Abo

Kommentar zu neuen E-Auto-LadesäulenDas Konzept der Stadt Köln kann nicht überzeugen

2 min
Elektroauto

Ein Elektroauto wird aufgeladen.

Köln – Das Standort- und Betriebskonzept der Stadtwerke zum Aufbau eines Ladesäulen-Systems kann nicht überzeugen. Wer vor der Entscheidung steht, ob er sich ein Elektroauto kauft, will sich sicher sein, dass er es auch aufladen kann. Existieren nur wenige Stellplätze mit Ladesäulen am Straßenrand, ist es reines Glück, ob man sein Fahrzeug dort mit Strom versorgen kann oder nicht. Deshalb wäre es wichtig, die Bauunternehmen, die in Köln neue Wohnsiedlungen schaffen, dazu zu verpflichten, dort ausreichend Ladesäulen für die Bewohner zu schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Das ließe sich etwa realisieren, indem die Stadtverwaltung endlich eine eigene Stellplatzverordnung erlässt, was die Landesbauordnung inzwischen ermöglicht. Müssten die Bauunternehmer künftig weniger Stellplätze zur Verfügung stellen, könnten sie das so gesparte Geld in Ladesäulen für Elektroautos investieren. Darüber hinaus wäre es sinnvoll, die bestehenden und vielfach leerstehenden Tiefgaragen der Wohnungsgesellschaft GAG mit Ladestationen auszurüsten. Dann wäre es nicht nötig, weitere Flächen im öffentlichen Straßenraum zu verbrauchen und zu blockieren.

Genaue Preis-Überlegung dringend erforderlich

Die Fraktionen im Stadtrat sollten zudem genau überlegen, welche Preise die Rhein-Energie an den Elektro-Ladesäulen verlangen darf. Sollten diese deutlich über denen für den Haushaltsstrom liegen, ist es sehr wahrscheinlich, dass das System von den Kunden erst gar nicht angenommen wird.

Darüber hinaus muss die Stadt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass nicht jeder Fahrer eines Autos mit Verbrennungsmotor auf eines mit einem Elektromotor umsteigt. Der öffentliche Nahverkehr und das Radwegenetz gehören stattdessen gestärkt, um eine Verkehrswende weg vom Auto zu erreichen.