Tag des KriminalitätsopfersEko Fresh und Sarah Bora suchen Opferschützer in Köln

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An einem Informationsstand in Köln-Deutz klärten sie darüber auf, wie wichtig es ist, Opfer einer Straftat zu unterstützen.

Der Rapper Eko Fresh und seine Frau, Sängerin Sarah Bora, haben am Mittwoch in Köln-Deutz für die Arbeit als ehrenamtliche Opferschützer geworben. Die Polizei Köln, die Hilfsorganisation Weißer Ring und das Ehepaar klärten an einem Informationsstand darüber auf, wie wichtig es ist, Opfer einer Straftat zu unterstützen.

Anlass der Aktion war der „Tag des Kriminalitätsopfers“ am 22. März. Der Weiße Ring rief den Tag 1991 ins Leben. In Köln gab es laut Polizeiangaben im vergangenen Jahr mehr als 26.000 Opfer von Straftaten gegen das Leben, Sexual-, Raub- und Körperverletzungsdelikten, Menschenraub, Widerstand und Geiselnahme. Damit fallen jeden Tag mehr als 70 Menschen in Köln einer dieser Straftaten zum Opfer.

Opferschutz in Köln für Eko Fresh und Sarah Bora ein wichtiges Anliegen

Eko Fresh - in diesem Jahr Ehrenamtspate der Stadt Köln - engagiert sich seit Jahren für Integration, Sarah Bora hilft Opfern häuslicher Gewalt und setzt sich für Frauenrechte ein. Beim Schutz von Kriminalitätsopfern sehen die beiden eine bedeutende Schnittmenge ihrer Arbeit.

Wir haben alle ein Ziel: dass Gewalt nicht mehr stattfindet.
Sarah Bora, Sängerin und Unternehmerin

„Ich bin Ehrenamtspate und sehe das deswegen als eine besondere Verantwortung und Aufgabe. Ich nehme diese Aufgabe gerne an“, sagte Eko Fresh am Rande der Aktion. Sarah Bora hob ihre Intention hervor, „ganz viele betroffene Frauen zu ermutigen und ihnen zu verstehen zu geben, dass Hilfe da ist“.

Heute müssten Frauen ihre Erfahrungen nicht mehr einfach für sich behalten. „Ich versuche, mit meiner Stimme diese Angst zu nehmen“, betonte sie. Sie nehme an dieser Aktion zum Tag des Kriminalitätsopfers teil um klarzumachen, „dass jeder etwas tun kann. Wir haben alle ein Ziel: dass Gewalt nicht mehr stattfindet“.

Eko Fresh dankte dem Weißen Ring für seinen Einsatz im Opferschutz. Im Regelfall werde meistens nur darüber berichtet, wer der Täter ist und die Opfer außen vor gelassen. „Aber da hört es nicht auf. Die Menschen müssen weiterhin betreut werden.“

Hilfe der Kölner hat auch einen persönlichen Hintergrund

Sarah Bora war als Jugendliche von ihrem Ex-Freund mehrfach geschlagen worden, hatte dies aber erst viele Jahre später öffentlich gemacht. Erst Anfang des Monats berichtete die 33-Jährige in einer Dokumentation über ihre Erlebnisse mit häuslicher Gewalt. „Ich bin selber jahrelang Opfer gewesen, weswegen es mir auch wichtig ist, hier zu stehen und Betroffenen Mut zu machen“, sagte sie.

Aufgrund ihrer Arbeit würden sich viele Frauen an sie wenden, die selbst in einer ähnlichen Situation wie sie damals steckten oder solche, die sich toxischen Beziehungen entziehen konnten. „Alles, was mehr Augen für das Thema aufmacht, ist willkommen, und da sind wir auch dabei“, fügte ihr Mann hinzu.

Die Kölner Polizei arbeitet eng mit dem Weißen Ring zusammen und vermittelt Opfer von Straftaten an die Hilfsorganisation. Diese leistet psychologischen, finanziellen und rechtlichen Beistand. Über die Website des Weißen Rings kann man sich als ehrenamtlicher Opferhelfer bewerben.

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