„Unterschiedliche Vorstellungen über die operative und strategische Ausrichtung“ waren laut GAG Grund für die Trennung.
Ungewöhnlicher SchrittGAG-Vorständin Anett Barsch gibt Posten nach einem Jahr wieder ab

Anett Barsch hatte sich im Juni 2025 bei einem Gespräch über die Jahresbilanz als neue Vorständin vorgestellt.
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Anett Barsch verlässt überraschend zum Ende dieses Monats nach nur einem Jahr den Vorstand der GAG, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. „Grund für das Ausscheiden sind unterschiedliche Vorstellungen über die operative und strategische Ausrichtung des Unternehmens“, hieß es weiter. Nach gemeinsamen Gesprächen hätten sich der Aufsichtsrat und Anett Barsch einvernehmlich darauf verständigt, ihre Tätigkeit als Vorständin zu beenden.
Der Schritt ist ungewöhnlich, da Barsch den Posten erst vor einem Jahr angetreten hatte. In einem Interview mit dem Kölner Magazin „Die Wirtschaft“, das am 4. Mai erschienen ist, hatte Barsch über ihre Arbeit bei der GAG noch gesagt: „Für mich ist diese Aufgabe zutiefst sinnstiftend.“
Sie erhielt vom 1. Juni 2025 bis zum Jahresende eine Vergütung in Höhe von 172.000 Euro. Die Bezüge des GAG-Vorstands sind öffentlich einsehbar, weil die Stadt Köln mit 88 Prozent Hauptaktionärin des Wohnungsunternehmens ist. Die andere Vorständin, Anne Keilholz, behält ihre Position.
Pascal Pütz (SPD), Vorsitzender des GAG-Aufsichtsrats, sagte: „Mit der nun getroffenen Übereinkunft stellen wir frühzeitig die Weichen für eine klare und verlässliche Neuaufstellung des Vorstands der GAG Immobilien AG.“ Die GAG ist mit rund 46.000 Wohnungen in ihrem Besitz Kölns größte Vermieterin. (juh/mhe)
