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Kölner Eko Fresh und Sarah Bora als PatenPolizei und Weißer Ring suchen ehrenamtliche Opferschützer

Lesezeit 2 Minuten
Eko Fresh im Gespräch.

Rapper Eko Fresh will für mehr ehrenamtliches Engagement bei der Betreuung von Kriminalitätsopfern werben.

Fast 30.000 Menschen wurden in Köln 2022 Opfer von schweren Straftaten. Polizei und Weißer Ring werben nun dafür, Opferschützer zu werden.

Gemeinsam mit dem Kölner Rapper Eko Fresh und dessen Ehefrau, der Autorin Sarah Bora, informieren und werben die Kölner Polizei und der Weiße Ring am Tag des Kriminalitätsopfers am 22. März für mehr ehrenamtliches Engagement bei der Betreuung von Kriminalitätsopfern.

Wer sich beim Weißen Ring engagieren möchte, erhält am Mittwoch (22. März), von 10 Uhr bis 13 Uhr, auf der Deutzer Freiheit vor der Kirche St. Heribert alle Informationen, um ehrenamtliche Opferhelferin oder Opferhelfer zu werden. Gesucht werden auch Menschen mit verschiedenen Sprachkenntnissen und vielfältigem kulturellem Hintergrund, wie die Polizei mitteilte.

Es hätte mir von Anfang an zu denken geben müssen, dass er so unglaublich eifersüchtig gewesen ist.
Sarah Bora über ihre Erfahrungen mit häuslicher Gewalt

Der Kölner Schauspieler und Rapper Eko Fresh engagiert sich seit vielen Jahren gegen soziale Missstände und ist der diesjährige Ehrenamtspate der Stadt Köln. Seine Ehefrau, die Musikerin Sarah Bora, war selbst Opfer häuslicher Gewalt, hat professionelle Hilfe bekommen und engagiert sich seitdem für Frauen, die Gewalt erfahren haben.

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„Es hätte mir von Anfang an zu denken geben müssen, dass er so unglaublich eifersüchtig gewesen ist“, sagte Sarah Bora zuletzt im Podcast „Talk mit K“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Ich bin Überlebende.“ Von ihrem Ex-Partner sei sie kontrolliert und geschlagen worden. Mit 14 lernte die Kölner Musikerin ihren Freund kennen, nach zwei Jahren kam es zum ersten Mal zu körperlicher Gewalt.

2022 erfasste die Kölner Polizei eigenen Angaben zufolge 29.335 Menschen, die Opfer von Straftaten gegen das Leben, von Sexual-, Raub- und Körperverletzungsdelikten, Menschenraub, Widerstand sowie Geiselnahme waren. In 11.673 Fällen habe es sich bei den Opfern um Frauen gehandelt.

2.500-Mal rückten Polizistinnen und Polizisten mit dem Einsatzanlass „Häusliche Gewalt“ aus. „Hinter diesen Zahlen stecken zahlreiche Einzelschicksale von Kriminalitätsopfern, für die sich in einem Sekundenbruchteil ihr ganzes Leben ändert“, sagte ein Polizeisprecher. Es könne jede und jeden treffen. (red)

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