Frist verlängertDiese neuen weiterführenden Kölner Schulen brauchen noch Anmeldungen

Lesezeit 5 Minuten
Schüler melden sich in einer vierten Klasse in einer Grundschule in Stuttgart.

Die Schulen, die im Sommer in Köln an den Start gehen sollen, brauchen dafür eine Mindestanzahl an Schülerinnen und Schülern.

Sie sollen die Schulplatznot lindern, doch zur Neugründung braucht es genug Anmeldungen. Die erreicht bisher nur eine der fünf Schulen.

Vier der fünf neuen weiterführenden Schulen, die im Sommer in Köln an den Start gehen sollen, haben noch freie Plätze. Daher wird die Anmeldephase um eine Woche verlängert: Eltern können ihre Kinder an den beiden Gesamtschulen Ossendorf und Am Wassermann sowie an den beiden neuen Gymnasien Rondorf und Nippes noch bis Freitag, 9. Februar, anmelden. An den vier Schulen ist die gesetzliche Mindestanzahl an Schülerinnen und Schülern, die zur Neugründung erforderlich ist, noch nicht erreicht. Laut Stadt müssen es 100 pro Schule sein.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat von den neuen weiterführenden Schulen einzig die Gesamtschule Weidenpesch die erforderliche Mindestanzahl bereits in der vorgezogenen ersten Anmelderunde erreicht. Sie wird also definitiv im Sommer ihren Betrieb aufnehmen. Für die fünf neuen Schulen gibt es – ebenso wie für die Gesamtschulen – ein vorgezogenes Anmeldeverfahren, das regulär am Freitag (2. Februar) endete. Für die vier genannten Schulen geht es jetzt in die Verlängerungswoche. Wie viele Anmeldungen aktuell noch fehlen, wollte die Verwaltung auf Anfrage nicht mitteilen.

Köln: Vier von fünf neuen Schulen haben Mindestanzahl an Anmeldungen noch nicht erreicht

Die fünf neuen Schulen sollen dem Platzmangel entgegenwirken und dazu beitragen, dass sich die Anzahl der Kinder verringert, die weder an ihrer Erstwunsch- noch an ihrer Zweitwunschschule angenommen werden. Besonders groß war die Not in den vergangenen Jahren an den Gesamtschulen: Im vorigen Jahr bekamen 705 Kinder eine Ablehnung für diese Schulform. Insgesamt könnten an den fünf neuen Schulen rund 570 Schulplätze entstehen, davon bis zu 380 an den Gesamtschulen. Die Verwaltung hofft, so die Anzahl der Gesamtschulablehnungen zu halbieren.

Doch dafür müssen die Eltern ihre Kinder auch an den neuen Schulen anmelden. Und das ist bislang zumindest nicht ausreichend geschehen. Eine Rolle könnte dabei spielen, dass der Platzbedarf im Vorjahr vor allem im Rechtsrheinischen besonders groß war. Doch die neuen Schulen befinden sich allesamt linksrheinisch und – bis auf das Gymnasium Rondorf – im Norden und Westen Kölns. Es bleibt fraglich, ob Familien aus dem Rechtsrheinischen ihre Kinder dort anmelden.

„Wir gehen davon aus, dass diese Schulen die Mindestanzahl an Anmeldungen erhalten“, sagte Schuldezernent Robert Voigtsberger vor wenigen Tagen im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er habe keinen Anlass zur Sorge, dass „wir diese Schulen nicht voll bekommen“. Anders als Grundschulen versorgten weiterführende Schulen nicht nur Kinder im jeweiligen Stadtteil, sondern seien „bezirksübergreifende Einrichtungen“.

