Der Hauptausschuss soll nächste Woche über eine Einbahnstraßenregelung für die Schneekaule beraten.
MenzlingenEin Verkehrsversuch soll für weniger Durchgangsverkehr sorgen

Ein seltener Anblick in Menzlingen. Viel häufiger staut sich hier in der Ortsdurchfahrt ortsfremder Verkehr.
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Sechs Wochen nach dem Informationsabend für Bürgerinnen und Bürger Ende Januar gibt es einen ersten Plan, um den Autoverkehr in Menzlingen auszubremsen. Die Überlegungen der Verwaltung dazu stellte Bürgermeister Yannick Steinbach am Montag vorab im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr vor. Detailliert erläutert und beraten werden soll der Vorschlag kommenden Dienstag im Hauptausschuss in öffentlicher Sitzung. Der Plan: Eine Einbahnstraßenregelung soll den Durchgangsverkehr über die Schneekaule ausbremsen.
Die Tür für diesen Ansatz hat auch die Deutsche Bahn aufgemacht. Sie hat die Sanierung der Eisenbahnbrücke der Regionalbahn 25 über die Lüghauser Straße in Rösrath-Hoffnungsthal auf nach 2030 verschoben. Dadurch ist die Verbindung Hoffnungsthal-Menzlingen über die Lüghauser Straße weiterhin auch für Fahrzeuge geöffnet.
Wir lassen den Versuch mal über einige Wochen laufen und sehen, wie die Maßnahme an der Stelle wirkt.
Die Stadt Rösrath hat vor, Fahrzeugen auf der K 23 die Weiterfahrt über Menzlingen Richtung A3 abzuschneiden. Der Hofferhof bleibt noch passierbar, dahinter wird die Durchfahrt Richtung Lüghausen und Menzlingen verboten. „Wir lassen den Versuch mal über einige Wochen laufen und sehen, wie die Maßnahme an der Stelle wirkt“, erklärt Yannick Steinbach das Vorhaben. Eine „Anlieger frei“ Zone soll die Maßnahme noch ergänzen.
Steinbach verwies in seiner kurzen Präsentation auch auf eine wachsende Gefahrenlage, auf die man als Stadt reagieren müsse. Wie Mitglieder des Ausschusses ergänzten, werde seit Anfang der Woche wegen der Sperrung in Refrath (A4) die Ortsdurchfahrt Menzlingen noch stärker als Ausweichstrecke belastet. Morgens staue sich der Verkehr vom Ortsausgang Menzlingen bis zur Sülztalstraße dermaßen, dass eine Durchfahrt bis zu 25 Minuten dauere. „Ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn es da tatsächlich mal brennt oder ein Rettungswagen anrücken muss“, so ein Kommentar. Zuletzt hätten Anwohner innerhalb von zehn Minuten 16 Fahrzeuge mit Kennzeichen Gummersbach gezählt. Schon im Verlauf des Infoabends Ende Januar war deutlich geworden, dass die Anwohner die Probleme vor allem bei ortsfremdem Durchgangs- und Ausweichverkehr sehen.
Radfahren gegen die Einbahnstraße ist während des Versuchs nicht erlaubt
Der Verkehrsversuch betrifft auch Radfahrer: Da die Schneekaule außerorts liegt, so die Verwaltung, sei laut Straßenverkehrsamt kein Radverkehr gegen die Einbahnstraße zulässig. Allerdings besteht Hoffnung – sollte die vorübergehende Maßnahme zu einer Dauerlösung für den Autoverkehr werden, kann auf der recht breiten Schneekaule ein separater Radweg für Radverkehr in beide Richtungen eingerichtet werden.
Damit der Verkehrsversuch möglichst bald nach den Beratungen starten kann, hat der Bürgermeister auch schon mit der Polizei gesprochen. Sie soll gleich zum Start am ersten Tag Präsenz zeigen.

