Karneval in KölnWarum mobile Toiletten am Zugweg mit Vorhängeschlössern gesichert waren

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Mobile Toiletten mit Vorhängeschlössern.

Mobile Toiletten mit Vorhängeschlössern am Severinskirchplatz.

Zochbesucher standen am Sonntag und am Montag an einigen Stellen vor verschlossenen Toilettenhäuschen. Das Festkomitee erklärt den Hintergrund.

Der Unmut war groß. „Pünktlich um 12 Uhr trafen wir uns am Sonntag nach drei Jahren Auszeit wieder mit vielen Freunden und Verwandten direkt am EL-DE-Haus. Und schauten schonmal, wo man später auf die Toilette gehen könnte. Und wir mussten feststellen, dass alle Toiletten rund um das Amtsgericht verschlossen waren“, berichtet ein Leser.

Tatsächlich ist auf seinen Fotos zu sehen, dass die mobilen Kabinen mit kleinen Vorhängeschlössern versehen sind. Eine weitere Leserin schickte ähnliche Bilder vom Severinskirchplatz. Auch hier Vorhängeschlösser. Und sie fragt, warum bei einem solchen Großereignis niemand – auch nicht die Stadt – dafür sorgt, dass Toiletten zugänglich sind.

Festkomitee finanziert die Aufstellung der mobilen Toiletten

Doch die Lage ist kompliziert, wie Michael Kramp, Pressesprecher des Festkomitees, erläutert. Nicht die Stadt, sondern das Festkomitee ist dafür zuständig, Toiletten am Zugweg aufzustellen. Im Fall der Toiletten am Amtsgericht sei es so, dass sie ausschließlich für Besucher vorgesehen waren, die für den Rosenmontag einen Platz auf der nahe gelegenen Tribüne gebucht und bezahlt hatten. Im Preis ist die Toilette inbegriffen – die Gäste bekommen einen Schlüssel für das Vorhängeschloss.

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Am Severinskirchplatz, so Kramp, sei es allerdings am Sonntag zu einer Panne gekommen. Die Toilettenhäuschen waren für die Öffentlichkeit gedacht, wurden aber leider zu spät geöffnet. „Wir stellen grundsätzlich an Feier-Hotspots wie dem Severinskirchplatz, dem Alter Markt oder dem Dom öffentlich zugängliche Toiletten auf.“ Und auch auf der Deutzer Brücke, über die der Zoch erstmals ging, gab es mobile Klos. „Denn wenn wir dort hätten wegen Überfüllung absperren müssen, hätten die Leute ja bis zum Alter Markt gehen müssen.“

500 Toiletten am Zugweg

Zusätzlich stünden immer dort, wo Imbissstände sind, Toiletten. Insgesamt habe es 500 Klos am Zugweg gegeben. Flächendeckend Toiletten aufzustellen, sei – bei allem Verständnis für die Zoch-Zuschauer, die in diesem Jahr besonders lange warten mussten – aus finanziellen und auch logistischen Gründen einfach nicht möglich. Die Toilettenhäuschen müssten mehrfach am Tag angefahren und gereinigt werden, was in dem Getümmel nicht umzusetzen sei.

Schon jetzt sei der Rosenmontagszug hochdefizitär. Nicht nur die Toiletten, sondern auch die Rettungsdienste und Absperrungen müssten von Festkomitee bezahlt werden. Einnahmen durch Tribünen und die Gebühren der Imbissstände seien deshalb sehr wichtig – und die würden letztlich auch wieder in mobile Toiletten investiert.

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