Auch Tiere litten unter der Hitze der Vorwochen. Offiziell hat das Thema wenig Priorität, Zirkusse aber sehen sich Vorwürfen ausgesetzt.
Hitzeschutz für TiereKölner sorgen sich um Tierwohl an Hitzetagen

Laut der Stadt Köln verzichten die Zirkusse, die aktuell auf dem Stadtgebiet gastieren, bei über 30 Grad auf Tiershows, um sie nicht zu gefährden. (Symbolbild)
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Die heißesten Wochen des Jahres scheinen vorüber zu sein, doch die Erinnerung an die enorme Hitze der vergangenen Monate ist noch ziemlich frisch – nicht zuletzt bei Tierhaltern. Viele Haus- und Nutztierarten reagieren deutlich empfindlicher auf hohe Temperaturen als Menschen, etwa weil sie keine Schweißdrüsen haben, wie es bei Hunden, Schweinen, oder auch Geflügel der Fall ist. Nach dem Tierschutzrecht liegt die Verantwortung für das Wohlergehen von Tieren bei ihren Haltern. Das beinhaltet auch, sie vor den Auswirkungen großer Hitze zu schützen.
Relevant ist dies auch für Wanderzirkusse, die Tiere halten und dafür ohnehin oft von Tierschützern kritisiert werden. Vor kurzem erst sah sich der kleine Circus Bügler einer Welle der Empörung ausgesetzt. In den sozialen Medien wurde ein Video vom Lager des Zirkus in einem Kölner Park hochgeladen, in dem auch der Unterstand für dessen Tiere zu sehen war. Zwar stand das Pferd, das sich zum Zeitpunkt der Aufnahme darunter aufhielt, erkennbar im Schatten, die Nutzerin stieß sich jedoch an dem „Plastikdach“, das sie für Tierquälerei hielt.
Schatten, Wasser und offene Unterstände
Vorwürfe, sich nicht ausreichend um Hitzeschutz für seine Tiere zu bemühen, weist Zirkus-Chef Angelo Bügler zurück. „Wir sorgen immer für Schatten und dafür, dass die Tiere immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben“, sagt er. Ihr Unterstand sei nach allen Seiten offen, so dass die Luft zirkulieren und etwaiger Wind für zusätzliche Linderung sorgen könne. „Wir arbeiten mit dem Kölner Veterinäramt zusammen, die kommen regelmäßig für Kontrollen vorbei. Von deren Seite haben wir noch nie Beschwerden gehört.“
Die Stadt Köln bestätigt, dass ihre Abteilung Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen Zirkusse, die auf dem Stadtgebiet gastieren, regelmäßig kontrolliert. Offene, durchlüftete Stallzelte würden bei diesen standardmäßig genutzt, um Tieren bei hohen Temperaturen ausreichend Schatten und Abkühlung zu ermöglichen. Bei Temperaturen über 30 Grad würden die Betriebe außerdem freiwillig auf Shows mit Tieren verzichten, Pferde würden außerdem täglich abgeduscht.
Konkretere Vorgaben für den Schutz von Tieren speziell vor Hitze macht die Stadt ansonsten nicht. Auch überregional bleibt die Relevanz des Themas noch unter dem Radar – von offizieller Seite werden bislang kaum Statistiken zur Sterblichkeit von Nutztieren durch Hitze erhoben. Das Land Niedersachsen allerdings meldete im Juli, dass während der extremen Hitzewelle Ende Juni in den Geflügelbetrieben des Landes eine dreimal höhere Zahl an Tieren verendet sei, als unter gewöhnlicheren Witterungsbedingungen.
