,8 Jahren. Ältere Arbeitnehmer sind häufiger krank als jüngere. Hinzu kämen allgemeine Phänomene wie die Zunahme von Volkskrankheiten wie Rückenprobleme oder Allergien.

Ein besonderes Problem ist der hohe Anteil von Langzeiterkrankten, also von Menschen, die länger als 43 Tage fehlen. Sie machen fast 40 Prozent der Krankmeldungen aus. Die Stadt habe ihr „Wiedereingliederungsmanagement“ verbessert, so Keller. Dafür seien 12 neue Stellen geschaffen worden. „Man kann jetzt schon sehen, dass wir dadurch die Verfahrenszeiten verkürzen können. Außerdem werde man das betriebliche Gesundheitsmanagement und psychosoziale Angebote weiter ausbauen.