Der jüdische Künstler Manfred Weil gehörte zu den ersten Studenten der Kölner Werkschulen – als diese nach dem Krieg neu eröffneten. Da hatte der 1920 geborene Mann bereits einiges hinter sich: eine Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Belgien, eine Deportation als „feindlicher Ausländer“ nach Frankreich und eine weitere Flucht aus dem Konzentrationslager Gurs in die Schweiz. Nach seiner Heimkehr studierte er von 1946 bis 1951 in der Klasse für Monumentalmalerei an den Kölner Werkschulen und war danach bis zu seinem Lebensende im Jahr 2015 als freischaffender Künstler tätig.
Die Stiftung Werkkunst Köln eröffnet nun am Donnerstag, 29. Oktober, von 17 bis 20 Uhr in ihren Räumen an der Goebenstraße 3 die Ausstellung „Manfred Weil – Kunst aus 7 Jahrzehnten“. Sie gibt einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers während seiner Lebenszeit. Sein Werk umfasst neben freier Malerei und Grafik mit vielfältigen Motiven, wie Menschen, Tiere, Stillleben und Landschaften, auch politische Karikaturen und Gebrauchsgrafik.

Manfred Weil: Trapezkünstlerin, 2006, Öl auf Holz, 60 x 50 cm
Copyright: Familie M. Weil
Verschiedene Tätigkeiten und zahlreiche Spuren
Um als Künstler finanziell über die Runden zu kommen, arbeitete Weil einige Jahre lang auch als Gebrauchsgrafiker, sowie von 1968 bis 1974 als Karikaturist für die SPD-Zeitung „Vorwärts“. Zudem war er Dozent für Malerei und Zeichnen an den Volkshochschulen Bonn und Meckenheim/Rheinbach. Seine Werke wurden im Köln-Bonner Raum, aber auch international ausgestellt.
Heute befinden sie sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, beispielsweise im Rheinischen Landesmuseum Bonn und in der Artothek des Deutschen Bundestages. Auch im öffentlichen Raum hinterließ Weil Spuren: So gibt und gab es an einigen Gebäuden in Bonn und Umgebung Wandmalereien und Graffiti.
Bei der Ausstellung handelt es sich um die zweite der 2023 gegründeten Stiftung Werkkunst. Erbinnen und Erben der aus den Kölner Werkschulen hervorgegangenen Künstler und Künstlerinnen haben sie als eingetragenen gemeinnützigen Verein ins Leben gerufen, um ihr Werk zu bewahren, wissenschaftlich aufzuarbeiten und zu präsentieren. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schaffen derjenigen, die der Klasse von Wilhelm Teuwen verbunden waren.
Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 19. November, zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen: Mittwoch, Donnerstag und Freitag: 15–18 Uhr, Samstag und Sonntag: 12–18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Werke werden auch verkauft. Am Samstag, 31. Oktober, führt die Kuratorin und Tochter des Künstlers Schulamith Weil um 15 Uhr durch die Ausstellung. Das weitere Rahmenprogramm ist auf der Homepage zu finden.

