Wildgänse in KölnFütterungsverbot soll strenger kontrolliert werden

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Zwei Nilgänse am Aachener Weiher in Köln.

Nilgänse am Aachener Weiher in Köln.

Die Zahl der Wild- und Kanadagänse soll in Köln durch verschiedene Maßnahmen verringert werden.

In Köln soll verstärkt gegen die stetig wachsende Population der Kanadagänse vorgegangen werden. Die Stadt kündigte an, 2023 erneut einen Anlauf zu unternehmen, die hohe Anzahl an Wild-, beziehungsweise Kanadagänsen auf den städtischen Grünflächen zu reduzieren.

Bereits seit Jahren versammeln die Tiere sich dort regelmäßig und in großer Zahl. „Der größte Teil der Gänse brütet allerdings nicht direkt in städtischen Grünanlagen“, erläutert eine Sprecherin der Stadt. Das Hauptproblem sei vielmehr, dass Kölner Bürgerinnen und Bürger die Vögel widerrechtlich fütterten, so dass die Tiere sich dort vermehrt niederließen.

Kanadagans – zweithäufigste Art in Köln

Die ursprünglich im Norden Amerikas beheimateten Tiere aus der Familie der Entenvögel haben sich in Deutschland bereits vor Jahren sehr erfolgreich eingebürgert. „Mittlerweile ist die Kanadagans bei uns nach der Graugans die zweithäufigste Art“, teilt der Umweltschutzverband Nabu mit, der die Entwicklung der Populationen bundesweit genau verfolgt.

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„Die bei uns größte Gans ist im Flug und auf dem Boden sehr ruffreudig“, heißt es weiter. Sie sei wohl – zum Teil versehentlich, teils vorsätzlich – in die Freiheit entlassen worden und vermehre sich seitdem kontinuierlich.

Gänsekot als Problem auf Kölner Grünflächen

Die Jagd auf die Tiere ist in Köln verboten. Bei einer Zählung hatten Biologen an 20 Gewässern in Köln im Schnitt 600 Kanada- und 70 Nilgänse gesichtet. Hier sowie in anderen Großstädten in NRW stellen die Wildgänse seit Jahren ein Problem dar, weil sie in großen Mengen ihren Kot hinterlassen.

Erholungssuchende und Freizeitsportler berichten immer wieder von umfangreichen Hinterlassenschaften der Tiere, die die Aufenthaltsqualität in den Grünflächen, wie etwa dem Deutzer Rheinpark, erheblich einschränkten.

An den Hotspots der Tiere in Köln soll es darum künftig ein sogenanntes Gelege-Management geben, was bedeutet, dass alle Eier bis auf eines aus den Nestern der Tiere entnommen würden, teilt die Stadtsprecherin weiter mit. Ein ähnliches Konzept bestehe bereits seit längerem in Düsseldorf.

Fütterungsverbote in Köln künftig strenger überwacht

Auch die Fütterungsverbote sollen ab sofort konsequenter kontrolliert werden. Dafür werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes verstärkt auf Verstöße gegen das Fütterungsverbot achten und dagegen vorgehen.

Das gehört unter anderem zu den Maßnahmen, zu denen in einem Gutachten geraten wird, das die Stadt Köln gemeinsam mit dem Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW zur Bestandsreduzierung der Tiere in Auftrag gegeben hatte.

Weitere Informationen vom Nabu auf den Internetseiten der Kölner Gruppe des Verbands.

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