Abo

Köln früher und heuteWarum der Sachsenring eine Grenze in Köln markierte

2 min
Das Bild zeigt eine historische Aufnahme vom Sachsenring in Köln.

Am Sachsenring begann die hochherrschaftliche Villenbebauung, am Salierring war die Bebauung schlichter. Die Ansichtskarte von 1906 zeigt eindrucksvoll den Grenzverlauf.

In unserer Serie „Köln früher und heute“ stellen wir wichtige Bauwerke, Plätze und Siedlungen in Köln vor. Diesmal: der Sachsenring.

Eine hochherrschaftliche Villa mit spitzem Helm auf der rechten Seite, Mietshäuser und eine kleine Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde auf der linken Seite. Die historische Ansichtskarte von 1906 zeigt die Eingangssituation der Straße Am Trutzenberg, die auf der Grenze von Salierring und Sachsenring abzweigte. An dieser Stelle verlief im Vorkriegsköln auch eine Einkommensgrenze.

Von den Villen ist heute nichts mehr zu sehen, die kleine Kirche erhielt nach dem Krieg jedoch einen Nachfolgebau.

Von den Villen ist heute nichts mehr zu sehen, die kleine Kirche erhielt nach dem Krieg jedoch einen Nachfolgebau.

Als die Kölner Ringstraße ab 1881 um die Altstadt gelegt wurde wie eine prachtvolle Perlenkette, sollte der Sachsenring besonders prachtvoll ausfallen. Die Stadt spendierte dem 1,7 Kilometer langen Boulevard nicht nur eine mittig verlaufende Grünanlage, sondern ließ ausschließlich freistehende Häuser zu. „Da stand eine schöne Villa nach der anderen“, sagt der frühere Kölner Stadtkonservator Ulrich Krings. Das schlossartige Eckgebäude auf der Ansichtskarte etwa stammte von Architekt Otto Vohl. Etwas schlichter ging es am Salierring zu, der zum Barbarossaplatz führt.

Viele der Villen wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt

1886 war die Bebauung des Sachsenrings in vollem Gange: „Während an der Stadtseite des Sachsenrings zur Zeit schon elf kleinere Villen entstanden sind, scheint die freier gelegene Außenseite für größere, zum Teil sogar sehr große Villenanlagen bestimmt zu sein“, schrieb die „Kölnische Zeitung“. Nicht weniger als fünf der wohlhabendsten Kölner Familien hätten dort bereits Grundstücke gekauft. Auch das Unternehmer-Ehepaar Ella und Arnold von Guilleaume war am Sachsenring zu Hause. Zu ihrem Anwesen gehörten ein Kutscherhaus und ein Palais, dessen Fertigstellung 1903 fast 100 Gäste der Kölner High-Society feierten.

Die Zeit der Villen ist am Sachsenring längst vorbei, viele wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und dann nicht mehr aufgebaut. Auch die Villa von Otto Vohl existiert nicht mehr, hier steht heute das Humboldt-Gymnasium. Die evangelisch-lutherische Kirche hat zwar den Krieg ebenfalls nicht überlebt, hier entstand danach aber immerhin ein Nachfolgebau.