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Über Leben mit ParkinsonThementag zur Parkinson-Krankheit im Orangerie Theater in der Südstadt

3 min
Wolfgang Krebs mit Schauspielkollegin Claudia Kurrle in „Kleine Schritte“.

Wolfgang Krebs mit Schauspielkollegin Claudia Kurrle in „Kleine Schritte“.

Neben einer Kunstausstellung zeigt die Stätte im Volksgarten einen Kurzfilm sowie das Stück „Kleine Schritte“.

Rund um den Welt-Parkinson-Tag (11. April) fanden und finden in Köln verschiedenste Angebote zur Thematik statt. So lädt das Orangerie Theater (Volksgartenstr. 25) zu einer besonderen Inszenierung ein: Am 3. Mai kommt es in der Spielstätte zur Aufführung des Stücks „Kleine Schritte“ mit Claudia Kurrle und Wolfgang Krebs in den Rollen. Der Schauspieler wird selbst mit der Krankheit – einer chronischen, fortschreitenden Störung des Gehirns – konfrontiert. Im Drama aus der Feder von Petra Wintersteller stellt Krebs den an Parkinson leidenden Alfons dar. Durch die Begegnung mit der depressiven, vereinsamten Ruth ergeben sich neue Perspektiven auf das Leben.

Offen über Diagnose und neuen Lebensweg

„Ich habe meine Diagnose 2021 erhalten. Damals war ich 61 Jahre“, berichtet der Schauspieler, Regisseur und langjährige Leiter des Schloss-Theater Thurnau. Im Austausch mit dieser Zeitung zeigt sich Krebs in Bezug auf die Krankheit offen: „Als Theaterleiter habe ich einen gesellschaftlichen Auftrag, Tabuthemen in die Hand zu nehmen. ‚Kleine Schritte‘ zu spielen, ist für mich eine neue Berufung geworden. Ich gehe mit Mut und Zuversicht voran und versuche mit dem Stück so viele Personen (...) zu erreichen, wie es geht. Ich gehe die Sache positiv an und habe Parkinson als meinen Weggefährten akzeptiert“, erklärt der Künstler.

Krebs teilt mit, er gebe nach und nach mehr Arbeit im Theater ab, da er mittlerweile längere Pausen benötige. „Kleine Schritte“ verstehe sich nicht als Tragödie, sondern als Mutmach-Stück. Im Gegenteil: Die Produktion verfolgt das Credo, unabhängig von Beeinträchtigungen das beste aller Leben zu leben. Seine eigene Philosophie fasst der Bayreuther in einen markanten Satz: „Ich habe eine Krankheit, aber ich bin nicht krank.“ Das bewirke viel im Kopf und verändere die Sicht auf die eigene Person sowie das Leben generell, so Krebs. Dabei helfe ihm Sport enorm. Fahrrad- und Kajakfahren, Qigong, Salsa-Tanzen, Wandern oder die Mitgliedschaft im international agierenden Verein PingPongParkinson – einer Initiative, die Tischtennis als therapeutisches Mittel gegen Parkinson fördert – gehören zu seinen Favoriten. „All das ist wichtig, damit Herr Parkinson nicht übermächtig wird und er stets nur hinter mir herläuft“, so der Theatermacher.


„Kleine Schritte“, 3. Mai, 12 Uhr und 17 Uhr, Orangerie Theater, Volksgartenstraße 25, 50677 Köln, Regie: Petra Wintersteller, Mit: Claudia Kurrle und Wolfgang Krebs, Spieldauer: 85 Minuten plus Pause sowie Publikumsgespräch, Tickets: 0221 9522708. Neben den Theateraufführungen präsentiert das Haus ab 14 Uhr die Ausstellung „Parkinson – Zeichnungen, Gedanken, Anregungen“ von Angelika Schlautmann. Um 16 Uhr wird der Kurzfilm „Kleine Schritte – ein Leben mit Parkinson“ gezeigt. Um 19 Uhr findet eine Party im Foyer und Garten der Orangerie inklusive DJ statt. www.orangerie-theater.de