Abo

Mordplan wegen angeblicher Affäre?Frau auf der Straße niedergestochen – Nachbar vertreibt Täter mit Holzlatte

Lesezeit 2 Minuten
Der Angeklagte im Landgericht mit seinem Verteidiger Gordon Christiansen und zwei Wachtmeistern.

Der Angeklagte im Landgericht mit seinem Verteidiger Gordon Christiansen und zwei Wachtmeistern.

Wegen einer vermeintlichen Affäre soll ein vierfacher Familienvater versucht haben, seine Frau heimtückisch zu ermorden. Nun steht der Kölner vor Gericht.

Ein 52-jähriger Kölner soll seiner Ehefrau aufgelauert und sie mit acht Messerstichen fast getötet haben. Seit Freitag muss der Mann sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Köln verantworten. Im Saal winkte der Angeklagte zunächst seinen Söhnen im Zuschauerraum zu, verteilte Handküsse. Eine Frau hielt ein Baby hoch – ein Enkelkind, das der inhaftierte Großvater offenbar noch nicht gesehen hatte.

Köln: Angeklagter vermutete Affäre seiner Ehefrau

Seit fast 30 Jahren ist das Paar verheiratet, zuletzt soll es immer wieder Konflikte gegeben haben. „Grund war die grundlose stark ausgeprägte Eifersucht des Angeklagten“, so die Staatsanwältin. Im August soll der Ehemann eine laut Anklage harmlose Chatnachricht eines Arbeitskollegen seiner Frau erspäht und daraus abgeleitet haben, die beiden hätten eine Affäre.

Der 52-Jährige habe seine Ehefrau zu Boden geschubst, sie dann mit einer Hand fast zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Nachdem eine Tochter des Paares eingegriffen habe, soll die Frau fluchtartig die Wohnung verlassen haben. Sie habe die Nacht im Freien verbracht, kam dann laut Staatsanwaltschaft am nächsten Tag bei einer Bekannten im Kölner Stadtteil Sürth unter.

Köln: Nachbar vertreibt Messerangreifer mit Holzlatte

Immer noch in Rage über die vermeintliche Affäre habe der Angeklagte den Entschluss gefasst, seine Ehefrau zu töten. Laut Anklage soll er zwei Küchenmesser eingesteckt, dann mit dem Auto aus dem Bezirk Kalk in den Kölner Süden gefahren sein. Dort habe er sich hinter parkenden Autos versteckt und gewartet, dass seine Ehefrau das Haus verlasse – was sie dann auch völlig arglos getan hätte.

Laut Anklage soll der 52-Jährige seine Ehefrau in den Schwitzkasten genommen haben. Dann habe er mit einem der Küchenmesser mit Klingenlängen von zehn Zentimetern zugestochen, getroffen wurde die Rückenpartie. Ein Nachbar schlug dann laut Anklage mit einer Holzlatte auf den Täter ein. Der Angeklagte soll nach diesem gestochen, sich aber einen weiteren Lattenschlag eingefangen haben.

Kölner droht lebenslang Gefängnis wegen versuchten Mordes

Der 52-Jährige soll sich zunächst versteckt haben, dann mit dem Auto geflüchtet sein. Polizisten konnten ihn auf der A1 bei Bocklemünd festnehmen. Da kämpften Ärzte in der Uniklinik bereits um das Leben der Ehefrau. Sie hatte Einblutungen erlitten, musste reanimiert werden. „Es bestand akute Lebensgefahr“, erklärte die Staatsanwältin. Nach einer Not-OP habe sich der Zustand gebessert.

„Sie können etwas zu den Vorwürfen sagen, müssen das aber nicht“, so sprach der Vorsitzende Richter den nun etwas schüchtern wirkenden Angeklagten an. Man werde sich beim nächsten Verhandlungstag äußern, sagte Verteidiger Gordon Christiansen. Dem Beschuldigten droht im Höchstfall eine lebenslange Freiheitsstrafe. Es sind noch sieben Verhandlungstage vorgesehen.

KStA abonnieren