CDU, WIN und FDP im Niederkasseler Stadtrat wollen, dass der Bund das Autobahnprojekt Rheinspange 553 schneller umsetzt als bislang geplant.
Rheinspange 553Politik in Niederkassel will das Autobahnprojekt beschleunigen

Auf Höhe des Kreisverkehrs von L 269 und L 82 soll die geplante Rheinspange 553 in einen Rheintunnel übergehen.
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Angesichts der erheblichen Verkehrsbehinderungen, die der Region durch die anstehende Teilsperrung der Bonner Nordbrücke drohen, wollen CDU, Wählerinitiative Niederkassel (WIN) und FDP im Niederkasseler Stadtrat beim Thema Rheinspange 553 noch einmal Druck machen. Nach dem Willen der drei Fraktionen soll der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung am 5. Februar (Beginn um 18 Uhr in der Aula des Schulzentrums Süd, Langgasse 126) eine Resolution beschließen. Mit dieser soll er sich für eine schnellere Umsetzung des Autobahnprojekts einsetzen, das die rechtsrheinische A 59 über einen Tunnel unter dem Rhein mit der linksrheinischen A 565 verbinden soll.
Die drei Fraktionen regen unter anderem an, dass Bund und Land prüfen, ob die Rheinspange 553 „aufgrund ihrer Lage und ihrer funktionalen Bedeutung“ offiziell zum Bestandteil des Strukturwandels im Rheinischen Revier erklärt und somit möglicherweise schneller geplant und genehmigt werden kann. Eine solche Beschleunigung der Verfahren und eine frühere Fertigstellung der Rheinspange sind nach Auffassung der Fraktionen dringend erforderlich. Sie begründen das mit der prognostizierten Zunahme des Verkehrs, den Einschränkungen an bestehenden Rheinquerungen sowie den daraus resultierenden absehbaren Beschränkungen im Schwerlastverkehr. All das mache „kurzfristig tragfähige Lösungen erforderlich“.
Zwei Tunnelröhren unter dem Rhein zwischen Wesseling und Niederkassel
CDU, WIN und FDP erwarten, dass die Rheinspange deutlich schneller gebaut werden kann, als die Rheinbrücke der Autobahn 4 bei Köln-Rodenkirchen erweitert und die Bonner Nordbrücke neu gebaut werden können. Anders als bei einem Neubau der Nordbrücke gebe es beim Bau der Rheinspange auch keine Eingriffe in bestehende Wohnbebauung.
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Der Niederkasseler Stadtrat hatte bereits 2021 eine Resolution zu dem milliardenschweren Autobahnprojekt beschlossen. Darin hatten sich die Politiker dafür ausgesprochen, die Rheinspange ausschließlich in einer Tunnelvariante umzusetzen. Die Autobahn GmbH des Bundes hat inzwischen die Tunnelvariante 6aT zur Vorzugsvariante erklärt. Sie sieht vor, dass die Rheinspange 553 im Linksrheinischen in Höhe der heutigen Anschlussstelle Wesseling an die A 555 anknüpft. Zwischen Wesseling-Urfeld und dem Gelände der Shell-Raffinerie soll sie in zwei jeweils drei Kilometer lange Tunnelröhren übergehen – eine für jede Fahrtrichtung. Im Rechtsrheinischen würde die neue Autobahn südlich von Niederkassel-Ranzel wieder an die Oberfläche kommen.
Die Trasse soll von dort weiter zwischen Köln-Libur und Troisdorf-Spich verlaufen, um am Liburer Weg an die A 59 angebunden zu werden. Der exakte Verlauf der Trasse steht bislang nicht fest. Er muss im derzeit laufenden Linienbestimmungsverfahren ermittelt werden. Sicher ist allerdings, dass die bestehende Anschlussstelle der A 555 in Wesseling in Richtung Süden verlegt werden muss.

