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Über 400 Verstöße pro TagNeue Blitzer entlarven Tausende Temposünder auf der A4 in Köln

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Radar-Tempomessgeräte – oder sogenannte Blitzersäulen – sollen die Geschwindigkeit in der Baustelle auf der A4 bei Köln kontrollieren. (Archivbild)

Radar-Tempomessgeräte – oder sogenannte Blitzersäulen – sollen die Geschwindigkeit in der Baustelle auf der A4 bei Köln kontrollieren. (Archivbild)

Tausende Verstöße, marode Brücke, neue Technik: Doch ob die Blitzer auf der A4 wirklich Wirkung zeigen, zeigt sich erst später.

Auf der Autobahn 4 am Kölner Eifeltor haben die neuen stationären Blitzer bis Anfang Januar mehr als 9100 Tempoverstöße erfasst. Das teilte die Stadt Köln auf Anfrage mit. Geblitzt wird dort seit dem 18. Dezember 2025 – an einer Stelle, die wegen einer maroden Eisenbahnbrücke als Gefahrenstelle gilt. Die Zahlen sind vom 9. Januar 2026.

Allein in Fahrtrichtung Aachen registrierten die Messanlagen binnen 22 Tagen 4108 Geschwindigkeitsüberschreitungen, in Richtung Olpe und an der Ausfahrt Eifeltor waren es 5050. Dort werden drei Fahrspuren überwacht, in der Gegenrichtung zwei. Im Schnitt wurden damit rund 416 Verstöße pro Tag festgestellt.

A4 bei Köln: Tempo 60 und Durchfahrtsverbot für Lkw über 3,5 Tonnen

Grund für die strengen Kontrollen ist eine Baustelle mit klaren Regeln: Tempo 60 und ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Dennoch missachten auch zahlreiche Lkw die Vorgaben. Seit Beginn der Messungen wurden 208 Verstöße gegen das Durchfahrtverbot in Richtung Köln-West und 206 in Richtung Köln-Süd festgestellt. Nach Angaben der Stadt machen diese Fälle rund vier Prozent der Gesamtverstöße aus.

Blick auf die Anschlussstelle Eifeltor an der A4: Die Autobahn GmbH hat die Verkehrsführung im Bereich der Brücke geändert, nachdem es dort zu mehreren Lkw-Unfällen gekommen war. (Archivbild)

Blick auf die Anschlussstelle Eifeltor an der A4: Die Autobahn GmbH hat die Verkehrsführung im Bereich der Brücke geändert, nachdem es dort zu mehreren Lkw-Unfällen gekommen war. (Archivbild)

Zum Einsatz kommt dabei eine neuartige Technik. Die Anlagen werden mit Brennstoffzellen betrieben und messen nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Gewicht der Fahrzeuge. Zugelassen wurde das System von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt erst im März 2025. Weil auf Autobahnen nur die Polizei mobil blitzen darf, war ein fest installiertes System notwendig.

Köln: Täglich fahren etwa 270.000 Fahrzeuge über die Brücke

Die Stadt Köln hat die Anlagen für zunächst 15 Monate gemietet, bis Ende Februar 2027. Die Kosten liegen bei rund 245.000 Euro inklusive Wartung. Täglich passieren etwa 270.000 Fahrzeuge das Brückenbauwerk – entsprechend hoch ist die Belastung.

Wie hoch die stärkste gemessene Geschwindigkeitsüberschreitung war, ist derzeit noch unklar. Die Daten werden noch ausgewertet, heißt es auf Anfrage, ebenso mögliche Einnahmen aus Verwarn- und Bußgeldern. Auch zur entscheidenden Frage, ob die Blitzer das Fahrverhalten spürbar ändern, gibt es noch keine Antwort. Die nächste Datenübertragung erfolge im Februar.