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HotelpreiseSo teuer wird es für Übernachtungsgäste an Karneval in Köln

Lesezeit 3 Minuten
Ein Hotelzimmer mit einer Lichtleiste in Form des Köln-Panoramas über dem Bett

Hotelzimmer in Köln

35.000 Betten bieten die Kölner Hotels. Die Hoteliers beobachten die Konkurrenz. Wie der Markt funktioniert.

Es ist ein gewohntes Phänomen – und dass es zurückkehrt, ist auch ein Zeichen dafür, dass die Welt fast wieder normal läuft. An den Karnevalstagen ziehen die Preise in den Kölner Hotels wieder kräftig an. Ein paar Beispiele, die aber immer nur stichprobenhaft sein können, weil sich fast täglich etwas verändert: Im Art’otel am Rheinauhafen gab es ein Doppelzimmer am Wochenende 4./5. Februar auf der Website von Booking.com für 178 Euro. Am Karnevalswochenende 18./19. Februar steigt der Preis auf 273 Euro. Das Zimmer im Azimut am Hansaring gibt es am Karnevalswochenende für 225 Euro, sonst für 108 Euro.

Hotelpreise in Köln: Preissteigerungen auch bei großen Messen

Im Hyatt geht der Sprung von 299 Euro auf 399 Euro, im Steigenberger von 194 auf 394 Euro herauf. Das Hilton erhöht von 191 auf 311 Euro, der Wasserturm von 212 auf 360 Euro. Im Dorint am Heumarkt sind sowohl das Wochenende 4./5. und 18./19. Februar ausgebucht. Zum Vergleich: Am Samstag, 11. Februar, kostet das Doppelzimmer 244 Euro, am Freitag, dem 17. Februar, 341 Euro, wie Hotelchef Marko Markovic mitteilt.

Wobei die Preise, je näher der Termin rückt, noch einmal steigen können. Die Preissteigerungen – die ähnlich denen bei großen Messen sind – haben keine festen Regeln, sondern richten sich nach Angebot und Nachfrage. Während das Hotel 25 Hours im Gerling-Quartier an „mauen Sonntagen“ schon Zimmer für 140 Euro anbietet, damit die Belegung höher wird, kann sich der Preis bei großer Nachfrage auf 300 bis 500 Euro steigern, so Hotelmanagerin Grit Pauling. 

Das Vergleichsportal Check 24 verzeichnete im Juli 2022, als die Gamescom erstmals wieder live vor Ort stattfand, einen durchschnittlichen Preisanstieg von 68 Prozent. Das ist aber nichts im Vergleich etwa zu 2015, als das Portal für die Gamescom einen Anstieg um 225 Prozent feststellte.

„Die Preise entstehen am Markt und sind von Hotel zu Hotel unterschiedlich. Deshalb ist eine pauschale Einschätzung hinsichtlich der Höhe von preislichen Veränderungen nicht möglich“, sagt Thorsten Hellwig, Pressesprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) NRW. Auch Köln-Tourismus habe keine Daten oder Statistiken über die Preissteigerungen, so eine Sprecherin.

Kölner Hoteliers beobachten sich gegenseitig

Ganz freischwebend sind die Preise aber nicht. Die Hoteliers beobachten ihre Mitbewerber ganz genau. Viele nutzen dazu Internet-Tools, in denen Hotels ihre aktuellen Preise und Auslastungen eingeben – und so für die Konkurrenz sichtbar machen, aber gleichzeitig auch die Konkurrenz im Auge haben. Preise werden so gegebenenfalls gesenkt, wenn die Auslastung nicht stimmt, oder erhöht, wenn die Nachfrage sehr groß ist.

Insgesamt hat sich die Lage der Kölner Hotels nach der Pandemie verbessert, so Jürgen Amann, Geschäftsführer von Köln-Tourismus. Die neueste Statistik liegt nun für den November 2022 vor. „Der Monat kennzeichnet sich vor allem durch einen weiteren Zuwachs an ausländischen Übernachtungsgästen im Vergleich zum Vorjahr – es gab einen Zuwachs von mehr als 61 Prozent.“

Dabei muss natürlich die niedrige Vergleichszahl aus dem Pandemie-Jahr ins Verhältnis gesetzt werden. Aber: „Insbesondere die europäischen Nahmärkte Niederlande und Belgien können mit starken Zahlen aufwarten. Überraschenderweise liegt Großbritannien im Ranking noch vor Belgien. Dies lässt darauf schließen, dass die Auswirkungen des Brexits noch einen verhältnismäßig geringen Einfluss auf die Reisebereitschaft der Briten haben.“

Die Bettenauslastung lag im November bei 48 Prozent. Das ist ein guter Wert und entspricht nahezu dem starken Sommermonat August, als fast 50 Prozent erreicht wurden. Allgemein wird eine Auslastung von 60 Prozent als notwendig angesehen, damit Hotels wirtschaftlich arbeiten können. Die Stadt hat rund 35.000 Betten. Nach Meinung von Experten kann Köln durchaus noch mehr gebrauchen. Denn die Gäste kommen wieder – und so steigen die Preise.

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