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Kölner Arzt zur Corona-Krise„Familien haben mitgelitten unter Krankheit und Stress“

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Viel mehr Pflegekräfte als zuvor gedacht wollen sich nicht impfen lassen. Die Gründe dafür scheinen vielfältig zu sein.

  1. Seit zehn Monaten wütet die Corona-Pandemie in Deutschland. Aktuell fordert sie mehr Todesopfer als je zuvor. Aber es gibt Hoffnung: 2021 könnte das Jahr der Impfungen werden.
  2. Wir haben Kölner Mediziner, Psychologen und weitere wissenschaftliche Beobachter zurück und voraus blicken lassen.

KölnIn diesem Text blickt der Kölner Arzt Jürgen Zastrow zurück auf Köln in der Corona-Krise im bundesweiten Vergleich, politische Schwierigkeiten und das Jahr in den Arztpraxen.

Aus meiner Sicht hat Köln im Management der Pandemie im Bundesvergleich sehr gut abgeschnitten. Wir hatten im Februar als erste deutsche Großstadt Coronafälle aus Heinsberg. Leider haben uns dann viele andere Regionen mit ihren Fallzahlen überholt. Auch im Herbst waren unsere Fallzahlen im Bundesvergleich geringer. Dies führe ich zurück auf die gelungene Kooperation in Köln zwischen einer engagierten Bürgermeisterin, einem kompetenten Gesundheitsamt, einer engagierten Feuerwehr und einer einsatzbereiten Ärzteschaft.

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Die Politiker haben die undankbare Aufgabe, der Bevölkerung unterschiedliche Belastungen bei ungewissem Ausgang zuzumuten. Auch die politische Meinungsbildung ist nur ein Abbild unserer Gesellschaft. Übernahme von Verantwortung für harte Einschnitte und den damit verbundenen Risiken für die eigene Karriere wird nicht nur in der Politik gerne vermieden.

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Jürgen Zastrow

Zehn Monate Corona: Vieles hat gefehlt

Das medizinische Personal ist deutlich häufiger erkrankt als andere Gruppen. Auch die Familien haben hier mitgelitten unter Krankheit, Stress und Ängsten. Viele Arztpraxen haben bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit gearbeitet. Andere hatten geschlossen und mussten wirtschaftliche Verluste verkraften.

Oft fehlten Materialien, zu Beginn vor allem persönliche Schutzausrüstung. Häufig fehlten einfache Informationen für die Umsetzungen trotz einer neben dem Praxisalltag nicht zu bewältigenden Flut von Vorgaben. Von den Krankenkassen war wenig zu hören und zu sehen. Ich hätte mir mehr Information der Patienten gewünscht, besonders über Impfstoffe und Impfungen.

Lesen Sie hier weitere Stimmen medizinischer Experten zum Jahreswechsel:

  1. Uniklinik-Chef Edgar Schömig
  2. Gerhard Wiesmüller vom Gesundheitsamt
  3. Infektiologin Clara Lehmann
  4. Psychologin Damaris Sander
  5. Arzt Jürgen Zastrow
  6. Apotheker Thomas Preis
  7. Psychologe Peter Wehr