- Seit zehn Monaten wütet die Corona-Pandemie in Deutschland. Aktuell fordert sie mehr Todesopfer als je zuvor. Aber es gibt Hoffnung: 2021 könnte das Jahr der Impfungen werden.
- Wir haben Kölner Mediziner, Psychologen und weitere wissenschaftliche Beobachter zurück und voraus blicken lassen.
Köln – In diesem Text blickt der Kölner Apotheker Thomas Preis zurück auf die massiven Auswirkungen der Krise auf Apotheken und ihre Kunden und erklärt seine Fragezeichen für das kommende Impfjahr.
Die Lage in den Apotheken ist seit Ende Februar sehr angespannt. Im Lockdown waren Apotheker sehr wichtige Moderatoren für viele Bürger. Die neue Erkrankung Covid-19, Abstandhalten und Desinfektion, das musste alles erstmal erklärt werden. Dann das nächste Thema: Wie kommen wir schnell an viele gute Masken? Diese Frage begleitet uns bis heute. Die Logistik und die Bedienung des enormen Informationsbedarfs der durch fachkundige Beratung waren in der Pandemie für uns Apotheker die größten Herausforderungen. Die richtige Beratung wird nun auch beim Thema Impfung entscheidend sein: Wir werden jetzt schon von unseren Kunden dazu befragt und sind wichtige persönliche Ratgeber.
Auch bei den Corona-Impfungen im Zentrum der Stadt Köln in den Messehallen werden unsere Apothekenteams eine wichtige Rolle übernehmen. Rund um die Uhr werden sie vor Ort für die qualitätsgesicherte Zubereitung der Impfstoffe zuständig sein, die dann sofort verimpft werden können.

„Mit dem Blick auf andere Länder muss ich sagen: Wir können wirklich froh sein, in Deutschland zu leben“, sagt Thomas Preis.
Copyright: Peter Rakoczy
Viele Fragezeichen
Ich blicke mit Optimismus in das neue Jahr, aber auch mit vielen Fragezeichen. Mindestens bis zum Sommer wird diese Pandemie uns alle sehr stark beschäftigen. Sehr viel Hoffnung setze ich jetzt in die verschiedenen Impfstoffe. Bis zum Sommer werden, wenn es gut läuft, 30 bis 40 Prozent der Deutschen geimpft sein.
Ab dem Sommer wird eine Frage entscheidend sein: Können wir eine künstliche Herdenimmunität erreichen? Lassen sich genug Menschen impfen? Ich sehe in den Impfungen den wichtigsten und sichersten Ausweg aus der Krise. Doch bis dahin werden die vielbeschworenen AHA+L-Regeln entscheidend bleiben. Zusätzlich können mehr Coronatests helfen, vielleicht bald als sinnvolle Selbsttest. Nur mit diesen Mitteln können wir der Pandemie etwas entgegensetzen, bis die Impfungen flächendeckend starten.
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