Die Fahrten sind im laufenden Schuljahr nun doch gesichert. Zuvor hatte die Stadt zahlreiche Anträge wegen der angespannten Haushaltslage abgelehnt.
„Wirklich gute Nachrichten“Kölner Schwimm-Busse fahren doch wieder

Schulkinder üben im Schwimmunterricht. (Symbolfoto)
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Fast wäre der Schwimmunterricht an manchen Kölner Schulen geplatzt – aber nur fast. Seit Mittwochabend ist klar, dass die Busfahrten zu den Schwimmbädern für Kölner Schulen im laufenden Schuljahr doch gesichert sind. Das geht aus einem Rundbrief des Amts für Schulentwicklung an alle Kölner Schulen hervor, der dieser Redaktion vorliegt. Damit können die betroffenen Schulen den Schwimmunterricht wie geplant durchführen.
Angespannte Haushaltslage
Die Entscheidung kommt nur kurz nach einem Streit über die Schülertransporte. Wegen der angespannten Haushaltslage hatte die Stadt zunächst zahlreiche Anträge auf Busfahrten abgelehnt. Jetzt sei das Budget des Amts für Schulentwicklung allerdings nicht nur nicht gekürzt, sondern sogar von 626,84 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 675,35 Millionen Euro 2027 erhöht worden, heißt es in dem Rundschreiben. Auch für die Schülerbeförderung wurde das Budget von 33 Millionen Euro um weitere 2,5 Millionen Euro erhöht, heißt es in der Mail.
„Ich bin total happy“, kommentierte der schulpolitische Sprecher der SPD, Oliver Seeck. „Schwimmen und Sport gehören zu einer guten Bildung, und verlässliche Rahmenbedingungen sind dafür die Grundlage.“ Seeck hatte den Sachverhalt in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses kritisch hinterfragt. Auch an den betroffenen Schulen sorgt das unerwartete Schreiben für Erleichterung. „Das sind wirklich gute Nachrichten“, sagte der Leiter der Heliosschule, Andreas Niessen.
Heliosschule ohne eigene Sporthallen
Seine Einrichtung war von den Kürzungen besonders betroffen, da die Schule derzeit auf drei Standorte im Kölner Westen verteilt ist und über keine eigenen Sporthallen verfügt. Die Stadt habe der Heliosschule zunächst nicht nur die Fahrten zum Ossendorfbad, sondern auch zu den Sporthallen gestrichen. Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler hätten deshalb nach kreativen Lösungen suchen müssen. Teilweise wären ältere Jugendliche mit dem Fahrrad zu den Hallen gefahren, und im Sommer sei der Sportunterricht teils ins Freie verlegt worden.
Niessen hatte vor allem die Folgen für die Unterrichtszeit kritisiert. „Wenn durch die verlängerte An- und Abreise keine 90 Minuten Unterricht mehr möglich sind, dann kann der Lehrplan nicht ordnungsgemäß umgesetzt werden“, sagte der Schulleiter. Auch die von der Stadt zugrunde gelegten Wegzeiten hatte er hinterfragt. Wenn eine Gruppe mit 27 Kindern unterwegs sei, dauere der Weg in der Realität länger. Hinzu kämen Verspätungen im Nahverkehr und Probleme mit nicht barrierefreien Haltestellen. Weitere Schulen wie das Königin-Luise-Gymnasium und die Grundschule Müngersdorf hatten ihren Schwimmunterricht zunächst ganz gestrichen. Katja Nielsen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bezeichnete die Kürzung als „Katastrophe“.
Starker Protest der Schulen
Ob auch der starke Protest der Schulen die Stadt zum Einlenken bewegt hat, ist unklar. Die Sprecher aller Schulformen hatten in einem gemeinsamen Brief an die Stadt ihr Unverständnis ausgedrückt. Sieben Schulen waren bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, der Bezirksregierung Köln, vorstellig geworden. Gemäß Paragraf 79 Schulgesetz NRW sei, so die Behörde, die Stadt dazu verpflichtet, die für einen „ordnungsgemäßen Unterricht erforderlichen Ressourcen bereitzustellen. Dazu gehört auch, sicherzustellen, dass ein ordnungsgemäßer Unterricht im Fach Sport stattfinden kann.“ Andererseits: Die Kriterien, ab welcher Entfernung ein Schülertransport organisiert wird, müsse die Stadt festlegen.
Der Wermutstropfen: Das Thema wird im kommenden Schuljahr mit Wucht wieder auf die Schulen zukommen. Künftig müssten die Fahrtkosten intensiv geprüft werden – auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben der Schülerfahrtkostenverordnung, schreibt die Stadt gegen Ende des Rundbriefs. „Wir werden dieses Schuljahr nutzen, um im Dialog mit den betroffenen Schulen zumutbare Einsparpotenziale bei den Fahrten zu identifizieren.“
