In der Motorworld am Butzweilerhof haben am Donnerstag Schülerinnen und Schüler in einem Freundschaftsturnier gegeneinander gespielt.
Keine Punkte, nur GewinnerHandball-Turnier bringt 500 Kinder aus elf Grundschulen zusammen

Beim Freundschaftsturnier am 30. April in der Motorworld kamen rund 500 Kinder aus 11 Schulen zusamme
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„Die letzte Minute läuft. Ich will noch ein paar Tore und ein paar Pässe sehen“, schallt es am Donnerstagmittag, 30. April, durch den 4-Takt-Hangar in der Motorworld am Butzweilerhof. Kurz darauf beginnt der Countdown und eine weitere Runde im ersten Handball-Turnier der Kölner Grundschul-Liga geht zu Ende. Etwa 500 Kinder aus elf Grundschulen sind heute hierhergekommen, um gegeneinander Handball zu spielen. Während auf drei Feldern die Spiele ausgetragen werden, rennen, schreien und wuseln im Rest der Halle Kinder in Handballtrikots herum und sorgen für eine laute Geräuschkulisse.
„Wir wollen, dass in Köln Handball gespielt wird“
Das Turnier ist der Höhepunkt eines Projekts, das im vergangenen Herbst vom Longericher SC (LSC) gemeinsam mit der Lanxess-Arena, der Stadt Köln, der Barmer und dem Flughafen Köln/Bonn ins Leben gerufen wurde. In acht Doppelstunden Sportunterricht haben Trainerinnen und Trainer des LSC den Kindern im Laufe des Schuljahres Handball auf spielerische Art nähergebracht. An dem Projekt nehmen inzwischen 20 Grundschulen mit mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern teil.

Chris Stark ist Geschäftsführer beim LSC Köln.
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„Wir wollen, dass in Köln Handball gespielt wird, und dachten, wir nutzen unsere Power und machen ein stadtweites Projekt“, erzählt Chris Stark, Geschäftsführer des LSC, der selbst Trainingseinheiten an den Grundschulen gegeben hat. Normalerweise trainiert er die Herrenmannschaft des LSC und verbringt als Geschäftsführer auch viel Zeit am Schreibtisch. Das Training mit den Kindern war deshalb auch für ihn etwas Außergewöhnliches. „Mich freut besonders, dass 840 Kinder vorher noch nie Handball gespielt haben“, sagt Stark. Dass diese Kinder jetzt zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung kommen, mache das Projekt so wertvoll.
Fairplay, soziale Kompetenzen und Freude an Bewegung
Die Unterrichtseinheiten in den Schulen sollen auch Freude an Bewegung und Werte wie Fairplay und soziale Kompetenzen vermitteln. „Handball ist ein sehr fairer Sport, deshalb passt er auch sehr gut in die Grundschule“, so Stark. Im Handball gebe es keine Schwalben und man helfe sich beim Aufstehen. „Es gibt einen Sportsgeist hier, den ich mir auch in manchen Fußballstadien wünschen würde“, sagt Stark. Bei der Planung sei zudem besonders wichtig gewesen, Schulen aus allen Stadtteilen einzubeziehen, „nicht nur Lindenthal und Widdersdorf, sondern auch Chorweiler und Meschenich.“ Damit auch in Zukunft in den Schulen weiter Handball gespielt wird, ist ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer entwickelt worden.

Die Kinder versammeln sich für die Siegerehrung auf dem Boden der Halle.
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Einige Kinder auf der Tribüne halten selbst gebastelte Schilder hoch, um ihre Mannschaft während der Spiele anzufeuern. Ums Gewinnen geht es bei diesem reinen Freundschaftsturnier aber nicht, denn die Punkte werden nicht gezählt. „Es soll keine Tränen geben, sondern nur Gewinner“, sagt Stark. Jedes Kind hat im Vorfeld ein eigenes Trikot in der Farbe seines Teams bekommen – auch die, die heute nicht mitspielen wollen und nur auf der Tribüne sitzen.
Für die Schülerinnen der Gemeinschaftsgrundschule Merianstraße war es ein gelungener Tag. „Ich fand’s toll, weil ich die ganze Zeit die Bälle gehalten habe“, sagt die 9-jährige Zeyneb. Lena, auch 9 Jahre alt, freut sich, „weil ich zum ersten Mal ein Tor gemacht habe“. Am Ende des Turniers darf jedes Kind noch im Siebenmeterwerfen gegen die Profis aus der dritten Liga antreten, bevor die Siegerehrung ansteht und jede Klasse einen Beutel mit einer Urkunde und einem Handball überreicht bekommt.
