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Kölner angeklagtPferdezüchter witterte großes Geschäft – und wird von Betrüger mit Auto überfahren

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Galoppierende Rennpferde.

Ein Züchter wollte ein Rennpferd teuer verkaufen und geriet an Betrüger. (Symbolbild)

Kaufinteressenten für ein teures Rennpferd entpuppten sich als Betrüger. Ein Züchter wurde bei einem Treffen vom Auto überrollt.

Das große Geld vor Augen ließ sich ein Pferdezüchter auf ein dubioses Geschäft in Amsterdam ein. Am Ende war der Mann sein Bargeld in Höhe von 100.000 Euro los – und wurde von einem Auto überrollt. Fast fünf Jahre nach der Tat konnte die Polizei einen der Täter ermitteln. Der Kölner muss sich seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Er legte aber nur ein Teilgeständnis ab.

Pferdezüchter tappte in Falle von Betrügern

Im Internet hatte der Züchter ein Rennpferd für 500.000 Euro angeboten, woraufhin sich ein angeblicher Investor aus Spanien gemeldet hatte. Der hatte dem Verkäufer vorgegaukelt, eine große Reitsportanlage in Barcelona zu planen und diverse Tiere zu benötigen. In der Hauptstadt Kataloniens fand dann auch ein erstes Meeting in einem Luxus-Hotel statt, aber noch ohne konkreten Abschluss.

Eigentlich habe er den Deal absagen wollen, nachdem alles in bar ablaufen sollte. Die Interessenten hätten aber nicht locker gelassen. Laut Anklage soll der Pferdewirt dann zugestimmt haben, 100.000 Euro in 100-Euro-Scheinen gegen die gleiche Summe von 500-Euro-Scheinen zu tauschen – der Richter sprach in dem Zusammenhang von Schwarzgeld, das womöglich gewaschen werden sollte.

Beim Prozess wich der Mann aber von einer früheren Aussage ab und sagte, die 100.000 Euro habe er als Provision zahlen sollen – das sei die Bedingung für den späteren Deal gewesen, bei dem er immer noch genug verdient hätte. Das Pferd, was er angeboten habe, sei nämlich nur 250.000 Euro wert gewesen und nicht das Doppelte. Eine Rechnung, die komplett nach hinten losgehen sollte.

Mit Tasche voller Geld nach Amsterdam gereist

Mit einer Bargeldtasche machte sich der Pferdewirt dann auf nach Amsterdam, zu einem weiteren Meeting in einem Café. Erwartet wurde er hier von dem angeklagten Kölner, der sich als Sohn des „großen spanischen Investors“ ausgegeben hatte. Der Angeklagte trug einen feinen Zwirn, stieg dann zur angeblichen Weiterfahrt zu einer Privatbank aber in einen klapprigen orangefarbenen Opel Tigra.

„Diese Kasperbude“, so nannte der Geschädigte das Auto, habe dann gar nichts mehr von dem vorherigen „Bling Bling“ gehabt. Dann sei alles ganz schnell gegangen. Man habe ihm sein Geld entrissen und plötzlich sei der Komplize im Wagen losgefahren. Der Pferdewirt hing selbst noch halb im Auto, wurde einige Meter mitgeschleift, von der Beifahrertür eingequetscht und überfahren.

Kölner Angeklagter gesteht nur den Betrug

Der Bestohlene blieb schwer verletzt auf der Straße liegen. Da meldete sich einer der Täter per Telefon. Da sei ein Missverständnis geschehen, er bekäme sein Geld zurück, sagte der Mann am anderen Ende der Leitung. „Ich sollte dann sagen, dass es sich um einen normalen Verkehrsunfall handelte“, so das Opfer. Allerdings hatten Passanten längst Notiz vom Geschehen genommen.

Der Angeklagte, der das Geld inzwischen zurückgezahlt hat, erklärte über Verteidigerin Karin Bölter, dass sein Komplize offenbar die Nerven verloren habe. Es sei lediglich ein heimlicher Tausch gegen Falschgeld geplant gewesen, ohne Gewalt. Daher sei ihm der Raub auch nicht zuzuordnen. Der Pferdewirt hatte sich kompliziert das Knie gebrochen, war anderthalb Jahre arbeitsunfähig. Der Prozess geht weiter.