Am Dienstag, 13. Dezember hat die Initiative „Kölner helfen“ im „Friedensforum“ einen Handlungs-Appell ausgesprochen. Es ging um die aktuelle humanitäre Situation in Nordsyrien und die Bedrohung durch die Türkei.
Mädchenschule von „Kölner helfen“ bedrohtInitiative mit Alt-OB verurteilt türkische Angriffe auf Kurden-Gebiete

Wegen der Bombardierung der kurdischen Gebiete durch die Türkei droht eine akute Gefahr der Initiative „Kölner helfen".
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Große Sorgen bereitet den Mitgliedern und Unterstützern der Initiative „Kölner helfen“ die aktuelle Situation der Menschen im Norden Syriens. Seit Mitte November bombardiert die Türkei erneut kurdische Ziele dort sowie im Norden Iraks und begründet das mit der mutmaßlichen Verantwortung der kurdischen Organisation PKK für ein Terrorattentat zuvor in der Metropole Istanbul.
Die Verantwortlichen bei „Kölner helfen“ befürchten, dass bei einem Einmarsch und der Besetzung des nordsyrischen Grenzgebiets durch die Türkei eine humanitäre Katastrophe ausbricht und dadurch auch ihr Hilfsprojekt vor Ort gefährdet wird.
Appell der Initiative „Kölner helfen“ für humanitäre Hilfe
„Seit Ende 2014 haben wir mit mehr als 100.000 Euro an Spenden von Kölnerinnen und Kölnern den Aufbau einer Mädchenberufsschule und des Waisenhauses Alan’s Rainbow in der Stadt Kobanê in Nordostsyrien finanziert“, erläutert Berit Kranz am Dienstagmittag bei Vorstellung der Vereinsarbeit im „Friedensforum“ in der Innenstadt. Damals seien viele Menschen aus der Region auch nach Köln geflüchtet, um den völkerrechtswidrigen Angriffen der türkischen Armee auf fremdes Staatsterritorium zu entgehen, „genau das droht jetzt erneut“, schildert die Gymnasiallehrerin, die selbst bereits vor Ort gewesen ist.

Mit Spenden sollen die Hilfsarbeiten vor Ort weiter gewährleistet werden.
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Alle humanitären Organisationen, die deutsche Politik und die Zivilgesellschaft sind aufgerufen um zu tun was möglich ist, damit im Schatten einer momentan unsicheren Weltlage während des Krieges in der Ukraine genau das nicht geschehe. „Die wirtschaftliche Schwäche des Landes sowie sinkende Popularitätswerte seiner Partei AKP will der türkische Präsident Erdogan mit nationalistischen Militäraktionen und Großmachtfantasien in seinem Land entgegenwirken“, ist Vorstand Vedat Akter von „Kölner helfen“ überzeugt.
Schließungen in Kobanê – Verlustängste auch in Köln
Bereits jetzt seien mehr als 22.000 Schülerinnen und Schüler in der Region von Schließungen in mehr als 20 Schulen in und um Kobanê betroffen. Das Waisenhaus sowie die Mädchenberufsschule sollten weder schließen müssen noch die Menschen in der Gefahr schweben, das dort mithilfe von Engagement aus Köln Erschaffene durch Bomben zu verlieren.
Die in Köln lebenden syrisch-kurdischen Geflüchteten sorgen sich ebenfalls um ihre Angehörigen und um ihre kurdische Heimat. Darum haben an dem Handlungs-Appell am Dienstag auch Vertreterinnen und Vertreter des deutsch-türkischen Menschenrechtsvereins „Tüday“ sowie des Vereins „Kinderhilfe Mesopotamien“ in den Räumen des Kölner Friedensforums teilgenommen, durch deren Kooperation „Kölner Helfen“ vor acht Jahren hervorgegangen ist.
Unterstützung aus Kölner Politik reiche nicht aus
Unterstützt werden die Anliegen von „Kölner helfen“ außerdem von der Kölner SPD-Politikerin und früheren Landesministerin Anke Brunn sowie Kölns Ex-Oberbürgermeister Jürgen Roters, der seit der Gründung der Initiative 2014 auch als Schirmherr fungiert. Es sei bedauerlich, dass der Kölner Rat trotz mehrerer Initiativen dazu bislang nicht die Mehrheit gefunden habe, um einen Beschluss zu fassen, der das Vorgehen der Türkei in der Region verurteilt, darin waren sich am Dienstag beide ehemaligen Politiker einig.
„Das Leid der Menschen dort darf und kann uns hier nicht egal sein“, sagte Brunn. Roters ergänzte: „Wenn es nicht gelingt, Stabilität und Frieden in die Region zu bringen und zu erhalten, werden erneut Tausende aus ihrem zu Hause vertrieben und fliehen“.
Spendenaufruf aus Köln
Um die Arbeit vor Ort weiter zu gewährleisten und die Not der Menschen in den harten Wintermonaten und darüber hinaus zu bekämpfen, seien Roters und allen Anwesenden zufolge „mehr Druck von allen Instanzen auf die Türkei“ sowie akut vor allem auch Geld und Solidarität dringend vonnöten. Die Kölner Initiative „Kölner helfen“ ruft dringend auf, zu Spenden. Kontaktmöglichkeiten dazu sowie weitere Informationen über den Hilfsverein, seine Projekte und Partner sind im Internet zu finden.

