Als erste Schwulenbar in Köln war das Pimpernel bundesweit bekannt. Ein Abend soll an die Disco erinnern.
Kultdisco PimpernelEhemalige Kölner Schwulenbar feiert Reunion im Café Bach

Im Café Bach wird für einen Abend an die legendäre Schwulenbar Pimpernel erinnert. (Archivfoto)
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Die Disco Pimpernel am Rudolfplatz war in den 1970er und 1980er Jahren einer der bekanntesten Treffpunkte für die schwule Community in Köln. Zwei Wochen vor dem CSD-Straßenfest feiert die Disco nun zum Auftakt der Cologne Pride ein temporäres Comeback im Café Bach der Aidshilfe Köln (Pipinstraße 7), wo am Samstag, 20. Juni, ab 18 Uhr die „Pimpernel Reunion“ stattfindet.
Der Abend im Café Bach soll die Erinnerung an das Pimpernel und die 1970er zurückbringen. Dazu gibt es ein Couchgespräch mit Gründer Jochen Saurenbach, Aktivisten der Schwulen Aktion Köln (SAK) und Besuchern des Pimpernel. Für die musikalische Begleitung, laut Veranstalter „original Gay Disco-Sound der 1970er Jahre“, sorgt DJ Addi. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Landesverdienstorden für Pimpernel-Gründer
Gleichzeitig soll der Abend genutzt werden, um die Verleihung des Landesverdienstordens an Aktivisten aus der queeren Szene zu feiern. Jochen Saurenbach, Erik Tenberken und Reinhard Klenke, Ehrenmitglieder der Kölner Aidshilfe, gehören zu den Ordensträgern, die Anfang Juni geehrt wurden. In seiner Laudatio hob der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst die Bedeutung des Pimpernel hervor: „Das Pimpernel ist mehr als eine Diskothek. Es ist zu einem Zentrum queeren Lebens in Nordrhein-Westfalen geworden – zu einem Schutzraum, einem Treffpunkt und auch zu einem politischen Ort.“
1972 eröffnete Jochen Saurenbach das Pimpernel als damals erste und einzige Schwulenbar in Köln. Schnell entwickelte sich die dreistöckige Bar zum Safe Space und Hotspot. Zu den bekanntesten Gästen gehörte Queen-Frontman Freddie Mercury, auch Guido Westerwelle war häufig vor Ort. Aber im Pimpernel wurde nicht nur gefeiert: Auch schwule Aktivisten nutzten die Bar als Treffpunkt, beispielsweise die SAK, die 1979 den ersten Christopher Street Day in Köln organisierte. 1989 musste die Disco im Zuge der Aids-Epidemie schließen. (jpr)
