Stadt Köln„Anonymer Krankenschein“ soll kommen – das steckt dahinter

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Ein Arzt misst in einer Praxis einer Patientin den Blutdruck.

Die Stadt Köln führt den „Anonymen Krankenschein“ (AKS) ein. Das hat der Rat der Stadt Köln beschlossen. (Symbolbild)

Die Stadt Köln führt den „Anonymen Krankenschein“ ein. Das Angebot richtet sich etwa an Geflüchtete ohne Aufenthaltsstatus und Wohnungslose.

In seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag (15. Juni) hat der Rat der Stadt Köln die Einführung eines „Anonymen Krankenscheins“ (AKS) beschlossen. Mit dieser Maßnahme soll die medizinische Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung und/oder ohne gültige Aufenthaltspapiere verbessert werden, ohne dass sie ihre Anonymität aufgeben müssen.

Das Angebot richtet sich vor allem an Geflüchtete ohne Aufenthaltsstatus, Wohnungslose oder ehemals Privatversicherte, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können.

Anonymer Krankenschein: Sprechstunde im Gesundheitsamt

Der AKS soll während bestehender medizinischer Angebote für diese Personen ausgegeben werden. Das beinhaltet zum Beispiel eine allgemeinmedizinische Sprechstunde im Gesundheitsamt, in der eine Erstbehandlung und bei Bedarf eine Weitervermittlung ohne Krankenversicherungsnachweis erfolgen kann.

„Mit dem anonymen Krankenschein verbessern wir [...] unser Angebot für Menschen ohne Zugang zum Regelsystem“, erklärte Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln. Außerdem soll der Schein Menschen dabei helfen, ihre eventuell vorhandenen Hemmungen abzulegen und medizinischen Rat und Behandlung in Anspruch zu nehmen. Rau betonte zudem, dass der AKS dabei helfen werde, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, ihre Chronifizierung zu vermeiden und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu reduzieren.

Die Einführung des AKS ist eine Kooperation des Kölner Gesundheitsamts, des Amtes für Integration und Vielfalt, der Clearingstelle Migration und Gesundheit, des Netzwerks für Menschen ohne Papiere und der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung. Die Kosten für das Projekt belaufen sich für das Jahr 2023 auf etwa 308.000 Euro und für 2024 auf rund 415.000 Euro. (ft)

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