Wir gehen davon aus, dass diese Schulen die Mindestanzahl an Anmeldungen erhalten
Robert Voigtsberger, Kölner Schuldezernent

Birgit Specht-Selle, kommissarische Leiterin der neuen Gesamtschule Ossendorf, äußert sich angesichts der nötigen Verlängerung des Anmeldeverfahrens gelassen: „Ich habe überhaupt keine Sorge, dass wir nicht an den Start gehen können. Auch unsere Kollegen von der Gesamtschule Am Wassermann, mit denen wir im ständigen Austausch stehen, sind ganz entspannt.“ Zwar seien es momentan noch nicht genügend Anmeldungen, aber viele Eltern hätten bei der Anmeldung keinen Zweitwunsch angegeben. „Manche Gesamtschulen haben über 300 Anmeldungen, obwohl sie nur 160 Plätze haben. Da wird sich noch viel tun.“

Specht-Selle findet es nicht verwunderlich, dass es zunächst einen „Run“ auf die Bestandsschulen gebe. Eltern müssten einer Schule in Gründung einen gehörigen Vertrauensvorschuss entgegenbringen, insbesondere wenn diese im Interim starte. „An unserem Konzept liegt die Zurückhaltung jedenfalls sicher nicht“, ist die Direktorin überzeugt und bleibt zuversichtlich. „Wir sind alle erfahrene Lehrende und haben jahrelange Leitungsfunktionen und ein super engagiertes Team an unserer Seite.“

Auch die Stadtverwaltung äußerte sich auf Anfrage im Hinblick auf die Verlängerungswoche „zuversichtlich“: „Im Gegensatz zu bereits etablierten Schulen müssen neue Einrichtungen erst ins Blickfeld der Eltern rücken.“

Die Stadt weist darauf hin, dass in der Verlängerungswoche für die neuen Schulen bei der Anmeldung keine Zweitwünsche aufgenommen werden. Außerdem können im Anmeldeverfahren der schon bestehenden Gymnasien, Real-, Haupt- und Förderschulen, das am 19. Februar beginnt, keine der Schulen als Zweitwunsch angegeben werden können, die bereits am vorgezogenen Verfahren teilgenommen haben.


Zu diesen Zeiten und an diesen Orten können Eltern ihre Kinder nun noch bis zum 9. Februar anmelden:

Gymnasium Rondorf: Anmeldung: KGS Grüngürtelschule, Mainstraße 75, 50996 Köln. 0221 / 221-36480 gymnasium-rondorf.de

Gymnasium Nippes: Anmeldung: Ab Montag, 5. Februar, Gustav-Nachtigal-Straße 34, 50733 Köln (Außenstelle Leonardo-da-Vinci-Gymnasium). 0221 / 221-36490 gymnasium-steingasspark.de

Gesamtschule Ossendorf: Anmeldung: Bürgeramt Ehrenfeld, Venloer Straße 419-421, Samstag, 3. Februar, 10 bis 12 Uhr, Sitzungssaal, Montag, 5. und Dienstag, 6. Februar, jeweils von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, Raum 105a, Mittwoch, 7. Februar, 10 bis 12 Uhr und 14 bis 15 Uhr, Raum 105a. Außerdem: Gymnasium Zusestraße 47, 50859 Köln: Montag, 5. Februar, 8 bis 13 und 17 bis 19 Uhr, Dienstag, 6. Februar, 8 bis 13 Uhr, Mittwoch, 7. Februar, 8 bis 13 Uhr. 0221 / 221-36450 gesamtschule-ossendorf.de

Gesamtschule Am Wassermann: Anmeldung: Bürgeramt Ehrenfeld, Venloer Straße 419-421, Samstag, 3. Februar, 10 bis 12 Uhr, Sitzungssaal; Montag, 5. und Dienstag, 6. Februar, 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Raum 105a, Mittwoch, 7. Februar, 10 bis 12 und 14 bis 15 Uhr, Raum 105a. Außerdem Gymnasium Zusestraße 47, Lövenich: Montag, 5. bis Mittwoch, 7. Februar, jeweils von 8  bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung eines Termins per Mail, Donnerstag, 8. und Freitag, 9. Februar nach vorheriger Terminabstimmung per Mail. gesamtschule@amwassermann.de. 0221 / 221-36470 amwassermann.de

Weitere Infos zu den neuen weiterführenden Schulen gibt es hier.

KStA abonnieren