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Pro und Contra
Soll es einen Feierabendmarkt in der Kölner City geben?

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Der Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz im August.

Der Feierabendmarkt auf dem Rudolfplatz im August.

Die Politik fordert die Stadt auf, Voraussetzungen für einen Abendmarkt mit gastronomischem Schwerpunkt zu schaffen. Doch: Wie sinnvoll ist so ein Markt?

„Die Innenstadt muss ein Treffpunkt sein“

Simon Westphal ist für einen Feierabendmarkt im Herzen der Stadt.

Köln will raus. Das hat sich auch in diesem Sommer gezeigt. Die Straßen-, Genuss- und Weinmärkte waren überall in der Stadt rappelvoll. Menschen standen auf Straßen und Plätzen, trafen Freunde, aßen gemeinsam und ja: Sie tranken auch Kölsch und manchmal auch mehr als ein Glas Wein. Die Kölnerinnen und Kölner lechzen nach solchen Angeboten. Angebote, die eine Stadt lebendig halten und Menschen zusammenbringen.

Eine moderne Großstadt braucht solche regelmäßigen Anlaufstellen. Die Verwaltung muss sich dafür einsetzen, dass es sie gibt. Vor allem in der Innenstadt. Ein zentraler Platz wie der Rudolfplatz darf nicht nur Verkehrsknotenpunkt sein, er muss ein Treffpunkt sein. Wenn ein Platz wie der Rudolfplatz im Herzen der Stadt kein Treffpunkt ist, dann ist er ein verschenkter Platz.

Ein innovatives Konzept ist nicht mal nötig. Der „Meet & Eat“-Markt hat auf dem Rudolfplatz mehr als zehn Jahre das angeboten, was der Großteil der Besucher wollte. Nur passte diese Idee eben in keinen rechtlichen Rahmen. Diesen Rahmen muss die Stadt nun finden.

„Aperol allein ist kein Konzept“

Jens Meifert findet die Idee eines abendlichen Frischemarktes weiter gut.

Leider passt sich die Wirklichkeit nicht immer an die eigenen Ideen an. Das Konzept eines großen Marktes in der City mit frischen Lebensmitteln verfolgt die Stadt seit rund zwei Jahrzehnten. Es ist auf dem Heumarkt vor langer Zeit ebenso krachend gescheitert wie nun zwei Mal auf dem Rudolfplatz.

Was dagegen glänzend funktioniert: Aperol oder Weine ausschenken. Der Zulauf ist glänzend, die Verkaufszahlen großartig. Nur ist es dann eben kein Markt mehr, sondern geselliges Trinken unter freiem Himmel.

Das hat zweifellos schöne Seiten, nur muss die Stadt dies nicht auf einem ihrer schönsten Plätze zu den günstigen Bedingungen eines Wochenmarktes organisieren. Zumal die Begleiterscheinungen ähnlicher „Märkte“ auf dem Chlodwigplatz oder beim Sülzer Carréefest beträchtlich sind. Die Stadt sollte daher die Idee eines abendlichen Marktes mit frischen regionalen Produkten nicht aufgeben, sondern das Konzept anpassen. Nur wenn es eine gewisse Zahl von Lebensmittelhändlern gibt, macht ein neuer Anlauf auf dem Rudolfplatz Sinn.