Campus KartauseEvangelische Kirche beschließt 65-Millionen-Neubau in der Südstadt

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Zu sehen ist ein mehrgeschossiges Gebäude-Ensemble mit drei Riegeln aus der Vogelperspektive.

Der zukünftige Campus Kartause am Kartäuserwall aus der Vogelperspektive.

Das Leuchtturmprojekt in der Südstadt nimmt die letzte Hürde. Geplant sind Räume für Bildungseinrichtungen, Wohnungen und ein Studierendenwohnheim.

Diese Entscheidung darf man wohl historisch nennen. Ohne Gegenstimme hat die Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln den Bau des Campus Kartause beschlossen. Damit ist der Weg frei für ein Leuchtturmprojekt des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region. Schon in den nächsten Tagen wird mit den vorbereitenden Arbeiten für den Bildungs- und Wohnort am Kartäuserwall beginnen.

Dort sollen ab dem Jahr 2026 die Melanchthon-Akademie, die Evangelische Familienbildungsstätte, das Evangelische Jugendpfarramt, das Schulreferat und das Pfarramt für Berufskollegs ein neues Zuhause finden. Darüber hinaus sind Wohnungen und ein Studierendenwohnheim geplant. Stadtsuperintendent Bernhard Seiger informierte die Delegierten bei der Tagung im Haus der Evangelischen Kirche über den aktuellen Stand der Dinge.

Man habe Verhandlungen mit Generalunternehmern für den Neubau aufgenommen. Dabei sei herausgekommen, dass die ursprüngliche Planung, den Campus in zwei Bauabschnitten zu realisieren, verworfen werden musste. „Die Baukosten bis zum Jahr 2028 sind nicht seriös zu prognostizieren. Wir bauen den Campus in einem Abschnitt in drei statt ursprünglich geplanten fünf Jahren.“

Somit werden die Bestandsgebäude am Kartäuserwall, in denen unter anderem die Melanchthon-Akademie und die Familienbildungsstätte untergebracht sind, gleichzeitig abgebrochen. Für die Bildungseinrichtungen hat man in der Südstadt Ausweichquartiere am Sachsenring und An den Siebenburgen gefunden, in denen die Arbeit nahtlos fortgesetzt werden kann. Darüber hinaus werde man das Haus der Evangelischen Kirche „bis zum Anschlag“, so der Stadtsuperintendent, für Veranstaltungen nutzen.

Verbesserung des Kölner Stadtbildes in der Südstadt

Der Architekt Kaspar Kraemer stellte den Campus in groben Zügen noch einmal vor. Kraemer und seine Mitarbeiter haben drei Jahre intensiv mit den städtischen Ämtern gearbeitet. 20 Gutachten hätten eingeholt werden müssen. 51 Wochen nach Einreichen des Bauantrags sei die Genehmigung erteilt worden. „Das ist für Köln Rekordzeit“, so der Architekt. Das Gebäude wird nach dem KfW-40-Standrad gebaut. „Dieses Haus ist ökologisch gesehen auf dem heutigen Stand.“ Fernwärme und Photovoltaik seien selbstverständlich. Der Campus leiste einen Beitrag zur Verbesserung des Kölner Stadtbildes. „Der Innenhof mit dem Campanile hat ein fast italienisches Ambiente.“

Eine Nachtaufnahme des Neubaus mit Gastronomie im Vordergrund und dem beleuchteten Capanile.

Die Visualisierung zeigt den Neubau mit Gastronomie im Vordergrund und dem beleuchteten Capanile.

Wolf Schlünz ist der Projektsteuerer für den Neubau. Er beschrieb seine Aufgabe mit einem Satz: „Ich bin dafür verantwortlich, dass der Bauherr das bekommt, was er bestellt hat.“ Das betreffe die Kosten, die Termine und die Qualität. Was die Qualität angehe, sei der Entwurf von Kaspar Kraemer über jeden Zweifel erhaben. Schlünz rechnet mit Baukosten in Höhe von 65 Millionen Euro.

„Das Projekt ist voll auf Kurs. Es wurden alle Risiken abgewogen. Es besteht Kostensicherheit“, bilanzierte Schlünz. Das Geld kommt aus mehreren Töpfen. Zum einen setzt der Verband Eigenkapital ein, zum anderen werden KfW-Fördermittel für Wohn- und Nichtwohngebäude sowie Geld der NRW-Bank beantragt. Nach der Beschlussfassung hielt Seiger einen Moment inne: „Das ist schon ein besonderer Moment.“

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