Das Kölner Ratsmitglied Roberto Campione lässt wegen Ermittlungen gegen ihn sein Amt als Vorsitzender der Kölner Stadtgesellschaft ruhen.
Kölner WählergruppeRoberto Campione lässt Vorsitz der Kölner Stadtgesellschaft ruhen

Mitglieder der Kölner Stadtgesellschaft bei einer Wahlkampfveranstaltung im Herbst 2025 mit Roberto Campione (2.v.r.)
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Das Ratsmitglied Roberto Campione tritt als Vorsitzender seiner Wählervereinigung Kölner Stadtgesellschaft (KSG) vorübergehend zurück. Die KSG teilte Donnerstagabend mit, Campione lasse sein Amt auf eigenen Willen vorerst ruhen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Campione und eine andere Person wegen Insolvenzdelikten und Bankrottstraftaten im Zusammenhang mit dem Parkcafé im Deutzer Rheinpark nach einem Anfangsverdacht (wir berichteten). Hintergrund sind offenbar Mails, die den Verdacht nahelegen, dass Campione Einnahmen nicht wie vorgeschrieben an den Insolvenzverwalter abgeführt haben soll. Campione ließ über seinen Anwalt mitteilen, „dass mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens jede Verfügung über die Veranstaltungen der Parkcafé GmbH ausschließlich durch den Insolvenzverwalter erfolgte“. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der Gastronom und Hotelier Roberto Campione hatte die KSG als eigene Wählergruppe im Oktober 2024 gegründet, als er auch seine erneute Kandidatur für das Amt des Kölner Oberbürgermeisters vorbereitete. Bei der OB-Wahl im September 2025 landete er auf Platz neun, doch die KSG schaffte es bei der Ratswahl, einen Sitz zu bekommen, den Campione erhielt.
Die KSG zitiert in der Mitteilung Roberto Campione: „Die KSG ist mein Baby und meine Familie – und das werde ich schützen. Solange meine private Angelegenheit nicht vollumfänglich geklärt ist, werde ich mein Parteiamt ruhen lassen.“ Der geschäftsführende Vorstand werde im Interim übernehmen, „bis die Vorwürfe vollständig ausgeräumt sind“. Stellvertretender Vorsitzender ist Stefan Knepper, Kölner Bestatter und Jungfrau des Dreigestirns der Session 2017. (juh)

