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Corona-KriseKöln steht auch am Ostersonntag fast still – Hohenzollernbrücke überfüllt

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Köln Pollerwiesen Ostermontag

Wind und Sonne: perfektes Wetter fürs Drachensteigen.

Köln – Wer am Ostersonntag am Deutzer Rheinboulevard entlangspazierte, konnte den Eindruck gewinnen, dass die Welt, in der wir jetzt leben, gar keine andere ist als vor einigen Wochen. Hunderte Menschen flanierten hier bei 24 Grad mit einem Kölsch in der Hand den Rhein entlang, saßen auf den Stufen, die Sonne im Gesicht.

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Und doch, wer genau hinsieht, stellt fest, dass wenig ist wie zuvor: Gruppen mit mehr als zwei Menschen sind selten. Spaziergänger haben ihren Blick geweitet, weichen Entgegenkommenden frühzeitig aus. „Ich finde das so in Ordnung, die Leute halten ja Abstand“, sagt Rafael: „Wir wissen von Freunden, die sich weiterhin zu sechst treffen. Das finde ich schwierig.“ Er sitzt mit seiner Freundin Karla auf einer Stufe. Spazieren gehen die beiden jeden Tag, auch in diesen Zeiten – normalerweise am Rathenauplatz. Heute, am Ostersonntag, wagen sie sich auf die rechte Rheinseite.

Abstand auf der Kölner Hohenzollernbrücke kaum möglich

Sollten sie auf dem Weg dorthin die Hohenzollernbrücke fußläufig überquert haben, dürften ihnen das Ausweichen schwer gefallen sein. Hier ist ein angemessener Abstand am Sonntagnachmittag kaum einzuhalten: Alle paar Meter bleiben Kölner stehen, genießen die Aussicht und verengen den Durchgang, den Fahrradfahrer, Inliner und spazierende Familien teilen müssen. Wo Geduld gefragt ist, kommt Hektik auf. Verständlich, denn dem Virus ist es herzlich egal, ob nun jemand verantwortlich zu machen ist für die bedrohlich wirkende Enge. Infektionen werden nicht verhandelt, sie passieren.

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Das Deutzer Rheinboulevard war am Sonntag zwar belebt, fast jeder allerdings war bemüht, die Abstandsregeln einzuhalten.

Angekommen auf der linken Rheinseite stellt sich die Lage deutlich entspannter dar. Die Domplatte ist fast leer. Aus Schildergasse und Hohe Straße platzen keine Menschenmassen in Richtung Hauptbahnhof, stattdessen bewegen sich Einzelne durch luftige Straßen, die plötzlich viel breiter wirken. Der Altstadt ist die Entschleunigung anzusehen.

Kölner Dom darf nur zum Beten betreten werden

„Nur zum Beten!“, stellt Domschweizer Cay Schloemer klar, als sich zwei Männer in Richtung der Kathedrale bewegen. Die beiden nicken. „Normalerweise würden wir hier am Ostersonntag 25 000 Besucher erwarten“, erklärt er.

Stattdessen kämen heute nur wenige hundert Beter. Nur betende Menschen also, wird das etwa kontrolliert? „Naja, wenn jemand das Handy auspackt, weisen wir ihn darauf hin, dass der Dom gerade nur zum Beten betreten werden darf.“ Die traditionelle Ostermesse musste ins Internet verlegt werden. „Es vermissen jetzt viele Leute die Kirche, das merken wir.“

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Straßenmusiker sind dieser Tage selten geworden, auch die ausbleibende Beschallung aus Restaurants und Cafés sorgt in der Altstadt für eine bemerkenswerte Stille. Am Museum Ludwig spielt ein älterer Mann auf seiner Flöte. Sehr leise eigentlich, an einem normalen Sonntag würden seine Melodien im Treiben der Stadt wohl untergehen. An diesem nicht.