Bedrana Mani überstand nicht nur ihre Krebserkrankung. Mit ihrem Bruder kreierte sie einen Raki, der jetzt den World Spirits Award in Gold bekommt
„Gerührt & Geschüttelt“Kölner gewinnen mit eigenem Raki Spirituosen-Award

Bedrana Mani hat mit ihrem Bruder zusammen den Raki Efsun kreiert, den sie in ihrer Bar am Rathenauplatz ausschenken.
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Sie hatte damals zwar schon vieles, aber längst noch nicht alles hinter sich, als sie im „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Rahmen der Rubrik „Zwei Kaffee, bitte!“ über ihre Brustkrebserkrankung berichtete. Bedrana Mani hatte die Operation, die Chemo und die Bestrahlung absolviert. Allerdings litt sie weiterhin unter „Schmerzen am Knochenapparat“ und an einem ständigen Unwohlsein „wie bei einem Kater“. Und was natürlich auch noch da war, war die ständige Angst, den Krebs vielleicht doch nicht besiegt zu haben.
Viel Resonanz bekam sie, nachdem sie im „Stadt-Anzeiger“ über ihren Kampf gegen den Brustkrebs gesprochen hatte
Wenn ich es schaffe und gesund werde, melde ich mich in fünf Jahren noch mal bei der Zeitung und bedanke mich, nahm sich die heute 42-Jährige im Sommer 2019 vor. Sie habe nach der Veröffentlichung ihrer Geschichte („Ich möchte nicht sterben.“) so viel Resonanz von anderen Frauen erhalten. „Betroffene Frauen, die mir schrieben, wie viel Mut der Artikel ihnen gemacht habe“. Mit solchen Anteil nehmenden Reaktionen hätte sie überhaupt nicht gerechnet“, sagt Mani, die inzwischen nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine berufliche Erfolgsgeschichte erzählen kann: Der Krebs ist besiegt und es winkt eine Auszeichnung in Gold.
Von dem Café in Sülz, das sie und ihr Bruder damals betrieben, habe man sich – nicht zuletzt krankheitsbedingt – getrennt. Statt dessen verlegten sich die Geschwister aufs Nachtgeschäft und übernahmen Anfang 2023 das „Samuel's Shep“, eine Bar am Rathenauplatz. Und weil Bedrana Mani spürte, dass ihre frühere Kraft und Zuversicht allmählich zurückkehrten, ließ sie sich mit ihrem Bruder Selman auf ein weiteres Wagnis ein. Durch Gespräche mit Bartendern hatten die Geschwister herausgefunden, dass die in der Türkei noch immer (knapp vor dem Whisky) als Nummer eins geltende Spirituose Raki in der hiesigen Barszene weitgehend fehlt. Der eher „penetrante“ Geschmack, wie Mani sagt, komme hier nicht gut an. Also begab man sich auf die Suche nach einem Destillateur, der den aus Anis und Weintrauben bestehenden Schnaps geschmacklich veredeln sollte.
Das Ergebnis heiße „Efsun“, was so viel wie Verzauberung bedeute. Zudem solle mit der Jahreszahl 1923 auf den Etikett an die Gründung der Türkei erinnert werden, erklärt die Frau mit den türkischen Wurzeln. Im Gegensatz zum herkömmlichen Raki enthalte das Kölner Erzeugnis neben Anis „acht weitere Botanicals wie Granatapfel, Edelkirsche Rose, Feige und Pistazie“, berichtet Mani. Diese Mischung scheint ein Volltreffer zu sein. Denn nachdem das Magazin Falstaff „Efsun“ bereits im vergangenen Jahr bereits mit 96 Punkten bewertete, freuen sich die Kölner Geschwister nun auf eine weitere Auszeichnung, die „am 17. März offiziell“ sein wird: Dann wird dem Getränk der „World-Spirits-Award“ in Gold verliehen. Der WSA gilt als einer der renommiertesten Wettbewerbe für Spirituosen.
Bedrana Mani und Bruder Selman sind total stolz, dass ihr Kölner Start-up mit dem passenden Namen „Gerührt & Geschüttelt“ so schnell Anerkennung fand und dass sie sogar die Nicht-Anis-Fans in ihrer Bar geschmacklich überzeugen konnten. Sie empfehlen übrigens, ihre Spirituose nicht mir Wasser zu mischen, sondern bei Zimmertemperatur „oder maximal einem großen Eiswürfel“ zu trinken.

