Vor dem Start der CSD-Saison zeichnet NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst 15 Menschen aus, die sich für ein vielfältiges Miteinander einsetzen.
Wüst ehrt AktivistenSchauspieler von „schwulem Kuss“ erhält Landesverdienstorden

Die Regenbogenfahne ist ein Symbolf für die Queer-Bewebung.
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Der Landesverdienstorden von NRW ist ein schlichtes, weiß emailliertes Malteserkreuz mit einer silbernen Scheibe im Zentrum, die das Wappen Nordrhein-Westfalens zeigt. Die Auszeichnung wird traditionell an gesellschaftlich besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihre herausragenden Verdienste um das Gemeinwohl verliehen. Am nächsten Dienstag kommt es zu einer Premiere in der Düsseldorfer Staatskanzlei. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat ausschließlich Persönlichkeiten eingeladen, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Transgender-Menschen und anderen nicht-heterosexuellen Menschen verdient gemacht haben. Unter den 15 Preisträgern ist auch der frühere Lindenstraßen-Schauspieler Georg Uecker. Er war 1987 in seiner Rolle als Dr. Carsten Flöter Teil des ersten Kusses zwischen zwei Männern im deutschen Vorabendprogramm. Laut Staatskanzlei setzt sich Uecker vor allem in der HIV- und Aids-Aufklärung sowie gegen Stigmatisierung ein.
Ralph Morgenstern wird ausgezeichnet
Auch der Lindenstraßen-Star Claus Vinçon und Hans W. Geißendörfer, der Produzent der früheren ARD-Serie, erhalten den Verdienstorden. Die von Geißendörfer erfundene Serie habe schon früh Themen wie Aids und gleichgeschlechtliche Beziehungen im deutschen Fernsehen aufgegriffen, hieß es zur Begründung.
Mit dabei ist der Grünen-Politiker Volker Beck (65) aus Köln. Er sei einer der maßgeblichen Wegbereiter des Lebenspartnerschaftsgesetzes für gleichgeschlechtliche Paare gewesen, so die Staatskanzlei. Zu den Preisträgern gehören zudem auch der Schauspieler Ralph Morgenstern, Jochen Saurenbach, der sich viele Jahre für die Aidshilfe Köln engagierte und die Autorin Ricarda Hofmann.
Zahl der Träger begrenzt
Tim Achtermeyer, Chef der Grünen in NRW, begrüßte die gezielte Auszeichnung von Mitgliedern der Queer-Bewegung. „Die Menschen, die am Dienstag ausgezeichnet werden, stehen für ein NRW, das in all seiner Vielfalt zusammenhält“, sagte der Politiker aus Bonn. „Sie haben dafür gekämpft, dass wir heute lieben können, wen wir wollen und dass Liebe kein Grund zur Scham ist. Dafür bin ich diesen Menschen dankbar“, sagte Achtermeyer unserer Zeitung.
Frank Müller, queerpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, sprach von einem „begrüßenswerten Signal“ in einer Zeit, in der Errungenschaften der Community „zunehmend unter Druck“ gerieten. „Wirklich überzeugender wäre es allerdings, wenn die Landesregierung in den vergangenen Jahren nicht selbst an zentralen Stellen den Rotstift angesetzt hätte – etwa bei der queeren Seniorinnenarbeit oder den Aidshilfen", sagte Müller.
Die Zahl der lebenden Träger des Landesverdienstordens ist auf 2 500 begrenzt. Die Auszeichnung wurde im März 1986 erstmals durch den damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau anlässlich des 40. Landesjubiläums verliehen.
