„Es ist und bleibt viel zu tun“, lautet die Bilanz nach sieben Tagen Schwerpunktkontrollen: Was Ordnungsamt, Zoll, Polizei und die AWB beschäftigt.
Sauberkeit in Köln566 Räder, 43 Wildpinkler, eine Machete – Stadt zieht Bilanz der Aktionswoche

Die Stadt Köln startete eine Aktionswoche „Ordnung und Sauberkeit in den Veedeln“: Oberbürgermeister Torsten Burmester besucht den Mülheimer Stadtgarten.
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566 Räder, 43 Wildpinkler, eine Machete – das ist die verkürzte Bilanz der städtischen Aktionswoche für Sauberkeit und Ordnung. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hatte die Initiative vom 14. Januar bis 21. Januar ausgerufen, um auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen und ordnungswidrige Störungen und Belästigungen zu erkennen. Fazit der Stadt: „Es ist und bleibt viel zu tun.“
179 Mal schritt das Ordnungsamt ein, unter anderem wegen Schrottfahrzeugen im öffentlichen Raum, Rauchen auf Spielplätzen, illegaler Sondernutzungen oder Gefahrenstellen. Die Mitarbeitenden veranlassten die Entfernung von 566 Schrottfahrrädern. 34 Personen müssen mit einer Anzeige wegen illegalen Drogenkonsums rechnen. Zwölf Personen seien „in flagranti“ beim Wegschnippen von Zigarettenkippen erwischt worden, sechs Personen beim Wegwerfen von Müll und 43 Personen beim Wildpinkeln.
61 Mal trafen die Ordnungsamtsmitarbeitenden dabei auf eine oder mehrere „lagernde Personen“, so teilte es die Stadt mit, und räumten ihre Lager. In einem Fall entsorgten sie 25 Kubikmeter Müll. Das Ordnungsamt führte zudem 541 Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, unter anderem bei einem seiner „Veedelstreffs“ auf dem Wiener Platz in Mülheim.
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An der Aktionswoche nahmen neben dem Ordnungsamt weitere Behörden und Ämter teil, darunter das Grünflächenamt, die Abfallwirtschaftsbetriebe, die Polizei und der Zoll. In 380 Fällen meldeten Bürgerinnen und Bürger wilden Müll, den die AWB teilweise bereits entfernte.
Jugendschutz in drei von vier Testkäufen nicht eingehalten
Teams machten mit Jugendlichen auch Testkäufe, unter anderem in Kiosken. 54 Betriebe wurden während der Aktionswoche kontrolliert – die Testkäufer und ihre Teams zählten 41 Verstöße. In 76 Prozent der Fälle bekamen die Jugendlichen Alkohol, der ihnen wegen ihres Alters noch nicht hätte verkauft werden dürfen. Bei ihrer letzten Kontrolle machten sie dann noch einen unerwarteten Fund: Neben verbotenem Tabak stellten die Teams eine Schreckschusswaffe und eine Machete sicher.
Burmester will die „Vermüllung und das auch damit verbundene Gefühl mangelnder Sicherheit“ verstärkt angehen. Der OB besuchte selbst mehrere der Kontrollen in der vorigen Woche. Burmesters erste Bilanz: „Die Kölnerinnen und Kölner beklagen zu Recht eine zunehmende Verwahrlosung des öffentlichen Raums.“ Wer seinen Müll achtlos wegwerfe, müsse genauso mit empfindlichen Strafen rechnen wie Kioskbetreiber, die den Jugendschutz missachten.
Stadt, Polizei und Zoll kontrollierten am zweiten Mittwoch der Aktionswoche zudem 206 Mietwagen in Köln. Sie stellten 39 Ordnungswidrigkeiten fest und verordneten 17 Verwarngelder. Die Finanzkontrolle „Schwarzarbeit“ des Hauptzollamts Köln überprüfte 23 Fahrer von Mietwagen mit dem Ergebnis, dass bei elf Fahrern Anhaltspunkte vorlagen, nach denen ihnen weniger als der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird. Für den Missbrauch von Sozialleistungen ergaben sich laut Stadt in sieben Fällen konkrete Anhaltspunkte. Sieben Fahrer haben die Einsichtnahme in ihre Mietwagen-App verweigert, auf sie kommen Ordnungswidrigkeitenverfahren mit „empfindlichen Bußgeldern“ zu.
Weitere „Veedelstreffs“ mit dem Ordnungsamt in diesem Jahr: Wer mit Mitarbeitenden des Ordnungsamtes über die Sorgen und Anliegen in seinem oder ihrem Veedel sprechen möchte, hat dazu noch mehrere Gelegenheiten in diesem Jahr. Das Ordnungsamt bietet auf folgenden Wochenmärkten jeweils von 10 bis 13 Uhr „Veedelstreffs“ an: 20. März in Rodenkirchen (Sürther Hauptstraße/Frohnstraße), 26. März in Porz-Urbach (Am Schwanebitzer Hof), 21. April in Sülz (Auerbachplatz), 7. Mai 2026 in Chorweiler (Liverpooler Platz), 21. Mai in Neubrück (An St. Adelheid), 3. Juni in Longerich (Gartenstadt Nord, Schlackstraße/Johannes-Rings-Straße), 19. Juni auf der Deutzer Freiheit, 10. Juli auf in Ehrenfeld (Neptunplatz), 2. September in Höhenhaus (Wupperplatz).

